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Griechische Kirche
tersagt es auch den Patriarchen und Synoden, neue Lehrsätze aufzustellen; die ihn-gen gibt sie aberfür durchaus gültig und so nothwendig aus, daß man sie ohne Ver-lust der Seligkeit nicht abläugnen könne. Ganz eigenthümlich ist ihr die Lehre, daßder heilige Geist nur von, Vater ausgehe, wodurch sie von den Katholiken und Pro-testanten, welche übereinstimmend ein Ausgehen des heil. Geistes vom Vater undvom Sohne annehmen, abweicht. Sie zählt, wie die Katholiken, 7 Sacramente:Taufe, Chrisma, Abendmahl mit vorhergehender Ohrenbeichte, Buße, Priester-thum, Ehe und heiliges Öl, bat aber das Eigne, daß sie 1) bei der Taufe das drei-malige Eintauchen des ganzen Körpers inS Wasser, mögen nun Kinder oder Er-wachsene getauft werden, zur völligen Reinigung von der Erbsünde für nothwendighält, und das Chrisma (Firmung) als die Vollendung der Taufe gleich damit ver-bindet; 2) beim heil. Abendmahle zwar die Transsubsiantiation, auch die kathol.Ansicht des Meßopfers annimmt, aber doch vorschreibt, daß das Brot gesäuert, derWein nach orientalischer Weise mit Wasser vermischt, und beide Gestalten Jeder-mann, auch den Kindern, noch ehe sie recht wissen, was Sünde ist, in dem Maßegereicht werden, daß der Communicant das Brot gebrochen in einem mit dem geweih-ten Weine gefüllten Löffel erhält; 3) bei dem Priesterthum allen Geistlichen, ausge-nommen den Klostergeistlichen und der aus ihnen zu wählenden höhern Geistlichkeitbis zum Bischof herab, die Ehe mit einer Jungfrau gebietet, mit einer Witwe abersowie eine zweite Ehe untersagt, und daher verwüweteGeistliche ihrePfarrämternichtbeibehalten, sondern in ein Kloster gehen läßt, wo sie Hieromonachi heißen. Nurselten verstatten die Bischöfe einem Witwer, sein Pfarramt beizubehalten, und vondem Grundsätze, daß sich für die höhere Geistlichkeit die Ehe überhaupt, und fürdie niedrige wenigstens die zweite Ehe nicht schicke, gibt eö keine Ausnahme. DieEhe der Laien hält die griech. Kirche nicht für unauflöslich und verstattet häufigEhescheidungen, aber mit den verbotenen Graden der Verwandtschaft, besondersder geistlichen Verwandtschaft zwischen Pathen und Gevattern, nimmt sie es ebensogenau wie die kathol. Kirche, und erlaubt auch den Laien die vierte Ehe nicht. Vondieser letzten Kirche unterscheidet sie sich auch dadurch, daß sie mit dem heiligen Ölenicht nur sterbende, sondern auch Kranke, überhaupt zur Wiederherstellung derGesundheit, zur Vergebung der Sünden und zur Heiligung der Seele salben läßt,daß sie das Fegfeuer nicht annimmt, auch von Dorherbestimmung, überverdienstli-chen Werken, Indulgenzen und Ablaß (für Lebende) nichts weiß (doch wird den Ver-storbenen bisweilen, auf Ansuchen und zur Beruhigung ihrer Hinterlassenen, eingedruckter Ablaß gegeben), und weder den Primat des Papstes noch irgend einensichtbaren Stellvertreter Christi auf Erden anerkennt. Ferner duldet sie keine ge-schnitzten, ausgehaltenen oder gegossenen Bilder heiliger Personen und Gegenstände,sondern die Bilder Christi , der Jungfrau Maria und der Heiligen, welchem Kirchenund Privathäusern Gegenstände der religiösen Verehrung sein sollen, dürfen nurplatt gemalt und allenfalls mit Edelsteinen künstlich ausgelegt sein; in russischenKirchen findet man jedoch plastische Kunstwerke an Altären. In der Anrufung derHeiligen und besonders denMutter Gottes sind die Griechen ebenso eifrig wie dieKatholiken, auch Reliquien, Gräber und Kreuze find ihnen heilig, und dem Bekreu-zen im Namen Jesu messen sie eine zauberische segensreiche Kraft bei. Don denBußübungen gilt unter ihnen vornehmlich das Fasten, bei dem nur Früchte, Kräu-ter, Brot und Fische zu essen erlaubt sind. Sie fasten Mittwochs und Freitags injeder Woche und halten überdies noch 4 g-oße jährl. Fasten, nämlich 40Tage vorOstern, von Pfingsten bis zum Tage Petri und Pauli, Muttergottesfasten vom1. bis 15.Aug., Apostel Philippusfasten vom 15. bis 26. Nov., außerdem nocham Tage der Enthauptung Johannes und Kreuzerhöhung. Der Gottesdienstder griechischen Kirche bleibt fast ganz bei äußern Gebräuchen stehen; Predigtenund Katechesen machen den geringsten Theil davon aus, und im 17. Jahrh, unter