Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
927
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Grüner Donnerstag Gruppe 927

1819 nach Wiesbaden zu gehen, wo er den Winter zubrachte und daselbst den 8.Febr. 1820, erst 43 I. alt, starb. Über die von G. heiausgeg. Schriften, theilsstaatswirtblchaftl. und polizeilichen, theils vermischten Inhalts, sowie über die ein-zelnen Momente seines bewegten Lebens, s. m. „Zeitgenossen", Heft XXI.

Grüner Donnerstag. Ihn stiftete PapstLeo 692 zum jährl. Gedächt-niß der Einsetzung des heil. Abendmahls. Er soll den Namen daher führen, weil ansolchem die Erstlinge der Früchte geopfert und Gott dargebrcht wurden. Er heißtauch n.il.oi-; ealieis oder > ueb->, isttae. weil die Einsetzung an solchem geschehen.

Grünspan (Spangrün, Kupfergrün, essigsaures Kupfer),ein Farbcnmaterial, das verkalktes Kupfer Most vom Kupfer) ist. Nicht bloßwässerige Feuchtigkeiten, sondern auch Ole und alle fettige Stoffe, besonders Salzund Säuren, lösen das Kupfer zu einem Kalk auf und bringen bei der Zersetzungeine neuiralsolzige Verbindung zu Stande. Merkwürdig ist bei der Verkalkungdes Kupfers, daß sie in der Kälte besser von statten geht als in der Wärme;in der Sndhitze greifen selbst Säuren, die das Kupfer sonst bald zerfressen,dasselbe wenig an. Der veikäufliche Grünspan wird durch Legung von Kupfer-platten zwischen Weintrebern gewonnen, welches unter allen bekannten Mittelndas leichteste ist. Dieser Stoff ist für die Gesundheit sehr gefährlich, undkupferne Gesäße können nur bei der größten Reinlichkeit gebraucht werden.

Gruppe (ital. pu "l'p") bezeichnet eine Ausammenordnung mehrer Körperzu einem Ganzen für das Auge. Gestalten noch den Verhältnissen ihrer Größe,Richtung, Bewegung und ihrer übrigen Erscheinungen zu einander, sofern sie einnothwendig verknüpftes Ganzes ausmachen sollen, zusammenordnen, heißt Grup-piren. Eine oder mehre so verbundene Gruppen machen das Bild im Sinneder zeichnende» Künste. Für die gehörige Anordnung und Behandlung der Grup-pen oder für die Kunst des Gruppirens gibt es ästhetische und artistische Gesetze.Alle Anfoderungen der erstern an eine Gruppe lassen sich aufEinheit des Interessezurückfuhren, bei welcher die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks keineswegs aufge-hoben ist. In historischen Gemälden erhalten alle Figuren dadurch Beziehungaus die Hauptfigur, auf welche nun die Aufmerksamkeit vorzüglich gerichtet wird.Die artistischen Gesetze haben zur Absicht, die in diesem Geist erfundenen Gruppendem Sinne faßlich und angenehm zu machen, welches durch die Form und Be-leuchtung bewirkt wird. Als Musterform der Gruppe hat man bald die Wein-traube, bald den Kegel, bald die Pyramide angesehen. Die Traube nannte Tikianals Musterform, weil sie nach Umriß und Oberfläche eine Einheit mit der angenehm-sten Abwechselung, und alle nöthige Verschiedenheiten von Licht und Schatten,Halbschatten und Widerscheinen verbunden zeigt. Bei den letztgenannten Mu-stersormen hat man aus das Verhältniß der schmälern Höhe gegen die breitereGrundfläche gesehen. Mengs verlangt, daß man die größern Massen in die Mitte,die kleiner» an den Rand bringe, weil das die Gruppe angenehmer und leichtermache, daß man die Figuren nicht nach der Reihe stelle, nicht viele äußere Theile ingeraden, horizontalen, senkrechten oder schiefen Linien anbringe, die geometrischenFiguren, das allzu Ebenmäßige und Wederholungen vermeide und nur die schönstenTheile zeige. Außerdem räth er, die Gruppe aus Figuren in ungerader Zahl zusam-menzusetzen unk auf gleiche Weise bei der Zusammenstellung mehrer Gruppen zueinem Bilde zu verfahren. Unter den geraden Zahlen, sagt er, sind die erträglich-sten die, welche aus zwei ungeraden zusammengesetzt werden, z. B. 6, 10, 14; diegeraden doppelten aber, z. B. 4, 8, 12, können niemals mit Grazie gebraucht wer-den. Die Ursache dieses Rathes ist leicht zu finden; sie ist keine andre als Ver-meidung des allzu Gleichmäßigen. Sind nun aber gleichförmige Figuren in einerGruppe nicht zu dulden, so dürften es gleichförmige Gruppen in einem Gemälde wolebenso wenig sein, und Pyramidalgruppe an gleiche Pyramidalgruppe gesetzt, würde