Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mailand (Stadt) -17

und seine Familie zu erhalten. Seit aber Ludwig Xll. von Frankreich seine Amsprücbe 1 >99 geltend machte, die sein Nachfolger Franz >. noch eifriger verfocht,war Mailand wechselswcise im Besitze der Frauzofen und der Sforza. Franz I. mußte im madrider Frieden (1526) alle iial. Besitzungen aufgeben, und mitFranz >>. Sforza (welcher Mailand vom Kaiser als Reichslehn erhielt) starb 1535der Sforza'sche Mannsstamm aus. Nun gab Karl V . dasselbe seinem SohnePhilipp >1. von Spanien, bei welcher Krone es bis auf den spanischen Erbfolge-krieg (110V) blieb. Durch denselben kam es an Östreich. Zu dem wiener Frie-den (1735) und dem wormser Vertrage (1745) wurden Stücke davon an den Kö-nig von Sardinien überlassen. 1790 bemächtigten sich die Franzosen des Landesund erklärten es im Frieden zu Tampo -Formio 1797 für einen Theil der cisalpini-schen Republik. Obgleich die Ostreicher und Russen 1799 diese Republik vernich-teten, so blieb doch Bonaparte durch die Wckilacbt bei Marengo abermals Gebietervon Italien , änderte 1801 den Namen in italienische Republik und 1805 in ita-lienisches Königreich um, von welchem das Herzogihum Mailand einen wichtigenTheil ausmachte, bis die Ereignisse 1814 dasselbe auslösten. Östreich vereinigteMailand und Mantua mit deni lombarkifch-venciianifchcn Königreiche, dessenwestl. Theil, das lombard. Gubernium, 2,200,000 Einw. auf 402 (IM. ent-hält. 'Auch Sardinien erhielt in dem pariser Frieden 1814 seinen Ambeil am ehe-mal. Herzogth. Mailand (116 UM-' 600,000 Einw.)zurück. S. Hasse, „(Ge-schichte der Lombardei" (Dresden 1826 fg., 4 Bdchn.).

Mailand , Hauptstadt des lombardischeu Gouvernements, eine der reich-sten, prächtigsten und volkreichsten Städte in Oberiialien (mit 5517H., 129,000Einw.), hat trotz aller durch Zeit, Kriege und andre ftintliche Schicksale erlitte-nen Unfälle einen grollen Theil ihres alten Glanzes gerettet. Bon den Denkmä-lern ihres'Alterthums hat sich jedoch nur ein Rest von Thermen erhalten, die manI<- uoloniio >I> 8. I.o>on/c> nennt. Desto reicher ist M. an Monumenten neuererZeit, unter welchen der berühmte Dom nach St.-Peter in Rom die größte Kirchein Italien ist. Ganz aus weißem Marmor gebaut, gewährt er von Innen undAußen einen unbeschreiblichen Eindruck. Die ältesten Meister, welche an demsel-ben seit 1386 arbeiteten, führten ihn im spätern gothischen Style auf; um dieMitte des 16. Jahrh, aber baute Pellegrino Tibaldi die Vorderseite mehr im anti-ken Geschmacke aus und zerstörte auf diese Seife die Einheit und Eigenthümlich-keit des Ganzen. Napoleon ließ mit großen Kosten das halbsei tige Gebäude fastbis zu seiner Vollendung fortführen. Der Kaiser Franz bestimmte 1819 zumAusbau monatlich 12,000 Lire. Wenn von Außen der Glanz des Marmors, d.egothischen Verzierungen und die Fülle von Statuen (4000) den Beschauer über-raschen, so wirk er im Innern des Doms, der sich auf 52 Säulenpfeiler siützt,von dem ehrwürdigen Helldunkel der heiligen Räume lebendig ergriffen. S. Fron-chetti's „Gerci irione glorieu clel rluorno cli älilsno" (mit Kpf.) und Rupp's undBramatl's „Ooscrir. 5lorico-oiit>eu ilel Om-ino >ft- äl>li!»c>" (Mail. 1823, mitK., 4.). Eine der ältesten Kirchen Mailands , S.-Ambrosio, in deren Inne-res einige Stufen hinabführen, ist ihrer Alterthümer wegen merkwürdig, aberfinster und unansehnlich. Von den übrigen zum Theil prächtigen Kirchen erwäh-nen wir noch das ehemalige Dominicanerkloster Madonna delle Grazie, in dessenRefectorüim sich das berühmte, jetzt leider halb vernichtete Frescogemälde des L.da Vinci befindet, das Abendmahl Christi. Das ehemalige IesuitencollegiumBrera, ein prächtiges Gebäude, enthält mehre Stiftungen für Künste und Wis-senschaften, namentlich eine schone Gemäldegalerie, eine Bibliothek und eineSternwarte. Die Galerie ist reich an Werken lombardischcr und bologneserMei-ster; die Bibliothek besitzt manche Seltenheit, unter andern den Haller'schen Bü-