Band 
Siebenter Band. M bis N.
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68 Maleuchi Malcl'ranchc

besmdlichen OsitreidemagazinS ll. s. w. oblagen. Er wurde darauf Kriegs - undDomamenraib bei der Halberstadt-Hilt-sheimische» Kaninicr. e^eine merkwür-digile Laufbahn begann mit der Errichtung des Königreichs Westfalen. 18t>8 er-hielt c> die Stelle eines Staatsraths, wo er sich vorzüglich mit dem Finanzfachebeschäftigte. Dann trug er als Generaldireckor der Steuer», Gcneralliguidaior derStaatsschuld und Genei aldn ector der ?lmo> üsationscasse, obgleich er die beiden letz-tem Stellen bald wieder abgab, zur Begründung des Finanzsystems des neuenStaats thätig bei. Während dieser Zeit ward er nach Berlin , wegen Theilung dervorbehaltencn Staatsgüter, nach Hanover, zur Einrichtung der neuen Verwaltungbei dem Ausall des Landes an Westfalen, nach Paris , um Streitigkeiten überSiaarsaüter auszugleichen, und endlich 1813 an Napoleon gesendet, von welchemer d>e Milderung einiger harken Maßregeln gegen das Königreich erlangte. Indems. I. ward er Minister des Innern und Mas von Marienrode. Die Angriffegegen seine Verwaltung und s. Persönlichkeit, welche er »ach der Auflösung des Kö-nigreichs erfuhr, suchte ev durch die bis jetzt unwiderlegt gebliebene Schrift: „Überdie Verwaltung des Königreichs Westfalen " (Slutkgark 181-1) abzuweisen. Erlebte bierauf u> Heidelberg den Wissenschaften, bis er 1811 vom König von Wür-rembera zum Chef des Finanzfaches ernannt wart; als er aber nach einem Jahreentlassen wurde, kehrte er nach Heidelberg zurück. 182t) gab er keine für StaakS-wirrhsch.,ft wichtige „Darstellung des Organismus der innern Staatsverwaltungn. s. w." (Heidelb.) und 1826 „Statistik und Staatenkunde" (Tübingen ) heraus.Umständlichere, von ihm selbst herrührende Nachrichten über s. Lebeiisverhälrnijsefindet man im 5. Hefte der „Zeitgenossen".

Malcachi oder M a l a ch i a S, der letzte von den kleinen Prophetender Hebräer. Nach einer Überlieferung war er aus dem Geschlechte Zabulon, geb.zu Sopba nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft, und starbsehr jung. Wahrscheinlich lebte er gleichzeitig mit Nehemias . Seine Prophe-zeihung besteht in Vorwürfen gegen die Juden wegen ihrer Undankbarkeit, womit siedie besondere Gunst Gottes erwiderten; wegen ikrer Nachlässigkeit, womit sie denDienst im Tempel verrichteten; und wegen der Ehen, welche sie, dem Gesetze zu-wider. mit fremden Weibern schlössen. Auch entbält sie Drohungen des göttlichenGerichts gegen die Unbußfertigen und eine Dorherverkündigung der Ankunft desMessias und seines Vorgängers, Johannes des Täufers, unter dem Namen Elijah.Sein Ausdruck verrath das Sinken der hebr. Poesie seit der babylonischen Gefan-genschaft.

Malebranche (Nicole), der tiefste Metaphvsiker der Franzosen , geb.1638 zu Paris , wo s. Vater königl. Secretair und Vorstand der kön> Rechnungs-kammer war. Sein kränklicher, mißgestalteter Körper wurde die Ursache seiner Men-schenscheu und Liebe zur Einsamkeit. Im 22. I.s. Alters begab er sich in die Eongre-gation des Oratoriums, wo er sich ganz dem Studium der biblischen Geschichte undderKuchenväter widmete. Die Schrift des Descartes: „U>- bon-ine", welche ihmdurch einen Zufall in die Hände gerieth, erweckte wegen der Klarheit ihrer Schreib-art und wegen der Neuheit und scheinbaren Gründlichkeit des Vertrags in ihm dieentschiedenste Neigung zur Philosophie. Er wandte mehre Jahre auf das Studiumder Cartesianischen Grundsätze und stellte endlich sein berühmtes Werk „U<> lal eclierclie <Io v cri tü" (von Erforschung der Wahrheit) ans Licht, welches durchs. tiefsinnige Originalität und die Eleganz der philosophischen Darstellung großesAufsehen erregte, ihm aber auch manchen Gegner verschaffte, unter welchen An-toine Arnauld („Oe; vraie; et ckes langes iclüe.-;", Köln 1683) war. Der Zweckdieses Wrkes war, die allgemeinen Ursachen der Irrthümer, denen die menschlicheErkenntniß unterworfen ist, psychologisch zu untersuchen, aber auch zugleich zubestimmen, was in derselben Wahrheit sei, worauf sich diese zuletzt gründe und auf