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Siebenter Band. M bis N.
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Mailüth Maimon (Moses Ben)

chernachlaß. Die ambrosianische Bibliothek (gestiftet von dem Cardinal Borro-meo, 1595 Bischof zu Mailand , gest. 1631) besitzt einen Schatz von Handschrif-ten (wornnter die Manuscripte des Leon. da Vinci), Gemälden, Zeichnungen(u. a. den Carton der Schule von Athen von Rafacl), Antiken und GvpSabgüs-sen. Aus jenen Handschriften machte der Abbaie Angelo Viajo, der an derselbenbis 1819 angestellt war, einige Palimpsesten (s. d.) bekannt. Das in Mai-land 1801 errichtete geograph. -militairische Institut hat einen Atlas des adriati-schen Meeres und andre Charten herausgegeben. Unter den WoblthätigkeitSan-stalien behauptet das große Hospital den ersten Rang, durch seine Bauart, Großeund die Pflege, die den Kranken (4000) zu Theil wird. Das Lazaretts, einungeheures, viereckiges Gebäude, früher in Pestzeiten gebraucht, hat jetzt eineandre Bestimmung. Nächst dem Theater S.-Carlo in Neapel ist das mailändi-sche della Scala eins der größten in Italien und vielleicht in Europa . Es wurde1178 von Piermarini erbaut und zeichnet sich vor allen andern durch Bequemlich-keit aus. Die Hpern und Ballette daselbst dürften in Italien an Glanz und Voll-kommenheit der Darstellung nicht übertroffen werden. Außerdem bestehe» nochdie Theater Re, Canobiana, Carcano u. m. a. M. besitzt eine große Anzahlvon Palästen und andern ansehnlichen Gebäuden, die iLtraße» indeß sind meistensnicht sehr breit und gerade. Ein Triumphbogen des franz. Heeres win de 1829als Friedensbogen vollendet und dem Kaiser geweiht. Außer dem schönen ssdiso(Porta orientale), gewähren die öffentlichen Gärten einen herrlichen iLpaziergang;doch sind sie lange nicht so besucht wie der Corso, auf welchem jeden Abend dievornehme Welt zu Fuk lind zu Pferde, größtenihcils in den prächtigsten Equipa-gen, sich auf- und obbcwegt. Bedeutend ist der Handel mit Getreide, Reis,Seide und Käse; nicht minder wichtig die Zahl und Güte der Fabriken und Ma-nufacturen. Künste und Wissenschaften finden eifrige Verehrung, und in denneuesten Zeiten hat sich die niailändische Kupserstecherschule rühmlichst ausgezeich-net. Die Umgebungen der Stadt sind sehr fruchtbar; den fehlenden Fluß ersetzenzwei schiffbare Canäle, die mit dem Teffino und der Adda in Verbindung stehen;den Horizont gegen N. begrenzen die Alpen der Schweiz . I — , .

Mailäth (Johann Nepomuk), Sohn des verst. Ministers und Bruderdes Hofkammerpräsidenten, Grafen Joseph M., eines der ersten StaatsmännerUngarns , der berühmteste unter den neuern Sängern der Magyaren, wird auchin deutscher Sprache als Dichter geschätzt. Er hat die Nationalsage und die Volks-märchen der Magyaren in die Literatur eingeführt. In seinen „Magyarischen Sa-gen und Märchen" (Brunn 1825) erkennt man deutlich die Spuren der orientali-schen Abkunft seines Volkes. Bei Cotta erschienen 1825 seine Übersetzungen ma-gyarischer Gedichte, eine Sammlung der vorzüglichsten kleinen Lieder, Roman-zen, Fabeln und Epigramme seiner Landsleute, seit dem Anfange des vorigenJahrh., zusammen von 22 Dichtern und 2 Dichterinnen. 1825 gab er zu Wien Gedichte heraus, größtentheils lyrischen Inhalts. Von s. „Geschichte der Ma-gyaren" erschien (Wien 1829) der 5. Thl.

Maimon (MosesBen), oder MaimonideS , einer der berühmtesten jüdischenGelehrten, geb. zu Cordova in Spanien 1139. Mit dem Unterricht der AraberThophail und Averroi s in der Medicin und Philosophie verband er das StudiumderWerke der alten Philosophen, besonders des Aristoteles, ward aber dadurch sei-nen Glaubensgenossen so verdächtig, daß er, um ihren Verfolgungen zu entgehen,sich nach Ägypten begab, wo er anfangs als Juwelier lebte, bald aber Leibarzt desSultans Saladin wurde, unter dessen Schuh er eine sehr besuchte Lehranstalt zuAlexandrien stiftete. Neider und Verfolger nöthigten ihn, auch Alexandrien zu ver-lassen. Im Herumziehen verstrich ihm der übrige Theil seines Lebens, welches er