Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Magnet

denn bereits Magnetnadeln von reinem Nickel und Kobalt besitzt. (S. d. 8. Aufl.von Gren's „Naturlehre", Halle 1820.) Ferner entdeckte A. v. Humboldt bereitsvor seiner amerikan. Reise eine Gebirgskuppe von Serpentinstein in der obern Pfalz ,welche einen starken Magnetismus zeigte, und auf seiner Reise in Südamerika fander aus dem Chimbora'sso einen Porphyr von gleicher Eigenschaft. Zwar ziehen beideSteinarten kein Eisen an, aber sie zeigen die polarisirende Kraft, oder die Neigung,mit dem einen Ende sich nach Norden und mit dem andern nach Süden zu kehren»(Auch bei dem Basalt hat man dieses Polarisiren häufig bemerkt.) Gewöhnlich las-sen sich an alle» Magneten zwei einander gerade entgegenstehende Punkte bemerken,wo die Anziehungskraft am stärksten zu wirken scheint» Die« zeigt sich, wenn maneinen Magnet über Eisenfeilspähne hinwälzk, welche sich zwar allenthalben, am mei-sten aber an den erwähnten beiden Punkten ansehen, wo sie gleichsam einen Bartbilden. Diese beiden Punkte werden die Pole des Magnets genannt; die Neigungaber, sich mit den Polen nach der Gegend der Erd- und Himmelspole zu richten,welche Eigenschaft die Erfindung des Eom passes (s. d.) veranlaßt hat, heißt seinePolarität (si d.). Der nach S. gekehrte Punkt fuhrt den Namen Südpol , dernach N. wird der Nordpol genannt; die gerade Linie von einem zum andern heißtdie Are des Magnets. — Bisweilen findet man unter den natürlichen Magneteneinen, welcher mehr als zwei entgegengesetzte Pole hak. Ein solcher scheint aus meh-ren, in einander verwachsenen Magneten zu bestehen und heißt ein zusammengesetzteroder anomalischer. Der Magnet zieht das Eisen entweder aUs einer gewissen Ent-fernung an sich, oder nähert sich demselben, wenn er mehr Beweglichkeit hat, undhält es mit merklicher Kraft fest. Je stärker der Magnet ist, in desto größerer Ent-fernung wirkt er, und desto mehr Kraft gehört dazu, ihn von dem Eisen wieder zutrennen. Weiches, reines Eisen wird nach Musschenbroek ain stärksten, hartes Ei-sen und Eisenerze, deßgleichen Stahl schwächer angezogen. Ist das Eisen mit an-dern Materien veiMiischt oder verkalkt, so erscheint der Grad der Anziehungskraftgegen dasselbe immer schwächer. Außerdem nimmt die Wirkung des Magnets aufdas Eisen aber auch mit der Entfernung, und zwar im Verhältnisse des Quadratsdieser Entfernung ab. Saussure entdeckte überdies, daß die Kraft LcüMagnetS anverschiedenen Orten der Erde veränderlich sei. — Verstärkt wird die Kraft desMagnets , wenn man die Seiten, woian die Polpunkte befindlich sind, glatt ab-schleift und dünne eiserne Platten- die in dicke, fußähnliche Enden auslaüfen, ge-nau daran anlegt. Diese Belegungen, welche man die Armirung oder Bewaff-nung des Magnets nennt, ziehen das Eisen stärker an als der bloße Magnet. Manhat gefunden, daß ein armirter Magnet 18 bis 40- ja 320 Mal mehr Gewichtträgt als ein unarmirter. Farbe, Gestalt und Härte, sowie Größe oder Schwerehaben keinen Einfluß auf die Kraft des Magnets. Oft besitzt ein kleines StückMagnet, aus einem größern herausgeschnitten, mehr Kraft al« zuvor das Ganze.Die Wirkung des Magnets auf das Eisen wird durch einen dazwischen befindlichenKörper nicht gehindert, nur muß letzterer nicht selbst gegen die magnetische Kraftempfindlich sein. Merkwürdig ist es, daß man die Stärke des Magnets dadurcherhöhen kann, daß man ihm (bis zu einer gewissen Grenze) immer mehr und mehrzu ti-agen gibt. So stellte V.Keil in Langensalza 1829 künstliche Magnete dar, die10 Pf. schwer 450 Pf. und darüber anzogen; er benutzte diese Magnete zu Heilungnervöser Krankheiten. Die Kraft des Magnets geht verloren, wenn man ikm unbe-schäftigt läßt» Ebenfalls verliert sie sich durch Glühen und nachheriges Erkalten,durch Schlagen auf Steinen und durch öfteres Fallenlassen; auch ist ihr derRost, der Blitz und überhaupt die Elektricität nachtheilig. Zn Ansehung seinerPolarität bietet der Magnet nicht weniger merkwürdige und zugleich räthselhaftcErscheinungen dar. Wenn man eine gewöhnliche freischwebende Magnetnadel anden Pol eines Magnets hält, so wird eine Nadelspitze von einem dieser Pole an-