Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
30
JPEG-Download
 

30

Magna Charta Magnet

zu Florenz 1833, kam nach dem Tode seines Vater« zu einem Goldschmied in dieLehre» vermocht« aber nicht seine Liebe zur Literatur zu unterkiucken, und wid-mete sich seit 1613 ganz dem Studium der Sprachen und der schönen Literatur.Bei ununterbrochenem Fleiße und einem außerordentlichen Gedächtniß erwarb ersnh eine Masse von Kenntnissen, daher ihn der Großherzog Cosinus III. zum Bi-bliothekar an der von ihm errichteten Bibliothek ernannte. Seine Bereitwilligkeit,Einheimischen und Auswärtigen mit den Schätzen sowol seiner eignen beträchtli-chen, als auch der ihm anvertrauten Bibliothek zu dienen, kannte keine Grenzen.Innig zufrieden mit seiner Lage, starb er 1114 in dem Alter von 81 I. Er hatteseine eigne, ebenso zahlreiche als schätzbare Bibliothek und sein ganzes, in s> Diensteerworbenes Demiögen (welches er zur Vermehrung der Bibliothek bestimmte) demGrüßherzoge vermacht. Die von ihm hinterlassene, u» d» 9!. der Magliabecchi-schen bekannte, zum öffentlichen Gebrauche bestimmte Bibliothek, in deren Loealdie florentiner Akademie der Wissenschaften ihre Sitzungen hält, ist besonder« derHandschriften und alten Drucke wegen berühmt, wovon ein Katalog zu Florenz11SS erschienen ist. Obgleich er unter seinem Namen nichts herausgegeben hat,so hat er doch theils mehre seltene Werke anonym wieder drucken lassen, theils zuvielen Büchern, z. B. den ,,äat>« «.-motorum", die wichtigsten Beiträge geliefert»Don den zahlreichen an ihn geschriebenen Briefen hat Ioh. Targioni zu Florenz (1l4S fg.) mehr« Bde. herausgegeben. ^ —«.

Magna Charra, s. Charta magna.

Magnäisches Institut, magnäische Stiftung» Die durch ein Le-gat des Pros» Arnus MagnüuS begründete Stiftung zur -Herausgabe isländischerManuscripte» (S. Edda.)

Magnaten, ein verdorbenes lat.Wort, die Großen, hießen in Polen undheißen noch jetzt in UNgarn angesehene Rrichsstände, welche an der Regierung deöStaats Theil nehmen. In Polen waren es die geistl. und weltl. Senatoren oderReichsräthe und der hohe Adel; zu den Senatoren rechnete man die Erzbischöfe vonGnesen und (ehedem) vvn Lemberg, die Bischöfe, Woiweden, Castellane undReichsbeamren oder Minister. In Ungarn versteht man nur die Reichsbaronedarunter. Diese sind 1) die grißern, nämlich der Palatin, Reichs - und Hofrichter,Ban oder Statthalter von Kroatien, Slawonien und Dalmatten, Schatznreister unddie höchsten Hofbeamten; 2) die kleinen oder Grasen und Freiherren » Den Prä-laten, niedern Edelleuten und königl. Freistädten kommt diese Benennung nicht zu»

Mügne, s. Nordische Mythologie.

Magnesia, eine Erde, die weiß, leicht, für sich unschmelzbar, geschmack-los, unaustöslich im Wasser ist, sich aber in Säuren klar auflöst und einen Be-standtheil der Bitterwasser (des Bittersalzes) ausmacht» Sie bekommt auch dieNamen Talkerde, kohlensaures Talk, Bittersalzerde, Bittererde, und ist als säure-dämpfendes Mittel im Arzneigebrauch; man bezieht sie aus England und Böh-men in vorzüglicher Güte (Etinburger Magnesia). Sie wird durch Gyps undSand häufig verfälscht.

Magnet, ein Eisenerz, welches krystallisier in Oktaedern, derb, einge-sprengt und in losen Körnern, auf Lagern im ältern Gebirge und lose im Sande, inSchweden, Sibirien, Nordamerika u. s. w. vorkommt. Es ist eisenschivarz vonFarbe, stark undmetallisch glänzend und hat muscheligen Bruch. In Schweden wirdsehr viel und höchst treffliches Eisen daraus bereitet. Dieses Erz heißt natürlicher'Magnet, zum Unterschiede von den Magneten, welche durch die Kunst, d. i. durchMittheilung oder durch Erweckung der magnetischen Kraft in Eisen und Stahl her-vorgebracht werden. Jedoch weiß man jetzt, daß auch Kobalt und Nickel, undzwar um so mehr, je reiner der Zustand ist, in welchem sie sich befinden, nicht nurvom Magnet anzeigen werden, sondern auch selbst magnetisch wirken, wteZman