Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
45
JPEG-Download
 

45

Mahoinct Mähren

die russisch-britisch-fran'F'sische bewaffnete Vermittelung des Kampfes zwischen denkrieche» und der Pforte ihm ankündigte, lehnte M. jede Dazwischenkunft derchristlichen Viächte entschieden ab. „Die Pforte, sagte man dem russ. und dem brir.(Gesandten, werde eher untergehen als irgend eine Intervention gestatten". DerVerlust seiner Flotte bei Navarin beugte M.'s 2<?illen nicht. Sem Aorn per-schmähte, a» den Christen in Konstaniiuopel Rache zu nehmen. Die (dlefanttender drei Mächte verließen die Haupttiadt. Zwar schien Großbritannien der Pfortesich wieder zu nähern; aber Rußland , durch die Nichtachtung des Vertrags vonAckerman und durch drohende Maßregel» gereizt, beschloß den Krieg 1828. Indiesem vernichtete die Schlacht bei KuSlewtscba (11. Juni 1829) das neugebildeteHeer. Doch die Rückkehr des brit. und des sranz. Gesandten hielt M.'s Stolzaufrecht, bis der ruff. Oberfeldherr, Graf Diebirsb Sabalkauskoi, am 29. Aug.Atrianopel besetzte. Konstaniinopel stand kein Sieger offen. Da bot NicolauSdurch den preuß. Generallicut. v. d.Aüffling nochmals die Hand zum Frieden. Die-ser ward am 14. Sept. zu'Adrianopel geschloffen. (S. d. Art. Türkei und Grie-chenland , am Schluffe des 12. Bandes.) — M. hat das Vertrauen seinerSllave» verloren. Er ist nur in seinem Lager und unter seinen Leibwächtern sicher.Sein Thron wankt. Nach Walsh's und Macfei lan'S Naelnächten ist M. m sei-nem Familienleben herablassend und milk. Er hat Geist genug, um europäische»Einrichtungen den Vorzug zu geben, um (seit 1828) Turban und Bart zu euro-päisiren, um die Kleidung der türkische» Frauen zu reformiren und ihnen (seit1829) mehr Freiheit im geselligen Lebe» zu gestatten: allein Er ist nicht Feldherr,und seine Unterthanen sind keine Nation. Der Fanatismus ist erloschen, und derDespotismus findet im Unglück nirgends Treue und Aufopferung. ') '20.

Mahomet, s. Mohammed.

M ähren , Markgrafschaft und deutsche Provinz des östr. Staates, grenzt(ohne das östr. Schlesien , welches auf 81 s^M. 393,000 Einw. hat und mitMähiun eine Provinz bildet) gegen N. an die preuß. Grafschaft Glatz und dasöstr. Schlesien, gegen -0. an Ungarn , gegen S. an Niederöstreich und gegen W.an Bohmen. Mähren allein zählt auf-118jDM., 1,515,000 Einw., darunter28,000 Juden und 10,000 Protestanten. Unter vielen Flusse» ist nur die March eine strecke schiffbar. Im O., JA und W. von Gebirgen (Fortsetzungen der Su-deten und der Karpathen) eingeschlossen, ist Mähren nur gegen S. offen. Diehöchsten Gebirgsgegenden, darunter der spieglitzer Schneeberg (-1380 Fuß hoch)nach Glatz hin, sind in dem nördlichen Theile, von wo sich der Boden gegen S.verflacht. Durch das Innere ziehen sich Bergketten von mittlerer Höhe; doch fehltes nicht an schönen Ebenen und Thälern. Das höhere Gebirge ist wenig frucht-bar; dagegen der Boden in der sogen. Hanna (wo die Hannaken wohnen) und inden südl. Gegenden ungemein fruchtbar. Die Viehzucht wird durch fette Wiesenund Weiden begünstigt. Die Fedei Viehzucht, besonders die Gänsezucht, wirdstark getrieben. Die Bienenzucht reicht nicht für den Bedarf zu. Die Fischereiist einträglich. Der Getreidebau ist am ergiebigsten in der Hanna, am March-flussc, um Brunn und in den südöstl. Gegenden des znaimer Kreises. Auch derFlachs-, Obst- und Gartenbau sind nicht unbedeutend. Ferner baut man etwasHanf, Anis, SeiB, Fenchel, Saffior, Krapp und Süßholz. Einige Gegen-den haben ziemlich starken Weinbau, wiewol das Klima denselben nicht sehr begün-stigt. Die ansehnlichen Waldungen sind mehr Laub- als Nadelhölzer. Ehemalsbaute man aufSilber und Gold. Kupfererze sinket man zwar, aber es wird nicht

*) Von io Söhnen starben 9; Abd-ul-Hkamid starb den so. April 1825; der 10.

> Sohn starb 1828; und cS lebt nur noch als einziger Thronerbe der 9., Abd-ulMed-

' ichid, geb. den 22. April 1823. Makmud's Portrait hat Fuhrmann gezeichnet und

> Pros. Krüger gestochen für des Grafen Raczinski „Malerische Reise im OrienG.