Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
81
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Malplaqnet (Schlacht bei) Malta 81

lehrreiche Beobachtungen. Wiewol er nicht ganz frei von Irrthüniern blieb, sotrug er koch viel zur Vervollkommnung der Phosiologie bei und verdient einen aus-gezeichneten Platz unter den Entdeckern. Eine Sammlung seiner Schriften erschienzu London l080in2Btii., Fol., und correcter 1687 in 1.; ferner seine nachgelaffe-neu Schriften zu London 1897 in Fol., und wiederholt zu Venedig urd Levden.Seine ,,tä Ni^ii lliit >»iin Ni '.>> >>>,> oongab (Kaspai ini 1713 zu Padlia

heraus. Als Praktiker ist M. nicht ausgezeichnet, da er chemischen Theorien sei-ner Zeit anhing; indes; verdient er Lob, den Nachtheil des AderlaffenS bei dendamals in Italien herrschenden Seuchen gezeigt zu haben.

M alplaguet (Schlacht bei), den 11. Sepk. 1709; die blutigste imspanischen Erbfolgekriege, welche Marlborough und Eugen, die Heerführer derVerbündeten, gegen die Franzosen unter VillarS gewannen. Jene wollten, nachder Eroberung von T ournap (Dornick), Mons (Bergen, die Hauptst.vom Hennegau )einschließen. U;n dies zu verhindern, zog ibnen Dillars entgegen; unter ihm dienteaus freier Wahl ein älterer Marschall, der edle tapfere Boufflers. Das franz.Heer war 70,000 M. stark und hatte 80 S tücke (beschütz. Die Verbündeten aber,welche gegen 80,000 M. zahlten und 180 Kationen mit sich führten, kamen demFeinte zuvor und griffen ihn bei dem Äehölz in der Nähe der Dörfer BlangieS undMalplaguet an, Marlborough befehligte die Engländer und die deutsche» Trup-pen tm engl. Solde auf dein rechten Flügel, Eugen den Mittelpunkt des Heeres,Tilly und ein (Naf Naffau den linke» Flügel, wo die Holländer standen. Denfeindlichen rechten Flügel führte VillarS an, den linken Boufflers. Der linkeFlügel der Verbündeten ward in die Flucht getrieben; mit der größten Anstrengungkämpfte Marlborough auf dem rechten; zwölf Male hatte der Prätendent, Ja-kobs II. Sohn, der Ritter St.-Neorg, an der Spitze der franz. Reiterei den An-griff erneuert: da entblößte VillarS etwas den Mittelpunkt seines Heeres, um denlinke» Flügel zu verstärke». In diesem Augenblick ging Eugen vor, nahm die Ver-schanzunge», die den feindlichen Mittelpunkt deckten, mit Sturm und schlug dieBarden zurück. Rasch eilte zwar der Marschall von teni linken Flügel herbei, aberVergebens: er ward verwundet, sein Mittelpunkt durchbrochen, und die beiden Flü-gel getrennt. Die -Lchlachc war verloren, liegen 30,000 Todte und Sterbendebedeckten die Wahlstatt. Die Franzosen hatten kaum 10,000, die Verbündetenmehr als 20,000 Via,in verloren. Die Lleger erbeuteten weder (Gefangene »och Ka-nonen; Boufflers führte dasHeer in guter Ordnung zwischen le O.uesnoy undVa-leneienneS zurück. Hierauf belagerten und eroberten die Verbündeten MonS . Ix.

Malta, früher Melite, späte: hin in Maltacke und von den Arabern inMalta verwandelt, eine im mittelländischen Meere zwischen Sleisten und der afri-kanifcheii Küste gelegene Insel, l ^ deutsche Meilen lang, breit und 6 OM.groß. Der Boden ist verwitterter Felsen, der erst niuhsam durch Erde, die manaus Lieilien herbeigeholt hat, fruchtbar gemacht worden ist. Berge sind aufderInsel nicht, aber viele Hügel und Steinklippen; zahlreiche Bäche bewäffern sie hin-länglich. Da es selten regnet, so muffen steh die Einw. ihre Pflanzungei, mühsambegieße». Das Klima ist heiß, doch durch Seewinde abgekühlt. Es friert nie-mals, und Zinimerheizung ist überflüssig. Jeder Zoll Landes ist benutzt, jedesFeld mit Mauern eingefaßt, und selbst Felsen zerklopft man, um so eine Artvon Sandboden hervorzubringen. Das Klima bringt Alles, was gepflanzt wird,reichlich hervor und zu einer großen Vollkommenheit. An Vieh, (Geflügel, Fi-schen und Honig fehlt es nicht. Ungeachtet der wenigen Erde, die den Felsenbodenbedeckt, bringt er doch M-treide (aber nicht hinreichend für den Bedarf; das feh-lende wird aus Sicilien geholt), Hülsensrüchte, (Kemuse, Sodapflanzen, Baum-wolle, Zuckerrohr, schönes Obst und edle Südfrüchte hervor, die an Süßigkeit dieitalienischen übertreffen; der Wein kommt dem spanischen gleich, wird aber wenig

EoiiversätionS-Lexicoii. Bd. VIl. 6