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Griechische Kirche
griech. Geistlichkeit die Glaubenstrennung auf derKirchenversammlungzu Lyon 1274abschwören ließ, auch 1277 zur Befestigung des Ve-stns mit den Lateinern eine Syn-ode zu Konstantinopel gehalten ward: so widersetzte sich doch die Masse der griech.Geistlichkeit diesem Schritte; und da Papst Martin IV. 1281 selbst den KaiserMichael aus politischen Beweggründen in den Bann gethan, stellten die 1283 und1285 zu Konstaniinopel von den griech. Bischöfen gehaltenen Synoden ihre alteLehre und die Absonderung von den Lateinern wieder her. Den letzten Versuch machteendlich der von den Türken aufs äußerste bedrängte griech. Kaiser Johann VII. Pa-läologus, nebst s. Patriarchen Joseph, aufder 1438 erst zuFerrara und im folgendenJahre zu Florenz unter dem Vorsitz des Papstes Eugen IV. gehaltenen Kirchenver-saminlung; allein die daselbst getroffene Vereinigung hatte eher das Ansehen einerIlnterwerfungderGriechen unte'-den röm. Stuhl und wurde von der griech. Geistlich-keit und der» Volke durchaus verworfen, sodaß es in der That bei der noch jetzt fort-wäbrcnden Trennung beider Kirchen blieb. Die Einmischung der griech. Kaiser,welche immer das meiste Interesse bei diesen Dereinigungsversuchen gehabt hatten,hörte mit dem Sturz ihres Kaiserthums und der Eroberung von Künstantinopeldurch die Türken 1453 von selbst auf, und die Bemühungen der Römisch -Katho-lischen , sich die griech. Kirche zu unterwerfen, konnten seitdem nur den Erfolg ha-ben, einzelne Gemeinden in Italien , wohin sich viele Griechen vor den Türkengeflüchtet hatten, in Ungarn, Galizien, Polen und Lithauen unter die Hoheit desPapstes zu bringen, welche jetzt unter dem Namen unirte Griechen bekannt sind.Zum Gebiete der griech. Kirche gehörten bis in das 7. Jahrh, außer Dstillyrien, deineigentlichen Griechenlande mit Morea und dem Archipelagus, Kleinasien, Syrien mit Palästina, Arabien, Ägypten und zahlreiche Gemeinden in Mesopotamien undPersien ; allein durch die Eroberungen Mohammed'ö und s Nachfolger verlor sieseit 63g fast alle ihre Provinzen inAsien und Afrika, und selbst in Europa wurde dieZahl ihrer Anhänger durch die Türken im 15. Jahrh, beträchtlich vermindert. Aufder andern Seite sielen ihr jedoch mehre slawische Völkerschaften und besonders dieRussen zu, welche der Großfürst Wladimir der Heilige 988 zur Annahme des grie-chisch-christlichen Glaubens nöthigte. Dieser Nation verdankt die griech. Kircheauch das symbolische Buch, welches nebst den Kanons der ersten und zweiten nicä»Nischen, der ersten, zweiten und dritten konstantinopolitanischen, der ephesischen undchalcedonischen allgemeinen Kirchenversammlungen, und der 692 zu Konstantino-pel gehaltenen Trullanische» Synode für die griech. Christen allein Autorität inGlaubenssachen har. Nachdem der gelehrtePairiarchCyrillusLascaris zuKonstan-tinopel die in s G'aubensbekenntniß merkbare Annäherung an den Protestantismus1629 mit dem Leben gebüßt hatte, wurde 1642 von Pet. Mogilas, Metropoliten zu Kiew , eine Darstellung des Glaubens der Russen in griech. Sprache abgefaßtu. d. T.t „Orthodoxes Glaub-enSbekenntniß der kaihol. und apostol. Kirche Christi",von sämmtlichen Patriarchen der griech. Kirche, zu denen seit 1589 der fünfte Pa-triarch zu Moskau hinzugekommen war, 1643 unterzeichnet und bestätigt, 1662griech. und latein. mit einer Vorrede des Patriarchen Nektarius von Jerusalem inHolland gedruckt, 1696 vom letzten ruff. Patriarchen Adrianus zu Moskau , und1722 auf Befehl Peters d. Gr. von der heil. Synode herausgegeben, nachdem esvorher 1672 auf einer Synode zu Jerusalem und 1721 in dem von TheophanesPrccowicz abgefaßten geistlichen Reglement Peter-S d.Gr. für das allgemein gültigesymbolische Buch der griech. Kirche erklärt worden war. Diese Kirche erkennt, wiedie kaihol., eine doppelte Quelle des Glaubens, Bibel und Tradition, an, unterwelcher letzter» sie solche Lehren versieht, die die Apostel bloß mündlich vorgetragen,und die griech. Kirchenvater, besoiflerü Johann von Damast, wie auch die 7 ge-nannten allgemeinen Kirchenversammlungen bestätigt haben. Die übrigen noch inder röinisch-kaihol. Kirche gülden Kirchenversammlungen erkennt sie nicht an, un-