Band 
Siebenter Band. M bis N.
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. Malfilätre Malhcrbe 18

ter zurück, wo er durch Unterricht und Wohlthun der Beglücker seiner Unterthanenwurde. Nachdem er 1774, bei Wiederherstellung jenes Gerichtshofs, von Neuem andie Spitze desselben getreten war, ward er bei der Thronbesteigung Ludwigs X V I.,welcher nur von den rechtschaffensten Männern seiner Nation umgeben sein wollte,1775 zum Minister des Innern erwählt. Er verwaltete diese Stelle zum Wohle s.Vaterlandes etwa ein Jahr, und nahm bei der Entlassung Turgot's aus dem Mini-sterium Gelegenheit, auch die seinige zu verlangen. Nachdem er unter erborgtem Na-men einen großen Theil Frankreichs, der Schweiz und Hollands durchreist war undallenthalben über Künste und öffentliche Anstalten die zweckmäßigsten Nachforschun-gen angestellt hatte, kehrte er zu Anfang der Revvlution nach Frankreich zurück. AlsLudwig X V I. vor Gericht gestellt werden sollte, erbot sich M., Vertheidiger desselbenzu werden, welches ehrenvollen Amtes er sich auf die rühmlichste Weise entledigte.In Folge der Verbrechen, welche während der Revolution begangen wurden, konntees nicht fehlen, daß M. den Verdacht der Tyrannen erregte; er ward nebst s> Toch-ter- und Enkelin ins Gefängniß geworfen, zum Tode verurtheilt und am 22. April1793 hingerichtet. Seine Heiterkeit verließ ihn auch ün Tode nichr, M. besaß ge-lehrte Kenntnisse. Er war seit 1750 Mitglied der sranz. Akademie und seit 1759der Akademie der schönen Künste und Inschriften. Als Director des Buchhandelswußte er der Presse alle Freiheit zu verschaffen, welche Weisheit und Ordnungsliebein einem guteingerichteten Staate gestalten dürfen. Die meisten seiner Schriftensind den» Ackerbau uud der Naturkunde gewidmet. Ludwig XVIII. befahl M.'sDenkmale im großen Saale des Iustizpalaste« aufzustellen. Dies geschah 1828.Es hat folg. von Ludwig XVIll. verfertigte Inschrift: ,,8lien„e, se>„,s><-, tiWIi,rrxst nun. in -«>>-> voritotein, pincriicliunr >>r onroerc »Hüllt". Seine Leidens-geschichte ist nach Boissy d'Anglas in den „Zeitgenossen", Nr. XVII, erzählt.

Malfilätre (Jacques Charles Louis), geb. zu Caen 1733, studirke beiden Jesuiten dieser Stadt und entwickelte frühzeitig sein Talent zur Dichtkunst.Er starb in der Blüthe seiner Jahre zu Paris 1787. Sein Gedicht „dimoi^o<>!»r, I iie ilo Veiiu-" empfiehlt sich durch Eleganz, Harmonie und Reinheit derSprache; in der Anlage bleibt Manches zu wünschen, aber das Einzelne ist geist-reich und anmuthig. Seine Oden zeichnen sich, sowie seine Übersetzungen, durchgelungene Stellen aus; unter letzterer sind Ovid's Metamorphosen in Prosa diewichtigste. M. lebte in der größten Dürftigkeit; aber keine äußere Bedrängnißwar in, Stande, seinen von Natur sanften und heitern Charakter zu verändern.Seine Werke sind in einer vollständigen Ausgabe erschienen.

Malherbe (Franeois de), den die Franzosen als den ersten ihrer classi-schen Lyriker verehren, geb. zu Caen gegen 1555 in einer alten adeligen Familie,hatte zuerst in seiner Vaterstadt, dann zu Heidelberg und Basel lste Rechte stu-dirt, trat aber, als sein Vater zur protestantischen Kirche überging, wie es scheint,aus Eifer für den katholischen Glauben, in Kriegsdienste und diente unter derLigue. Er war streitsüchtig und voller Sarkasmen. Heinrich IV. ernannte ihnzum Kammerherrn. Er starb 1627. M. wird als der erste Dichterseiner Zeitangesehen. Er arbeitete mit außerordentlicher Sorgfalt und Langsamkeit, undpflegte zu sagen, daß man nach einem Gedichte von hundert Versen oder einerRede von drei Bogen Jahre lang ausruhen müsse. Auch sind seine Poesien, größ-tenteils Gelegenheitsgedichte, nicht zahlreich. Sie bestehen in Oden, 8t->nee«,Soneten, Epigrammen, Ölwn-ons u. s. w. „Oeuvre-", Paris 1666, und mitseinem Leben; „l^oezie., cle dl-ill>erbe etc", Paris 1764. M. hat es zuerst ver-sucht, die sranz. Sprache zur Majestät der Ode zu erheben. Die Nettigkeit seinerGedanken, die glückliche Wendung seiner Phrasen, die Wahrheit seiner Beschrei-bungen, die Richtigkeit und Auswahl seiner Vergleichungen, die sinnreiche Anwen-dung der Fabel, die Mannigfaltigkeit seiner Bilder machen ihn zu dem Schöpfer