Band 
Vierter Band. F bis G.
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S40

Guinee

Guiscard

ist die Pfeffer- oder Körnerküste merkwürdig. Sie erstreckt sich 100 Seemeilenweit vom Cap Mesurado bis zuni Palmenvorgebirge und ist im Ganzen flach, wal-dig und von vielen Strömen durch wässert. Den Namen hat diese Küste von den Pa-radieokörnern und dem langen Pfeffer (Malaguele , zweien Arten Amomum, diehäufig wachsen und als ein beliebtes Gewür- ausgeführt werden. Sie wird zumTheilvon den kriegerischen Poloss (Ialoffen) bewohnt, den schwärzesten und «röstenunter allenNegern, dannvon denweitverbreitetenFulahsundvielen andern Völkern.Fast alle sind eigenkfiche Neger, der mohammedanischen Religion zugethan und wer-ten von ihren Häuptlingen völlig despotisch regiert. Einige unter ihnen, besonders interNähe desRio bestes, sind von sanfteren Sitten und treiben Handel mit den Ge-würzen ihres Landes, mit Elfenbein, Leder und Goldstaub, aber auch mit Sklaven.Hier haben die Nordamerikaner im Lande Sanguin dieNegercolonie Liberia , ähnlichder britischen auf Sierra Leone (s.t.), gegründet. Weiter östlich erstreckt sich dieElfenbeinküste 11 OSeemeilen weit vom Palmenvorgebirge bis nach dem Cap Apol-konia. Hier gibt e? keine enrop. Niederlassung, doch handeln die Einw. vorzüglich mitElfenbein, auch mitGold,Salz, Baumwolle, Indigo, Palmenwein, Reißundma»'cherlei Gewürzen. Dann folgt die Goldküste, die westl. vom Cap Apollonia bis zumRio Volts eine Ausdehnung von 60 Seemeilen hat. Hier liegen die NegerstaatenApollonia und Apim mit den, holländ. FortSt.-Ankon und a. holländ.Niederlassun-gen, linter welchen «dt.-.Georg de la Vöina die wichtigste ist. Die vornehmste brit.Besitzung und Festung auf dieser Küste heißt Cap Coast Castle (auch Cabo Corsagenannt), bekannt durch den blutigen Krieg mit den mächtigen Ashantis (s. d.)1823. Die ganzeKüste, sowie das Innere desLandeS, ist außerordentlich volkreich.Nach der Goldküste folgt die Sklavenküstc, die von Rio Volta bis Rio Logos etwa48 Seemeilen weit sich erstreckt. Die beide» Hauptstaaten Whida und Dahomeysind mächtig und volkreich. Engländer, Holländer und Dänen haben hier mehreFactoreien. Über Guinea sind, außer ältern Schriften, z. B. von Römer, Isert,Labarther, des dän. MisfionnairS Monrad „Beitr. zur Schilderung Guineas"(Kopenh. 1822) wichtig. Monrad erklärt sich nachdrücklich gegen den Sklavenhandel.

Guinee, eine engl. Goldmünze, einundtwanzig engl. Schilling enthaltend,über st Thlr. Conv.-Geld. Die ersten dieser Münzen wurden unter Karl l>. ausdem Golde geprägt, welches die Engländer aus Guinea holten; daher der Name.

Guiscard (Robert), Herzog v. Apulien und Calabrien , ein Sohn des be-rühmten Tancred v. Hauteville, ward um 1015 geb. Hauteville baue eine MengeSöhne, und s. Besitzungen i» der Normandie waren nur klein. Dies veranlaßte s.8 ältesten Söhne, Wilhelm den Eisenarm, Dagobert und Humphrep, sich »ach Ita-lien zu wenden und ihre Dienste den dortigen, in steten Kriegen begriffenen Fuistenanzubieten. Glück,Muth und List verholzen Wilhelm Eisenarm, der dieSchwächeder ital. Fürsten zu benutzen verstand, zum Besitz von Apulien, und Robert Guiscard ,heranwachsend in dieser Zeit, brannte vorBegierde, das glänzende Loos s. Bruder inItalien zu theilen. Bald fand sich in jener zu Wagnissen aller Art aufgelegten Zeitein Häuflein Abenteurer, das in Hoffnung auf reiche Beute ihm folgte, und Robert,dem nicht weniger Muth einwohnte wie s.Brüdern, zeichnete sich in einerMenge vonGefechten so aus, daß die von seinen Thaten begeisterten Krieger ihn nach seinesBruders Humphrey Tode zum Grafen von Apulien ausriefen: eine Würde, welcheGuiscard kein Bedenken trug anzunehmen, obschon Humphrev'S Kinder dadurchin ihren Rechten gekränkt wurden. Nun eroberte er auch Calabrien , in dessenBesitz ihn Papst NicolauS II. 105st bestätigte, der ihn nicht lange vorher, wegen s.vielfachen Gewaltthätigkeiten, in denBann gethan hatte. Aus Dankbai seit machteRobert sich verbindlich, dem römischen Stuhle zahrlich einen Tribut zu einrichten;von daher schreibt sich das bis in unsere Zeiten bestandene Lehnrechk des päpstl.Hofes über Neapel. In Apulien selbst herrschte Guiscard mit großer Willkür.Dies Land hatte bis auf ihn mehre Privilegien und ein Art Verfassung gehabt;