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Guilleminot
Erziehung. Bei dem Aufstande der Drabanter gegen Östreich 1790 focht er in denReihen der Patrioten und sioh, als diese Habsburgs Macht unterlagen, nach Frank-reich , wo er in dem Generalstabe desGen.Dumouriez eineAnstellung erhielt. Nachdem Abfalle dieses Feldherrn in Lille verhaftet, rettete er sich durch die Flucht undverbarg sich in den Reihen des franz. Heers. Hier nahm ihn Moreau in s. General-stab auf; G. blieb daher dessen dankbarer Anhänger auch im Unglück. 1805 stellteihn Napoleon bei dem Heere in Deutschland an und ernannte ihn 1806 zu s. Flü-geladjutanten. 1808 diente G. in Spanien , als Chef des Generalstabs des Mar-schalls BessiöreS, und wurde nach dem Siege bei Medina delRio-Seco Brigadege-neral und Ofsicier der Ehrenlegion; 1809 erhielt er von Napoleon eine Sendungan den persischen Hof, blieb einige Zeit im Orient und dann mehre Monate zu Kon-stantinopel ; daher trägt er den lürk. halben Mond- und den pers. Sonnenvrden.In den Feldzüqen 1812 und 1813 zeichnete er sich aus in den Schlachten an derMoskwa, bei Lühen, Bauhen u. s. w. Insbesondere schlug er (28. Sept. 1813)den Angriff der Schweden auf Dessau zurück, wofür ihn Napoleon zum Divlsions-general erhob. — Nach der Restauration gab ihm Ludwig XVIII. das große Bandder Ehrenlegion und das Ludwigskreuz, auch ernannte er ihn bei Napoleons Rück-kehr vonElba zum Chef des Generalstabes der Armee, die der Herzog v.Berrp befeh-ligen sollte. Dieselbe Stelle bekleidete er bei dem Heere, das im Juni 1815 unterden Mauern von Paris zusammengezogen wurde, und er unterzeichnete in Auftragdes MarschallsDavoust die Capitulation von Paris . Darauf ward er zum Direcwrdes topographisch-militairischen Bureaus ernannt und vollzog 1816 u. 17, mit denCommissarien der Eidgenossenschaft, nach Vorschrift des Friedensschlnsses von 1815,die neue Grenzbestinimung zwischen Frankreich und der Schweiz . f>n dem Kriegemit Spanien 1823 erhielt G. aus Verlangen des Generalissimus, Herzogs von An-goul> nie, gegen den Willen des damaligen, selbst dazu bestimmten Kriegsministers,Herz. v. Belluno , den Posten eines Major-Generals des franz. Heeres. In dieserEigenschaft leitete er den ganzen Feldzug, vom 7. Apr. an bis zur Befreiung desKönigs Ferdinand (1. Oct. 1823), der ihn dafür mit s. Orden belohnte. Hieraufver-theilte G. das st anz. Besahungsheer in spanische Festungen, schloß über die Verpfle-gung desselben auf den Feldfuß, sowie über andre Gegenstände, mit der spanischen Regierung eine Übereinkunft ab, und kehrte erst in der Mitte des Dec. nach Paris zurück, wo ihm derGesandtschaftSposten in Konstantinopel gegeben wurde, daesdemMinister-Präsidenten von Villöle nicht gelungen war, ihn zum Kriegsminister er-nennen zu lassen. G. hatte näml. durch die Ordonnanz von Andujar (8 Aug. 1823),welche der willkürlichen Behandlung der Constitutionnellen von Seiten der spanischen Behörden der Regentschaft Einhalt thun sollte, den Freunden des absoluten Systemssich mißfällig gemacht. Dagegen zeichnete der Herzog v. Angoub nie ihn durch seinvolles Vertrauen aus. Denn G. hatte als Major-General das System, in Spanien durch Mäßigung zu siegen, den politischen Fanatismus der Glaubenssoldaten und desPöbels in Schranken zu halten, und durch eine liberale militairische Diplomatie diespanischen Heerführer Morillo und Ballesteros, sowie die Festungsbefehlshaber zumCapituliren zu bewegen, und die Mitglieder der CorteS unter sich zu entzweien, klugdurchgeführt, und den Zielpunkt des sechsmonatliche» Feldzugs, die Unterwerfungvon Cadip, glücklich erreicht. — 1826 kam G. von Konstantinopel nach Paris , umin deni Ouvrayd'schen Processe, der die Lieferungscontracte für das französ. Heer inSpanien betraf, sich vor dem Pairsgerichkshofe zu verantworten. Freigesprochen,kehrte er im Aug. d.I. nach Konstantinopel zurück. Hier unterhandelte er und derbrit. Botschafter gemeinschaftlich mit der Pforte über die Vollziehung des londncrVertrags vom 6. Juli 1827. Beide verließen, weil der Sultan nicht nachgab, imDecbr. 1827 Konstantinopel und gingen nach Neapel , von wo G. nebst dem neuenbrit. Botschafter, S. Rob. Gordyn, im Juli 1829 nach Konstantinopel zurück;