Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Malerei (Technische Arten —Geschichte der Malerei)

tung en entweder in Ruhe, oder gleichsam handelnd (durch Zusammenstellung meh-rer Thiere oder in Begleitung des Menschen) mit brechender Treue und maleri»scher Mannigfaltigkeit darstellt; der Fabel zu vergleichen, welche den Thiercharak»ter dem menschlichen analog darstellt. — Andre Eintheilungen beziehen sich aufdas Äußere dieser Kunst. In eigentlich technischer Beziehung, nämlich in Hin«ficht auf das Material und die äußere Behandlungsart, unterscheidet man en-kauffische oder eingebrannte Malerei (auch Enkaustik), die, wie sie bei den Altenüblich war, nicht mehr bekannt ist, obwoldie neuere Wachsmalerei oder Enkau-stik (s. d.) ihr nahe kommt, ferner die ihr verwandte Email- oder Schmelzmalereinebst Glas- und Porzellanmalerei, Mosaik oder mustvische Malerei (mustvischeKunst, mustvische Arbeit) verschiedener Art, nebst der Malerei durch Sticken,Weben und Stricken, In Beziehung auf das Farbenmaterial ist sie Wasserma-lerei (wozu die FreScomal erei ss. d.^, die Gouachemalerei im engern Sinne unddie Miniaturmalerei gehören); Pastellmalerei und Ölmalerei. Ferner in Be-ziehung aus Flächen, worauf die Farben aufgetragen werden, ist ste Tapeten- oderWandmalerei, Glas - und Porzellanmalerei ,c.; in Beziehung aus den Ort unddie Bestimmung der Gemälde, Decken - oder Plafondmalerei, ferner Stubenmale«reite. I». Die Geschichte der Malerei zerfällt, nach den vorherrschen-den und wichtigsten Erscheinungen der Kunst, in die der alten (antiken), und dieder neuern oder christlichen Kunst. Denn von einer orientalischen Malerei vorder Zeit der griechischen und römischen Kunst, und von den Malereien nichtchristli»cher Völker in der neuern Zeit ist nicht viel zu sagen. Die Malerei der frühernVölker erscheint nur als eine Vorbereitung auf die Kunst der Griechen. WahreKunst, sagt ein Kenner, kann nur den idealisirenden Völkern griechischer Abstam-mung zugeeignet werden; jenseits dieser Grenze finden wir nurFarbenspiele zu Be-lebung größerer Massen oder als Ergänzungen der Bilderschrift, immer aber aufeinen stumpfen, nur für das Grelle und Schreiende offenen Sinn berechnet undden Federungen des Herkommens und des Cultus unterworfen. Aber die Male-rei fangt erst da an, wo die Farbe selbst Zeichnung wird, und mit ihr steh die Be.deutung selbständiger Formen verbindet. Nur in den Ländern, wo eine Buchsta-benschrift bestand, konnte die Malerei sich zur Freiheit der Kunst erhebe». DieBilderschrift aber ging durch Verkürzung und Verallgemeinerung der Zeichen zurHieroglyphe, von dieser zur Buchstabenschrift über; und wo sie ihrer ursprüngli-chen Bestimmung als Mittlerin der Sprache treu blieb, mußte sie über dem Be-streben nach dem möglichst bedeutsamen Ausdrucke der Schönheit der Form entsa-gen, So bei den Völkern, die, schon früh im Besitz eines leicht zu behandelndenPapierstoffs, die Kunst nur aus Bedürfniß Mehr oder weniger als eine symbolischeSprache übten, oder sich wenigstens nie zur Freiheit der Darstellung erhoben. InÄgypten und Mexico scheint die Malerei nur auf das Bedüisniß noihdürfligerVerständlichkeit berechnet worden zu sein. Der ungebildete Sinn der Hindus fandsich durch den bunten Glanz seiner einheimischen Farben leicht für den Mangel anReinbeit und Richtigkeit der Zeichnungen entschädigt. Auch bei den Persern wardie Malerei unstreitig, was sie noch jetzt unter ihnen ist, ein regelloses Farben-gemisch, abenteuerliche Bilder ohne Zeichnung und Haltung. Bei den Ägyptern,welche namentlich auf die Bildung der Griechen wirkten, wurde insbesondere dieMalerei durch religiöse Bedürfnisse veranlaßt und bedingt, und stand zur Skulpturund Architektonik immer in einem zwar engen, aber untergeordneten Verhältnisse,beide auf Dauer sowol al« allgemeine Bedeutsamkeit berechnet. Man findetägyptische Malereien aus der ältesten Zeit an Tempelwänden und in Begräbnifikam-mern, auf griech. Reliefs, auf Mumiendecken und Mumienßärgen, und auf Pa-pyrusrolten, Die erster» (hieroglyphische oder historische Schilderten) sind be-malte Bildhauereien, in vertieften, mit Farben oder Metallen ausgelegten Umris-