78 Malergold Malesherbes
sächlich liefert sie bas Mineralreich (Mineralfarben), und wenn sie ihr Colorit denThieren oder Pflanzen verdanken, so ist dieses doch immer an etwas Minerali-sches (eine Erde oder einen Metallkalk) gebunden, weil die reinen thierischen odervegetabilischen Farbestoffe (Saftfarbrn) für sich keinen Körper haben, sondem ihnerst durch den mineralischen Zusah erhalten. Der Färber kann jene im Wasserauflöslichen Farbestoffe sehr wohl ohne mineralischen Zusatz benutzen, weil seineKunst daraus hingeht, die Zeuche mit der Farbe zu durchdringen; der Maler abererreicht seinen Zweck durch Auftragen auf die Oberfläche, und zwar um so besser,je weniger die Farben sich'in den unterliegenden Grund einziehen. Die Farbenwerden in der Malerei mit irgend einer Flüssigkeit, dir leicht trocknet und die Farbenicht verändert, angerieben und aufgetragen; diese Flüssigkeit ist entweder wässerig(Gummiwasser, Seifenspiritus), oder fettig (austrocknende Öle des Mohnsamens,Leinsamens), und sonach erfodem die verschiedenen Zwecke eine besondere Aus-wahl der Farben. Für die Ölmalerei taugen daher die mineralischen besser als die anmineralische Körper gebundenen (Lackfarben), indem letztere durch Beimischung vonÖl steis dunkler werden. Diese Mineralfarben bestehen alle in metallischen Kal-ken (Oxyden oder Sauerstsffverbindungen), oder in Metallsalzen unk Schwefel-verbindungen. Doch haben erstere vor letztem, ihrer Unveränderlichkeit wegen,den Borzug. Zu den Metalloxyden, welche als Farben benutzt werden, gehö-ren: vorn Blei die rothgelbe Mennige und das gelbe Massicot; vom Eisen dieverschiedenen Ocher, Erden von Siena, Umbra, die durch da« Glühen ihre Far-ben ins Dunklere ändern; vom Kupfer das Brrgblau; vom Kobalt die Smalte.Andre salzige und salzähnliche Metastverbindungen sind vom Blei das (kohlen-saure) Bleiweiß und kremnitzer Weiß, das (salzsam-e) kaßler Gelb; vom Eisen das(blausaure) berliner Blau; vom Kupfer die (essigsauren) Grünspanblumen, das(kohlensaure) Berggrün, das (salzsaure) braunschweiger Grün, das (arseniksaure)Scheel'sche Grün. Schwefelhaltige Metallfarben sind der Zinnober (vorn Queck-silber), das gelbe Auripigment (vom Arsenik ). Lackfarben haben Zinn oder Alaun-erde zur körperlichen Grundlage und verdanken ihre Farbe einem thierischen odervegetabilischen Farbestoffe. Hierher gehören die rothen Lacke aus Cochenille mitAlaun oder Zinn, aus Krapp und die schlechtem aus Femambuc bereitete» Sor-ten, die gelben aus Gelbholz, Scharte, Wau; die braunen aus mehren andernfärbenden Rinden; endlich der Indigo, obgleich er seiner Entstehung nach ganzvegetabilisch ist. Bei der Porzellan - und Glasmalerei sind nur metallische Far-ben anzuwenden, die im Feuer nicht flüchtig und nicht sehr veränderlich sind. Hierdient zinnhaltiges Gold zum Purpur, Nickel zum Grün, Blau gibt Kobalt,Schwarz wird vom Eisen und Braunstein, ebenso Braun erhalten, Uran machteine gelbe, Chrom eine grüne Farbe. Über die Malerfarben, ihre Bereitung undAnwendung gibt Bouvier'S „älginiel litt jeuner nrti^l« et amateurr eiizieiii-turv (Paris 1827) Anweisung. b.
Malergold, so viel als Musivgold (s. d.).
Malesherbes (ChrÄien Guillaume Lamoignon-), geb. den 16. Dec.1721 zu Paris, wo sein Dater Kanzler von Frankreich war, widmete sich derRechtswissenschaft» ward Substitut des Generalprocurators, kann Parlamenrs-rath, und 1750 erster Präsident bei der Steuerkammer (Lour cken nirlc-i). In den25 I>, während welcher er diese Stelle bekleidete, wider<ehte er sich mit Muth sowoldem Übermaße unheilbringender Auflagen als auch der Raubgier der Generalpächter.Eine Menge Oiseour« und kleriivntrsnaer, welche er während dieses langen Kam-pfes gegen den Dispotismus verfertigte, sind, als Meisterwerke von Abhandlungenüber die Finanzverwaltung, 1779 gedruckt »vorten. Darin verbreitete er sich auchüber den Mißbrauch der Innrer ck« cacliet (Derhastsbefehle). Als im April1771 die oberste Steuerkammer aufgehoben wurde, zog sich M. auf seine Landgü»