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Malerei (Eintheilungen der)
der Flücht darstellen, daß sie dieselben nach ihren perspektivischen Umrissen auf derFlüche zeichnet; ihr liegt also die Zcichnenkunst (s.d.) gleichsam zum Grunde,und ein Grundbestandtheil jedes Gemäldes ist die Zeichnung. Die Malerei unter-terscheidel sich von der Zcichnenkunst nur dadurch, daß sie die Gegenstände mit ihreneigenthümlichen Farben darstellt, mithin durch das Colont oder die Farbenge-bung (s. d.) und die höhere Bollkommenheit des Helldunkels; sie ist eine Zeich-nung durch Farben, und man darf daher die Farbe in einem Gemälde nicht als et-was erst Hinzukommendes ansehen (hierdurch unterscheidet es sich auch von illuminir-ten Zeichnungen oder Kupferstichen), sondern die Zeichnung wird durch das We-sen der Farbe modisieirt. Die Zeichnung wird in der Malerei zu einem vollkom-men belebten Ganzen, sie bestimmt den Charakter der Formen und gibt ihnen Be-stimmtheit, die Farbe gibt ihnen Leben und Seele; denn Licht und Farbe sind jaselbst etwas Geistiges und Ätherisches. Sie verhalten sich also wie Objectivesund Subjeciives. Das Coloril hat, wie die Stimmung, aus welcher die Dar-stellung hervorgeht und nach der herrschenden Idee, euie Hauptfarbe oder einenGrundton, welcher die Harmonie des Ganzen bewirkt und die niannigsaltigeii Lo-calfarben verbindet. Zeichnung und Colont aber müssen Eins und harmonischsein, dahingegen, wo die Zeichnung vorherrscht, der Skrl hart und streng, wo dasColorit zu stark hervortritt, der Styl weich und unbestimmt wird. Beide Erfo-dernissc sind einem Gemälde und dem Maler gleich nothwendig, und es ist irrig,wenn man oft das Wesen der Malerei lediglich in die Zeichnung gesetzt hat: wenn-gleich das Eolorit und derColorist ohne Zeichnung nichts ist, indem die Zeichnungdoch abgesondert von dem Colorit noch besteht, und wenngleich viele große Mei-ster bald in diesem, bald in jenem Elemente der Malerei vollendet waren, z. B.Titian und die veneiianische Schule im Colorit. In der abgesonderten Zeichnungferner herrscht die Grundfläche vor, welche in dem Gemälde vollkommen bedecktist. Dieses aber kann, gleich der Zeichnung, mittelst ihrer perspektivischen Dar-stellung, das Entfernteste wie das Nächste m ihre durch Hintergrund und äußereAbschließnng begrenzte Schilderung aufnehmen. Die Malerei übertrifft daherin Hinsicht des Umfanges ihrer Gegenstände die Baukunst wie die Skulptur(oder Plastik im innern Sinn), indem sie nicht nur die Gegenstände dieser Künsteebenfalls in ihre Darstellung aufnehme» kann, sondern auch Gegenstände darzu-stellen vermag, welche keine andre bildende Kunst darzustellen im Stande ist: Ge-genstände namentlich, welche nur durch Farbe» oder Perspektive darstellbar sind.Hierdurch aber ist die Malerei insbesondere von der Plastik verschieden, daß in die-ser das Raninerfüllcnde, die Masse und die reine Form vorher, sehend sind, wes-halb sie auch nur das Feste, Unbeweglichere darzustellen vermag und das Nackteliebt, i» jener die Masse nur angedenket wird, der scelenvolle Ausdruck der Formdagegen, das Phantastische und das Freie, Leichkbewegliche und Schwebende leich-ter darstellbar ist, weil sie die Bewegung nicht so materiell als die Plastik fipirt.Das Hauptgesetz der Malerei kennte demnach heißen: der Maler stelle Ideendurch sichtbare Bilder anschaulich dar, welche durch Farbe Reiz und Bedeutungerhalten; und malerisch (pittoresk) ist, was namentlich durch Farbenreiz undFarbendarstellung in der Anschauung gefällt. Was nicht durch Farbe gefällt,oder durch dieselbe sogar mißfällt, z. B. Geißelungen, der Tod, sollte daher auchnicht dargestellt werden. II. Ein theiln »gen der Malerei. Nach Ver-schiedenheit der sichtbaren Gegenstände hat man: Menschendarstellungen, Thier-stücke und Darstellungen der leblosen Natur. Erster» pflegt man gewöhnlichden Namen der historischen Gemälde beizulegen, wenn auch ihr Stoff nicht ausder Geschichte entlehnt ist, und mau rechnet dahin sowol allegorische und mvtholo-gische als eigentlich geschichtliche (historische, s. d.) Darstellungen, ja selbstSchlachtenstücke, Conversativnsstücke, Charakterbilder und Portraits. Die H i-