Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
46
JPEG-Download
 

46

Mailand

Mährische Bruder

darauf gebaut. Am wichtigsten sind die Eisenbergwerke; auch hat Mahren Schwe-fel, Steinkohlen und Alaun. Die Tuch-, Wollenzeuch- und Leinwandmanu-facruren sind sehr bedeutend. Letztere beschäftigen gegen LOO.OOO Spinner und13,000 Webermeister, die Verfertigung der Wollenzeuche und Tücher mebr als100,000 Menschen auf 10,000 Stuhlen. Auch gibt es Baumwollenfabrikel'.Die Ausfuhr ist großer als die Einfuhr; dazu kommt noch ei» wichtiger Transiro-handel, den die guten Kunststraßcn befördern. Mahren wird fast unumschränktregiert, wiewol lS Landstände hat: Prälaten-, Herren-und Ritlerstand und derStand der königl. Städte. Unter dem Landesgubernium zu Brunn stehen 8 Kreis-ämter: Olmütz, Brunn, Iglau , Znann, Hradisch, Prerau, und 2 des östr.Schlesiens: Troppau > nd Teschen. Olmütz und die Hauptst. Brünn sind Bi-schofssitze. Die Landeseinkünfre schätzt man auf 6 — '.000,000 Gldn. DieEinw. sind theils Slawen: Hannaken (ausgezeichnet durch ihre Gastfreund-schaft), und Slowaken (ausgezeichnet durch ihre Anlage zu den Wissenschaftenund Künsten, durch Witz und Beredtsamleit), theils Deutsche. — Das alteMahren, Germaniens Grenzland Zwischen der Morawa und dem Gran, bewohn-ten die O.uadcn; als diese 10' nur den Vantalen nach Gallien und Spanien zo-gen, besetzten die Sepien, die Ruaicr, die Heruler und (um 518) die Longobar-ten das Land. Zuletzt ward es von einer Eolonie donauischer S lawonen, die vonden Walachen (Bulgaren ) vertrieben wurden und von der Morawa den .NamenMorawer bekamen, aufs Neue bevölkert. Bei dem Verfalle des avarischen Staa-tes konnten sich die mährischen Slawen weiter ausbreiten und ein Königreich errich-ten, welches ii. d. N. von Großmähren weit mehr Länder als das heutige Mäh-ren in sich begriff. Karl der Große überwand die Morawer unk nöthigte ihrenKönig Samoslaw, sich taufen zu lassen; doch wurde erst um 850 EyrillnS(s. d.) der wahre Apostel der Mähren. Ludwig der Fromme legte dem Kenig Me-gomir Tribut auf; Ludwig der Deutsche machte den Konig Radislaw zum Gefan-genen. Arnulf vergrößerte anfangs den mäbrischen Staat, denn er gab dem Aua-toblick (Swjatopulsk) Döhnien und andre Lander, auf der einen Seite bis a» die-Oder, und auf der andern gegen Ungarn bis an den Fluß Gran; als sich aberSwjatopulsk empörte, schlug ihn Arnulf mit Hülfe der Böhmen und Ungarn .So ward das mährische Reich geschwächt, kann unter Swjatobog, Swjatopulsk'SSohne (908), ganz aufgelöst, und nach lind nach ein Raub der Ungarn, Polen und Deutschen. 1056 ei hielt Mähren ungefähr den heutigen Unisang und wurdeböhmisch, was es zum Theil schon zuvor war. 1085 bekam es den Titel einerMarkgrafschaft und wurde seitdem (bis ausMatthias's Zeilen, 1611) von den böh-mischen Königen mehrmals ihren Söhnen und Anverwandten zum Lehn gegeben.

Mährische Brüder, s. Böhmische Bruder und Brüder-gemeinde.

Maifeld, s. März- und Maifeld.

Mailand (Uecliokmum), Herzogthum in Obcritalien, eins der schön-sten, fruchtbarsten und cultivirtesten Länder von Europa , grenzt westl. an Pie-mont und Montferrat, südl. an das Genuesische, cstl. an das Parmclanische,Mantuanische und Denctianische, nördl. an die vier ikal. Dogtcien der Schweiz und an Graubündtcn. Es ist reich äü Getreide, Reis, Wein, Früchten »nd Seide.Der erste Herzog von Mailand war Gian Galeazzo Visconti , welchen Kaiser Wen-zel 1395 dazu ernannte; das Herzogthum bestand aus den blühendsten lomöardi-schen Städten, in welchen die Visconti theils durch Fehden, theils durch Begün-stigung der Bürger und des Kaisers die höchste Macht erhalten hatten. DerMannsstamm der Visconti starb 1447 aus, und wiewol nun Frankreich die näch-sten Ansprüche auf Mailand hatte, so gelang es doch dem Francesco Sforza , demGemahl einer natürlichen Tochter des letzten Visconti (1450), das Land für sich