Maiiischifffahrt und -Handel 51
teten. Nach der abermaligen Abtretung Wurzburgs an die Krone Baiern schiender treffliche Plan in Vergessenheit gerathen zu sein. — Daß jetzt BaiernS Han-delsschiffsahrt auf dein Main sich emporgehoben hat, ist mehr Folge eines ausge-dehnten Flußgebiets, der Mauihanstalten und der schwächere, Concurrenz der ohntihin durch die nothwendige Uniladung zu Manheim unterbrochenen Neckarhankels-schifffahrt (s. .0!eckarschiffsahrt und -Handel), als eines wohlberechnetenSckiffsahrtssustems für den bairische» Antheil am Mainsironie. — Beständen inFrankfurt nicht beträchtliche Umschlagskosien und ei» besonders zur Meßzeit für dieSpeditionswaaren starker Zoll, ä- würde diese große Handelsstadt wol vor allenandern Häfen die gawe Ma-isspediiio» beherrschen können. Auf dem wiener Con-gresse wurde, als Grundlage für e,n genreinschaftliches Schiffsahrtsreglement, dieiLchifffahrtSfreibeit, sowie sie auf dem Rheine bestehen soll, die Aufhebung einesjeden Stapels, Verminderung der Zolle, Unterlassung jeder neue» SchifffahrtS-aufiage, gute Unterhaltung der Leinpfade und Gleichheit der Schifffahrtörechteauf dem Rhein , für alle Bewohner der Mainufersiaaten festgesetzt. Die bairischeRegierung veranlaßte daher 1819 einen Zusamnienti rt der Comritissaire derMainufei stallten zu Mainz , um eine Mainfchisifahrkskonvention, zu welcher sieein zweckmäßiges Projekt hatte vorbereiten lassen, zu Stande zu bringen. Alleindie Confeienzen hatte» kein Rksultat, weil die badssche Regierung jede Theilnah-me an denselben vor 'Abschluß eines Rheinschifffahrrsreglemenks verweigerte.Möge die jetzt in Mainz eröffnete Comnussion die große Zahl der Zollstätten undder ebenso starken als willkürlichen mannigfaltigen VerzollungSarte» beschränken.Daier» hat bereits den Mainzoll bedeutend ermäßigt und alle Zollstarionen bisauf die von Detlingen aufgehoben. Dagegen bestehen Badens zwei Zvllstatio-nen Werthhe>m und Freudenberg noch fort, obwol sie zum Besten der Han-delsschifffahrt leicht vereinigt werden könnten. Der Mangel eines gemeinschaftli-chen SchifffahrtSreglementS wirkt indeß aus dem obern Manie nicht minder nach-theilig auf den badiscben Speditionsplatz Wcrtbheim; denn Baiern konnte durchsein Mauth - und Zollgesetz vom 22. Juli 1819 den werihheimer Transit er-schweren und seinen Spediteurs Vortheile zugestehen, daher es selbst aus diewerthheimer Schiffe ohne Ladung einen Durchgangszoll legte. Indirect werdenüberdies auch zu Mainz die bairischen Mainscbiffcr vor andern begünstigt. —Der Mainstrom ist bei einer guten SchifffahrtSeinrichtung geeignet, alle Gütervon und nach Holland, für Sachsen, Baiern und einen Theil Italiens , diekaiserl. östr. Staaten, sowie die böhmischen Produkte für Frankreich und dieSchweiz zu liefern. Über Ochseniurt, als Haupkspcditionsplatz können dieselbenvon Basel oder Strasburg in geradester Linie nach Leipzig spedirt werten. DerAktivhandel auf der Mainwasserstraße kann sich mit Ausfuhr von Weinen, Essig,Vieh, Getreide, Holz, Wolle, Flachs, Leinwand, Pottasche, gedörrtem Obste n.s. w.beschäftigen. Mit Brennholz wird ein sehr starker Handel nach Frankfurt undMainz betrieben. In dein Hafen zu Mainz , dem Tentralpunkte der Rheinschiff-fahrt, waren an Maingütern angekommen 1820: 349,042Ctr.; 1821: 205,517Ctr„ und 1822: 179,493 Ctr. Abgegangen waren von da nach den Mainhäfen1820: 433,850 §tr., 1821 : 394,731 Ctr., und 1822: 387,169 Tkr. WelcheGröße würde diese Handelsschifffahrt erlangen, wenn der schon von Karl d. Gr.793 gefaßte und neuerdings auf dem bairischen Reichstage angeregte Plan einerVerbindung des MainS mit der Donau zu Stande käme? Bereits hat die bairi-sche Commission im Oct. 1829 durch Nivellement den Anfangspunkt des Canals,der die Rednitz mit der Altmühl verbinden soll, in Bamberg bestimmt. — Auch dieHolzflößung wird von dem Main sehr stark, aber minder mit großen nach Holland be-stimmten Flößen als mit kleinen betrieben, deren Hölzer ihren Markt zu Kassel ,Mainz gegenüber, haben, oder zwischen Mainz und Koblenz verkauft werden. Den