M-Ignttisinus iin GalvuniSimig Magnetismus (thicr.) 85
andrer scharfsinniger Mineralogen, ist die Llnsicht jetzt außer Zweifel, nach welcherdas Gesammileben der Erde ei» Galvamsiuus oder Elektro-Chemismus ist, kraftwelchem alle ädorper der Erde sich i» gegenseitiger galvanischer Spannung besinnden, und die Lagerungen der Gebirge und verschiedenen Erdschichten als eine großenatürliche galvanische Baitcne zu betrachten sind. Durch diese Ansicht oder wissen-schaftliche Entdeckung ist der Schlüssel zur bessern Ei klärung mannigfaltiger Er-scheinungen gegeben, über deren Grund cder Ursprung bisher noch viel Dunkel-heit herrschte, wohin z. B. die Salzquellen und Gesundbrunnen , die Vulkaneund Erdbeben u. s. w. geböten. S. die „Historisch-kritische Da,stell, der bisher.Entdeckungen aus dem Gebiete des Elekiro-Magnetismus, nebst eigenthümlichenVersuchen", von l). Pfaff (Han.b. 1824, mit 'Abbild.).
Nur elekinsche unk chemische Erscheinungen waren bisher an unserm künstli-chen galvanischen und Volka'schen Apparate sinnlich bemerkbar; durch die Ent-deckung des Pros. Oerstedt in Kopenhagen ist aber auch die Wirksamkeit des Ma-gnetismus im Galvanismus sinnlich darstellbar geworden. Die Erschei-nung besteht i» der'Ablenkung der Magnetnadel durch die galvanische Kraft. NachWeber (s. dessen „Wissenschaft der materiellen Natur, oder Dynamik der Ma-terie", München 1821) wird der Versuch am besten so angestellt: zwei Säulcheneines Breichens, welches 7 Zoll lang, 2s-Zoll breit, ^ Zoll tick ist, werden mitemem dünnen Mcssingdrath horizontal bespannt, der nach oben lind unten ver-schiebbar ist. 'Auf das Brekcke» stellt man unter den Draht eine Magnitnadelvon 5 Zoll klänge, auf einer Spitze eines 2 Zoll hohen Stativs beweglich. Derhorizontale Draht wird so herabgeschoben, daß er von der Magnetnadel etwa ^ Zollabsteht, und dann das Brekchen so lange gedreht, bis der Draht mit der Magnet-nadel parallel steht, sonach mit der Erdachse dieselbe Richtung nach Nordenund Süden hat. Nur dem nördl. Ende des horizontalen Drahtes verbindet maneinen federnden (Spiral-) Draht, an dem der Stiel einer Kupferxlatte von 7 ZollLänge und 8s- Zoll Breite befestigt ist. 'Auf gleiche Weise macht man an das süd-liche Ende des horizontalen Drahtes einen federnden Draht und bindet an dieseneine gleich große Amkplatte. Man faßt nun den Stiel der Kupferplatke mit derlinken, und den Stiel der Zinkplatte mit der rechten Hand, und taucht die beidenPlatten zugleich unter Wasser, das mit etwas Salzsäure beladen ist, sodaß sichdie Metallplatken einander Nickt berühren (sonach eine Zelle bilden). Hm Augen-blicke der Untei tauchung der Kupfer- und Zinkplattcn weicht die nördliche Hälfteder Magnetnadel östlich ab. — Wechselt man jetzt die Platte», daß Zink mit demhorizontalen Drahte nördlich, und Kupfer mit dems. südlich in Verbindung steht,und taucht dann die beiden Platten wieder, wie vorher, im Wasser unter, so erfolgtabermals eine Abweichung der nördl. Hälfte der Magnetnadel, aber westlich. Auchwird Eisen und Stahl durch den Einstuß einer starkwirkenden galvanischen Säulemagnetisch gemacht. — S. Cavallo'S „Abhandlung dcr Lehre von dem Magnetis-mus", a. d. Engl . (Leipz. 1788); Hauv'S „Theorie dcr Elektricität und des Ma-gnetismus", a. dem Franz. (Altcnburg 18N1). c 9.
Magnetismus (thierischer), auch Lebensmagnetismus. Seit den dreiletzten Jabrzchenden des vorigen Jahrh, gab man einer Reihe von räthselhaften,bis jetzt aber noch uncrwiescnen Erscheinungen, welche durch Einwirkung einesMenschen auf einen andern dadurch hervorgebracht werden sollten, daß die Lebens-kraft des Einen in den Körper des Andern überströmte, diesen Namen. DieMittel zur Hervorbringung dieser Erscheinungen sollten theils Berührung undkunsimüßiqes Streichen mit den Händen (Manipulation), Anhauchen, Fipirenmit den Augen u. dgl. sein, welche der Magnctiseur (die einwirkende Person) ander zu magnetisirenden Person, die immer schwächerer Eonstirukion und wo mög-lich von verschiedenen! Geschlechte und sehr gläubigen! Gemuihe sein muß, aus-
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