Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mahinud II.

eines franz. Bosschafters, des Generals Guilleminot, das gute Vernehmen derPforte mit Östreich und England , der Fall von Ipsara endlich (3. Juli 1824):Alles erfüllte den Sultan mit stolzen Hoffnungen. Als aber die Etrenge seinesSchwiegersohns und Günstlings, Hussein Pascha, Aza der Ianitscharen, und dieMaßregeln des Großvefiers Ghalib die alte Erbitterung aufs Neue erregten, undunglückliche Nachrichten aus Thessalien, wo der Serastier Derwisch Pascha vonden Hellene» (im Juni 182 t) geschlagen, und aus EpiruS, wo T)mer Vrione derPfone nichts ausrichtete, eintrafen, als die griech. Flotte vor Ipsara und denDardanellen erschien und die Unlernehmung des Kapudan Pascha gegen Samosvereitelte, da brach die Wuth der Ianitscharen in Konstantinopel aufSkNeue aus.Der Haß gegen M. äußerte sich in der gräßlichen Beschuldigung, daß er seinenältesten Prinzen, Abd-ul-Hhanud (geb. den 6. März 1813) für epileptisch aus-gebe und dein öffentliche» Anblick entziehe, um ibn vergiften zu tonne», wenn dieEmpörer versuchen sollten, ihn auf Osman's Thron zu erheben! Um Brand,Mord und Plünderung zu vermeiden, um sich selbst zu retten, sitzte M. (un Aug.182t) den Hussein Pascha lind den Aga des Arsenals ab, verbannte sie und führteden Prinzen mit sich in die Moschee. Endlich mußte er (1 l. Sept.) den Paschavon Silistria , einen Freund der Ianitscharen, an Ghalib's Stelle zum Groß-vesier ernennen. Doch mit der Gefahr wuchs M.'S innere Kraft. Nach und»ach reisten durchgreifende Reformarionsplane in seiner kiefverschlossenen Brust.Mit scharfen Polizeimaßregcln sing er an. Die Aussicht erstreckte sich selbst aufdie christliche Bibel, deren Verbreitung (12. Aug. 1825) im ganzen Reiche strengverboten wurde. Größere Thätigkeit und wichtige Verbesserungen im Arsenal undbei dem Seewesen gaben der Flotte eine Art von Übergewicht über die griechische.Die Wahl des Leraskier (Redschid Pascha) und des Kapudan Paseba (Khosrew)siel glücklicher aus als die frühern. Der Divan gewann durcii glänzende Ausiche-runge» des Vicekenias von Ägvpien wirksame» Beistand in Morea, die Ausglei-chung der russischen Beschwerden aber hielt er von Monat Z» Monat hin. Endlichmußte er, als Kaiser NicolauS diese Angelegenheit rasch zur Entscheidung führte,das von Minziatn übergebene Ultimatum vom 5. April 1826, am 11. Mai an-nehmen. Nun erst wurden die Moldau und Walachei von türk. Truppen geräumt.Hierauf ward die russisch -türkische Frage durch die Convention zu Ackernian am6. T)ct. 1826 erledigt, wodurch M. alle Federungen Rußlands zugestand. In-deß erfolgte die Vollziehung derselben nicht eher als im Mai 1821, worauf derriiss. Gesandte, Hr. von Ribeaupierre, an, 1. und 14. Juni s. AnkritkSaudienzenbei dem Großvesier und bei dem Großsultan hatte. Zu diesem Nachgeben wardMahmud vorzüglich durch die kaum begonnene, gefahrvolle Umbildung s. Heeresbewogen. Er hatte nämlich die längst vorbereitete Auflösung der Ianitscharen,seit dem durch sie verübten Brande in der Vorstadt Galata (3.-5. Jan. 1826),beschlossen. In dieser Absicht erließ er am 29. Mai 1826 einen Kharti-Shcrifüber die Disciplinirung der Ianitscharen und die Reorganisirung des Heeres.Darauf erfolgte zwar am 14. Juni ein allgemeiner Aufstand der Ianitscharen inKonstanrinopel; allein der Ldultan ließ die Fahne des Propheten aufpflanzen undtrieb nach einem harten Kampfe die Aufrührer am 15. zurück. Nun erklärte einFetwa des Mufti, unterstützt von einem Ferman deö Sultan, die Ianitscha-ren (s. d.) für ausgelöst und verflucht. Der Großherr bewies bei dieser Gelegen-heit ebenso viel Muth als Kraft und Festigkeit. Die Bildung des neuen Heeresauf europäische Art ward von ihm mit der größten Thätigkeit betrieben, undeine der gefahrvollsten Reformen scheint diesem Sultan gelungen zu seyn. Nunübergab der Reis-Effendi am 9. Juni 1821 dem russischen und allen fränkischenMinistern in Betreff der griechisch-europäischen Frage eine abschlägige Erklärung.Auch als der am 6. Juli 1821 in London unterzeichnete Pacificationsvertrag