Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
944
JPEG-Download
 

944

Guitarre Gui'zot

diesen doppelten Mord nur noch mehr angefacht, und der Haß der Katholikengegen den König steigerte sich zum Fanatismus. Heinrich von Navarra (Hein-rich I V.) sagte, als er die That vernahm: „Wäre Guise in meine Hände gefal-len , ich würde ihn anders behandelt haben. Warum, setzte er noch hinzu, hater sich nicht mit mir verbunden; ganz Italien würden wir vereinigt erobert haben".S. „I er lttiitr sto liloir, oa I.» »»» l ste.r älVI. ,ln Oiiire, rcüiier Istrtvrlgarr"vom Derf. stes llarrio-xlrr (Vitet) (Paris 1828, 3. A.).

Guitarre. Dieses in der letztem Zeit einmal Mode gewordene, der Lautesehr nahe kommende Instrument ist zur Begleitung kleiner Gesänge und Lie-der vorzüqlich passend. Es hat 6 Saiten, welche in die Töne <4, ä. >!,

Ii, <-. gestimmt und theils mit den Fingern gerissen, theils mit dem Daumengestrichen werken. Die besten Guikarrschulen sind von Doiso, Barkolazri, Giu-liani, einer der größten Guikarrspieler, und Lehman» (neue Guitarrschule). Au-ßer Giuliani sind noch Zocchi und von Gärtner als Guikarristen bekannt ge-worden. Ein deutscher Künstler zu London bereicherte die Guitarre an semuntern rechten Backen der Resonanzdecke mit einer Claviatur von 6 Tasten,deren Tangenten bei Berührung der Tasten aus dem Schallloche hervortretenund die Saiten berühren, wie die Hämmer eines Pianoforte. Daher hat dieseArt den Namen Pianoforteguirarre erhalten.

Guizot (Framois), Pros. der neuern Geschichte an der Akad. zu Paris ,geb. 1787 zu NimeS, ein Protestant, siudirte zu Genf Philosophie und deutsche Literatur, ging nach Paris , widmete sich den Wissenschaften, ward Mitarbeiteran gehaltvollen Zeitschriften, und gab theils sprachwissenschaftliche, z. B. das„dioav. Uictioiiu. ster rvuniivuier ste lu liiu^ae kraue." (2. A. 1822), theilsbiographische, theils auf die Erziehung und den Zustand der schönen Künste inFrankreich Bezug habende Schriften heraus. Erst 1814, nach der Restauration,betrat er die administrative Laufbahn, in welcher er, beschützt von dem Abb» Mon-tesguiou, schnell emporstieg, und als Generalsecretair im Ministerium des Innern,dann im Ministerium der Justiz zu einem großen Einfluß gelangte. Allein die Art,wie er anfangs manche von s. Gönnern betriebene Reformen ausführte, machte ihnnicht beliebt. Bei Napoleons Rückkehr von Elba begleitete er Ludwig XVIII. nachGent und ward dafür von dem Könige zum Reguetenmeister, 1817 zum SraatS-rath ernannt. Von jetzt an zeigte G. gemäßigtst e Gesinnungen und gehörte zu densogen. Doctrinairs; allein der Sturz des Ministers Decazes (s. d.) 1820 hatteauch s. Entlassung zur Folge. Denn das von ihm früher, als Montesguiou'sSchützling, befolgte System ward jetzt von den Gegnern der Liberalen gegen diesegeltend gemacht. G. wirkte seitdem als L -hrer der Geschichte und als Schriftsteller.Man schätzt vorzüglich s. (zum Theil mekrmals aufgelegten und ins Deutsche uders.)pubbcistisch - historischen Lchriften, z. B. s. „lüde-, rar In libertc ste I.i Pierre"(1814); s. Buch: „Da ^ouveruriueut ivpreroutatik et cle I'cliit llcluel ste inb lauer" (1816); s. ,Preist rar I'Ist;loste rt rur I'ctat aelael stc I'iurli uclioa enb'rauee" (1816); und „I4a goaverueoi. ste la lkrauee stepuis la restauration etstn niiuirtere aclucl (4. Aufl. 1821),. Seine Schrift: „Der coiirpstiitioiir ersto lii jorticv pxstitigue (2. Aufl. 1821) enthält wichtige Thatsachen, die erpiourund provocirte»rr (Anhetzer) betreffend, deren sich die Polizei als Werkzeuge bedient.Auftnerksamkeit verdient s. Untersuchung: „Da l» peiueste mvrl eu ruiiliäie pvli-tiijiia" (1822). In s. „kstrstr rrir I'lstrtoste ste bstauce", verbunden mit derVerb. Ausg. von Mably's „Obrer,»!, rar I'Ilirt. ste (Paris 1823, 4 Bde.)zeigt er, wie der vaterländisch gebildete Mittelstand der Kern, und in Zeiten dei Ge-fahr die Stütze der Staaten ist. Auch gab er eine „('.ölst <-iiou Nr »»»»»st» r---liitilr ä I» xstolaliou ,l'Xu«li tcrrv" (Paris 1823, in 25 Bdn.) heraus, die für dieGegenwart sehr lehrreich ist; k ieranfeine„t2uI1t-cl. st« »miaust« rel-iiil-i ä l'.urt.