Band 
Vierter Band. F bis G.
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Grönland

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daß derselben keineswegs, wie sie behaupteten, die praktische Anwendung abgehe.3) „Theorie des gerichkl. Velsahreng in bürgerl. Rechtzeitigkeiten, nach gemeinendeutschen Rechten" (1800; 2. umgearb. A. 1803; die 3. 1818); nach dem Ur-theile der Kenner unter G.'S Werken das gelungenste. 1) „Handb. über den CodeNapoleon , zum Behufe Wissenschaft!, gebildeter deutscher Geschäftsmänner entwor-fen". Don diesem auf 10 Bde. berechneten Werke waren die 3 ersten 1810—12erschienen, als die polit. Veränderungen in Deutschland am Ende des I. 1813dessen Fortsetzung ein Ziel setzten. Unter G.'S kleinern Schriften nennen wir s. „Ver-such einer Entwickelung der rechtlichen Natur des AuSspielgeschäftS" (1797) u. eineprocessualische Schrift „Über okographeu. mystische Testamente" (1814). Außerdemwar er theils allein, theils in Verbindung mit andern Gelehrten, Herausgeber meh-rer Journale, welche Erweiterung des Gebiets der Rechtswissenschaft und der Phi-losophie bezweckten. Hierher gehören: 1) „Magazin f. d. Philosophie des Rechtsund der Gesetzgebung", seit 1798, und seit 1808 in Gemeinschaft mit dem gießnerPros. v. Lehr forkges u. d. T.: „Magazin für die Philos u. Gesch. des Rechts undder Gesetzgebung". 2) „Journal zur Aufklärung über die Rechte u. Pflichten desMenschen». Bürgers", herausgeg. 1799 u. 1800 in Gemeinschaft mit den Pros.zu Gießen S. T. E. Schmidt u. F. W. Snell. 3) „Bibliothek für die peinl. Rechts-wissenschaft u.GeschichtSkunde"; der I.Bd. 1797 war von G. größkentheil« selbstbearbeitet; an den folgenden 5 Bdn. haben L. Harscher von Almendingen und P.§. A. Feuerbach Theil genommen. Noch verdankt die Universität Gießen G.'özweijähr. Rectorat (1810 —12) die Errichtung des akadem. DisciplinargerichtS,eine aus Mitgliedern der 4 Faculkäten, unter Vorsitz des Rectors und aus demKanzler der Universität zusammengesetzten und die Ausrottung der Studentenver-bindungen bezweckenden Behörde. Wchrend G.'S Ministerium erhielt das Groß-herzogkhum Hessen eine stellvertretende Verfassung und eine neue -Organisation derStaatsverwaltung. Auch wurde, unter der Leitung des Ministers, an einer neuenCivil- und Criminalgesetzgebung für das Land gearbeitet. Die Untersuchungösachegegen den Commerzienrath Hoffmann (s. d.) fällt in die letzten Jahre s. öffent-liche» Lebens. G. starb den 14.Febr. 1829 zu Darmstadt , 53 Jahre alt.

Grdnland, ein unter dänischer Landeshoheit stehendcsPolarland mit einerKüstenstrecke (im Westen) von 300 Meilen und etwa 20,000 OM., das jetzt zuAmerika gerechnet wird. Seit Lieut.Parry 1819 aus der Baffinsbai durch die Lan-casterstraße in das Pelarmeer gesegelt ist, weiß man, daß Grönland nicht mit Ame-rika zusammenhängt, sondern eine Insel ist. So weit man es jetzt kennt, erstrecktes sich von 59° 38^ bis 78° n. Br. Nach Süden zu verengt es sich in ein Vorge-birge, Cap Farewell. Von da erstreckt sich die westliche Küste nordwärts bis zurDavisüraße und Baffinsbai. Eine durch die Mitte des Landes von S. nach N.lausende Gebirgskette theilt es in 2 Theile. Grönland war schon vor 800 I., vonNorwegen und Dänemark aus, durch 2 Colonien bevölkert worden, wovon die einedie West-, die andre die Ostküste inne hatte. Zu Lande bestand zwischen ihnen, derGebirge wegen, keine Verbindung, sondern bloß zur See. Ein 1824 in Grönland gefundener Runenstein (jetzt im kopenhagner Museum für nordische Alterth.) beweistdie frühe Entdeckung Grönlands von Skandinavien aus. Die westl.Colonie besteht,nach mancherlei Schicksalen, noch jetzt. Die Volksmenge im südl. Theile bis zumStrome Früh, 68°, betrug 1811—13, 3583; Nordgrönland zählte nicht über3000 Eingeb. Vom 67 — 69° ist das Land unbewohnt. Die größeren Colonienheißen Logen. Das Schicksal der östl. Colonie , welche 1406 aus 190 Dörfern be-stand und einen Bischof, 12 Kirchspiele und 2 Klöster hatte, ist seit jener Zeit in Dun-kel gehüllt. Bis zu dieser Zeit waren 16 von Norwegen entsandte Bischöfe regel-mäßig aufeinander gefolgt; der 17. erreichte, vom Eise abgehalten, das Land nichtmehr. Vergebet,s suchten dänische Seefahrer im 16. und 17. Jahrh, an der Ostküsie