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Griechische Sprache und Schrift
deren Stifter Zenon ausCitium aufCypern war, und in der Epikurischen, welcheEpikur aus Gargettus in Attika stiftete. Mathematik und Astronomie machten diebedeutendsten Fortschritte in den Schulen zu Alexandria , RhoduS und Pergamus;und wem sind die Namen Euklides, Archimedes, EratostheneS und Hipparchos un-bekannt? Der Geschichte gaben die Züge und Thaten Aleyander'S Stoff genug;allein im Ganzen gewann sie doch nur an äußerm Umfang, nicht an innerm Ge-halt, denn ein Streben nach dem Wunderbaren und Abenteuerlichen'ward nun inihr herrschend. Desto erfreulicher ist gegen das Ende dieser Periode die Erscheinungdes Polybios aus Megalopolis, den man als Urheber der pragmatischen Geschicht-darstellung zu betrachten hat, wodurch die Universalgeschichte einen philosophischenGeist und würdigen Zweck erhielt. Vielfache Bereicherung erhielt die Geographie,welch- EratostheneS wissenschaftlich begründete, und Hipparchos mit der Mathe-matik noch mehr in Verbindung sehte. An Länder - und Völkerkunde gewann mandurch die Nachrichten des Nearchos und AgatharchideS, und die Chronologie erhielteinen bedeutenden Gewinn durch die parische Marmorchronik. In Hinsicht aufPoesie kommen manche merkwürdige Veränderungen vor. In Athen ging, nichtohne Einwirkung politischer Ursachen, aus der mittlern Komödie die neue hervor,welche sich dadurch, daß sie die sittliche Menschennatur zum Gegenstand ihrer Dar-stellungen nahm, dem neuern Schauspiel nähert. Unter den 32 Dichtern dieserGattung zeichneten sich Menander, Philemon und Diphilos aus. Aus den Mi-men gingen die Idyllen hervor, in deren Dichtung, nach dem Vorgänge desStesi-choros, Asklepiadeö u. A., besonders Theokritos, Bion und Moschos sich auszeich-neten. Auch die übrigen Dichtungsarten blieben nicht unbearbeitet, allein alle dieseArbeiten, sowie die Kritik über Poesie und schöne Kunst, weisen uns aufAlexandrienhin, und deßhalb schweigen wir hier von ihnen. Am Ende dieser Periode hörten jadie Griechen auf, selbständig zu sein, und das weltherrschende Rom gewann auchhier seinen Einfluß. Man s. deßhalb die Fortsetzung unter d. Art. Aleyan dri-nisches Zeitalter und Römische Literatur. eich
Griechische Sprache und Schrift, Nicht von jeher wurde inGriechenland gesprochen, wag wir griechische Sprache nennen, denn Griechenland war früher von Pelasgern bewohnt. Die alte Sprache der Pelasger kannte manaber schon zur Zeit Herodot'S nicht mehr, der diese fremde Sprache von der helleni-schen als verschieden angibt und hinzufügt, eS sei wahrscheinlich, daß die Hellenenihre ursprüngliche Sprache immer behalten haben (1, 57). Woher aber diesestamme, darüber sind die Meinungen getheilt, denn Einige wollen sie aus dem Per-sischen, Andre aus dem «Mythischen ableiten: zwei Meinungen, welche sich jedochvielleicht vereinigen ließen. Außer Griechenland wurde sie in einem großen Theilevon Kleinasien, dem südlichen Italien und Sicilien gesprochen, und in andern Ge-genden, wohin sich griech. Colonien verbreitet hatten. Bei der Menge hellenischerVölkerschaften eines HauptstammeS läßt sich erwarten, daß es verschiedene Mund-arten (Dialekte) müsse gegeben haben, deren Kenntniß bei der griech. spräche umso nothwendiger ist, da die Schriftsteller dieser Nation die Eigenheiten der verschie-denen Mundarten im Gebrauch einzelner Buchstaben, Wörter, Wertformen, Wen-dungen und Ausdrücke in die Schriftstellersprache übertrugen, und zwar nicht bloß,um dadurch einen Sprechenden näher zu charakterisiren, sondern auch, wenn sie ineigner Person schrieben. Gewöhnlich nimmt man, nach den 3 Hauptstämmen derGriechen, 3 Hauptdialekte an: den äolischen, dorischen, ionischen, wozu später dergemischte attische Dialekt kam; außer diesen aber noch mehre Nebendialekte. Die4 Hauptdialekte lassen sich jedoch auf2 zurückführen: den hellenisch-dorischen undden ionisch-attischen. Jener war der älteste, wie denn überhaupt durch das Dori-sche das Alte bezeichnet wurde. Die älteste dorische Mundart zeigt sich im äoli-schen Dialekt, aus welchem auch die lat. Sprache abgeleitet wird. Der dorische