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Malerei (Theorie der)
welchem Wege siezu erforschen sei. Es ist ei» ehrwürdiges Denkmal eines tiefen,ruhigen, durchschauenden Geistes und enthält eine große Mannigfaltigkeit anzie.hender psychologischer Beobachtungen und Winke. Das Princip seiner Vernunft-kenntniß, welche er mit der Offenbarung zu verbinden suchte, war der Satz: ,,Wirerkennen alle Dinge in Gott". Gott betrachtet er als den Realgrund alles Semsund Denkens, der alle Dinge auf intelligible Weise in sich schließt, und als dieGrundursache aller Veränderungen der Körper und Seelen, wobei sich diese nurpassiv verhalten. Überhaupt neigte sich seine Lehre zu einem mystischen Idealis-mus hin. Daß seine moralische Theorie noch nicht ganz geläutert war, sieb: mandaraus, daß er die Furcht vor der Hölle für einen ebenso guten Beweggrund zurTugend erklärte als den Wunsch nach Glückseligkeit. Die erste Ausgabe erschien zuParis 167-, 12.; ebend. 1400, 3Bde., 12.; 1412, 2 Bde., 1., ü. 4 Bde., 12.;lat. (von Lenfant): Gent 1453, 2Dde., 4.; deutsch : Altenb. 1446—86. 4 Bde.,mit Anni. Außerdem schrieb er: ,,'In>ii<- >Ie I.-, „siure ui ein In x>räoe" (Rv'.rerd.1680); „Ir-uiä >Io „lenale" (ebcndas. 1684, 12, u. s. w.); „Ooue,,»" (Paris 1412, 11 Bde., 12.). M. war ein Plann von dem edelsten Charakter und voncincr fast überspannten Frömmigkeit. Nachdem er 1819 Ehrenmitglied der Akad.der Wiffensch. geworden war, starb er 1415 zu Paris in s. 44. Iakre. i—,e.
Malerei oder M a l e r k u n st, diejenige schöne und zwar bild t deKunst,welche das schöne in sichtbaren Gestalte» mittelst der Farben auf Flächen barst» llt;ei» Kunstwerk dieser Art heißt Gemälde (s. d.). Als schöne Kunst hat sie denZweck, etwas Vollendetes für die Anschauung hervorzubringen. (S. Kunst.) Siesetzt alsoGcnie voraus, welches durch entsprechende Vcrsinnlichung der Ideen dasVollendete bei vorbringt. Ist aber das innere Bilden nach Ideen Dichten, somuß jeder Maler in gewissem Sinne Dichter sein, d. h. er muß das Vollendetevorher in seiner Einbildungskraft erschaffen haben, was er durch seine Kunst äußer-lich darstellen will, und das Dargestellte muß das innere Wesen, den lebendigenCharakter der Dinge (kurz das Idealische) ernst oder scherzend ausdrücken. Planspricht daher von poetischen und unpoetischen Gemälden, und unterscheidet die poe-tische (oder ästhetische) Erfindung und Anordnung (oder die Compositio») von dereigentlich malerischen oder technischen Composikion und Anordnung. Selbst beiden eigentlichen Copien der Natur sollte nicht der einzelne Gegenstand, als solcher,dargestellt oder der Natur lediglich nachgeahmt werden; selbst das Portrait solltenur den Geist, den eigenthümlichen Charakter in eigenthümlich ausgeprägter Formdarstellen. Indessen hak die technische Fertigkeit in Behandlung eines Stoffes,namentlich die Behandlung der Farben, für die Meisten einen so blendenden Reiz,daß über diesem technischen Werthe der innere oder ästhetische, welcher sich auf dasPoetische des Gegenstandes bezieht, ganz vergessen wird, und man oft den Werthdes Gemäldes nach seiner unmittelbaren Beziehung auf einzelne, wirkliche Gegen-stände der Natur, deren Formen der Künstler sich bedient, nicht nach seiner BeZiehung auf die durch dieselben darzustellenden Ideen bestimmt. Daher gibt esauch eine technische und eine ästhetische Theorie dieser Kunst. I. Grundzuge derästhetischen Theorie. Als bildende Kunst stellt die Malerei das Schöne insichtbaren Gestalten ruhend dar. Der Künstler soll also etwas Vollendetes für dieäußere Anschauung des Auges hervorbringen, ist aber im Verhältniß zu dem Dichtcr dadurch beschränkt, daß er das Sichtbare in einem bestimmten Raume undzwar ko darstellt, wie ein Augenblick es zeigt ((Moment), Manches daher, weil! er diesen Augenblick festhalte» muß, nicht darstellen kann und darf, was die ml Bildern wechselnde Darstellung des Dichters wol aufnehmen kann, z. B. dasf Schrecklichste, das Schneltbcweglichste, die kühnsten Contraste. Dagegen ist die-i Malerei als bildende Kunst der Dichtkunst darin überlegen, daß sie die gleichzeitiggen Gegenstände und Eigenschaften mit erschöpfender Kraft, Treue, Bestimmt-