Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mahmud ll.

teutschen schönen Literatur, übernahm kurze Zeit eine Buchhandlung, und wurdenach s. Schwagers Spatzier Tode Herausgeber der „Zeit. s. die elegante Welt",welche er bis 1810 allein, und dann in Verbindung mit ihren, jetzigen HerauSg.redigirke. Der sehr einträgliche Pacht der leipziger politischen Zeitung während derfranz, Kriege setzte ihn in den Stand, ansednlicke Besitzungen in der Nähe vonLeipzig zu erwerben, war aber auch die Veranlassung, daß er 1813 aufdic Cita-delle nach Erfurt abgeführt wurde. Durch hohe Verwendung bald entlassen, kehrteer nach Leipzig zurück, wo er dein Kaiser Alexander ein Gedicht überreichte und denWladimirorden erhielt. In den letzten fahren seines Lebens beschäftigte er sich mitden Naturwissenschaften und mit der Ökonomie insbesondere, welche er bei Be-wirthschafiung s. Güter praktisch anwendete, weßhalb er auch zuletzt zum Directorder durch s. Mithülfe erneuerten leipziger ökonomischen Societät ernannt wurde.Außerdem erhob ihn sein Geist und seine ausgezeichnete Gabe der extemporirtenBeredtsamkeit, verbunden mit dem Ansehen seiner persönlichen Erscheinung, zueinem der tüchtigsten Vorsteher einer maurerischen Verbindung, welches Amt ermit allgemeiner Anerkennung in der Loge Minerva in Leipzig von 1813 an bis ansein Ende 1826 verwaltet hat. 1821 veranstaltete er eine Sammlung seiner zer-streuten lyrischen Gedichte (Halle 1825), unter welchen mehre von den bestenLiedercomponisten mit Weisen begleitet worden sind. Sind die meisten derselbender ebenso innige als klare Ausdruck einer rührenden Wehmukh oder einer überdas Grab Hinausblickenden Erhebung, so lernt man durch sein anonym herausgeg.„Marionettentheater", in s. „HerodeS vor Bethlehem", einer scherzhaften Parodievon Kohebue'S „Hussüen", welche 5 Anst. erlebte, sein Talent für die dramatischeBurleske kennen. Auch sind s. „Erzählungen und Märchen", in 2Bdchn., 2 Malaufgelegt worden.

Mahmud II., Khan und Padischah, Sultan der Osmanen, der 29.Herrscher aus dem Stamme Osman's, der 26. Großsulran und der 2i.Khalif,„Allah'S Schatten auf der Erde", ein unumschränkter Fürst, der— obgleich mitaller Willenskraft eines geborenen Gewaltherrschers von der Natur begabt — den-noch seit 19 I. den Aufruhr in den Provinzen und die Zuchtlosigkeit des Iani-tscharenpdbels in s. Hauptstadt zu bekämpfen hatte, wodurch sich immer deutlicherdie Ohnmacht seines orientalischen Satrapenreichs offenbart. Er ist der 2. Sohndes 1589 verst. Abdul.Hhamid, geb. d. 20. Juli 1585, und ward im alten Serailvon den CodjaS ungefähr mit gleicher Sorgfalt erzogen, wie die Pullarii im altenRom den heiligen Hühnerhof, der den Geschicken des KönigSvolkS vorstand, ab-warteten und pflegten. Erst der gefangene Selim I I I. unterrichtete ihn, und M.lernte sich im Türkische» und Arabischen gut ausdrücken. Nur SelimS Milde undEdelmuth nabni M. nicht an. Er blieb hartnäckig, heftig, unbeugsam, grausam.Schon hatte Mustapha IV., sein älterer Bruder, bei der Thronveränderung 1805(s. Osmanisches Reich ), um keinen Thronbewerber fürchten zu dürfen,s. Ermordung befohlen, als Ramii -Effendi, Zahlmeister der Armee, an der Wpitzevon 2000 Albanesen sich der Person des Prinzen bemächtigte und ihn rettete. Derkühne Balraktar, Pascha von RuScsuk, sehte hieraufMustapha >V. ab und ließMahmud am 28. Juli 1808 mit dem Säbel Osman's umgürten. 14 Wochennachher erstürmten die durch des GroßvesiersBairaktarMilitairreform aufgereiztenIanikscharen das Serail, und Balraktar sprengte sich selbst mit s. Feinden in dieLuft, nachdem er noch vorher den gefangene» Mustapha und dessen Mutter hattehinrichten lassen. Dies geschah am 16. Nov. 1808. (S. Nizam Dschedid.)Unter Brand und Plünderung dauerte der Kampf der SeymenS oder der auf euro-päischen Fuß ausgerüsteten Truppen, für deren Beibehaltung sich Sultan Mahmuderklärt hatte, mit den Ianitscharen im Serail und in terHauptst. noch 36 Stun-den fort; die Rebellen siegten, und Mahmud mußte, um s. Leben zu retten, Ab-