Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Malerfarben 7?

rei jene bei ihrer Ausbreitung. Aber Vieles mußte die Kunst unter der Herrschaftbarbarischer Nationen leiden. Doch hörte sie nie ganz auf. Die Päpste und Bi-schöfe beförderten sie sehr. Vorzüglich wurden Gemälde religiöser Art im Occidentegeschätzt, und viele Legenden von ihrem übernatürlichen Ursprünge damit in Verbin-dung gebracht. Von 126 an aber erhoben sich im Oriente die Bilderstürmer(s. d.), und viele griech. Künstler wanderten nach Italien . Hier wurde die Kunstvorzüglich bewahrt, jedoch wurden seit dem 9. Jahrh, die Maler seltener. Im 13.Jahrh, aber beginnt in Italien eine neue Kunst, die man, da sie in einem gleich-sam abgeschlossenen Zeitraum als dessen Repräsentanten Michel Angelo, Correg-gio, Rafael, Titian angesehen werden können) einen eigenthümlichen Charakter ent-wickelte, im Gegensatze der Malerei der übrigen Nationen, die ital. Malerei oderSchule nennt. Ihr Streben war, die Schönheit in den edelsten Formen zu offen-baren und das Ideal der Antike auf die Malerei überzutragen. (S. Italieni-sche Kunst.) Einen andern Zweig der byzantinischen Kunst bildete, neben der alt-ikalien., die niederrheinische oder allkölnische Malerschule, die vorn An-fange des 14. Jahrh, bis Ende de« 15. reicht; ihre Werke tragen noch ganz dastraditionelle Gepräge der Byzantiner, welches die Gebrüder Evck durch ihre natur-nachahmende und portraitirende Weise aufhoben. Dieses Princip entwickelte sichdurch Hemmling, Meckenem, Mich. Wohlgemurh, Martin Schön u. dieMakerdes16. Jahrh., Lucas von Leyden , Alb.Dürer, Schoreel, Malusse, Bern.v. Orley ic.

— Einige behaupten, es gebe nur 2 (von einander wesentlich verschiedene) schulen,die italien . und die niederländ.; die deutschen, franz. und engl. Künstler aber gehör-ten, durch den Charakter ihrerWerke, bald dieser, bald jener an. Das Eigenthüm-liche der niederländ. Schule, welche sich in dir stamändische und holländische theilt,ist Naturwahrheit und Lebendigkeit des ColoritS, Harmonie der Farben (s. Nie-derländische Schule), und hierin entwickelte sie sich früher als die Deut-sche Malerei (s. d.). — Der eigentliche Schöpfer der neuern Landschaft-malerei ist Giorgione , geb. 1411, noch vor den Flamländer Math. Brist, denman gewöhnlich dafür hält, der aber 10 I. später Landschaften malte. (Lt. De-perthcS'S „Ili>tc>ire stel-irt cle -ngc, «lepnix Ig reii.nixs.inl e el<5 beaux nrlxj»5<iu'.i» XV zieele", Paris 1822, und dess. Vers. „'I'Iienrie <I» pnr-n^,'".)

— Die neuern Bestrebungen der genannten europäischen Nationen bilden kein so

zusammenhängendes Ganzes, wie wir in den Kunstwerken der Griechen sinken. Inder neuesten Zeit war die Malerei mehr zur Stubenverzierunz herabgesunken, dieLandschaft und das Portrait herrschten vor, und Kupferstiche vervielfältigten dieWerke früherer Schöpfungskraft. Durch die Ausbildung junger deutscher Künst-ler in Rom seit dem 2. Iahrzehend dieses Jahrh, und durch die entgegenkommendeUnterstützung der Malerei durch mehre kunstlicbende Fürsten und Kunstvereinescheint diese Kunst einen neuen Schwung unter den Deutschen und Franzosen em-pfangen zu haben. In der Theorie der Malerei ist der technische Theil, d. i. dieLehre von der Zeichnung, von der Perspective, den Farben ic., mehr als der ästhe-tische, dessen Grundzüge wir im Obigen angedeutet haben, ausgebildet worden.Beitrage zu dem Letztem findet man in Cennini'S , Leonardo da Dinci's u. Mengs'SWerken. Auch haben Algarotti , de PileS, Watelet, Du BoS, Richardson, Rey-nolds, Dan. Webb, Hagedorn, Lejsing (in s. „Laokoon"), Wmckelmann, Füßli ,Fioristo, Falk (in s. „Kiemen Abhandlungen, die Poesie und Kunst betreffend",Weimar 1803), Fernow, Gökhe (in s. „Propyläen", und besonder« in s. „Win-ckelmann und dessen Jahrh.", Tüb. 1805) Manches hierin vorgearbeitet. Bekanntsind Vasari , Dcscamps („Vier ckex peintre 5 1 lo»i»»cls, el I10II.1N-

ckni-i ein.", Paris 1153, 5 Bde. mit 150 Portr.), Lanzi (s. d.), insbesondere C.F. v. Rumohr's „Italienische Forschungen" (Berl. 1821, 2 Thle.). D

Malerfarben sind theils Naturprodukte, theils Kunsterzeugnisse. Haupt-