Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mani, Manichaer

Bischöfe zu Kaskar (Charrä) in Mesopotamien , in zwei Disputationen überwun-den, bald auch wieder am persischen Hofe verdächtig und 2" n. Chr. auf Befehldes Königs VaraceeS (Vaharam) hingerichtet (die christliche Nachricht sagt ge-schunden) worden sein. Bon einem ewigen (Gegensatze des Guten und Bösen aus-gehend, die Philosopheme Zcrdurschk S mit willkürlich gedeuteten biblischen kehrenverschmelzend, hat sein Srsteni vom Christenihunie wenig mehr als die spräche.Es nnnint zwei von einander unabhängige Grundwissen an, das Gute, den ge-staltlosen Gott im Reiche des Lichts, und das Böse, Hole oder Teufel, von kolos-saler Menschengestalt in der Finsterniß der Materie, jenes verstärkt durch zwei an-fänglich erzeugte Ausflüsse, Sohn und Geist, und stärker als dieses; jedes vonunzähligen, von ihm ausgegangenen, gleichartigen Äonen oder Elenientarkräftenumgeben, die in fünf Elemente» oder über einander gekhürmte» Sphären woh-nen, im Reiche des Guten Licht, klares Wasser, heitere Luft, mildes Feuer undreiner Äther, im Reiche des Bösen Finsternis; oder Erde, trübes Wacher, stür-mische Luft, verzehrendes Feuer und Rauch, aus deren jedem wieder Geschöpfe,ihm angemessen, hervorgingen. Während eines innern Krieges der immer zwie-trächtigen Kräfte der Finsterniß gewahrte die geschlagene Partei auf hohen Grenz-gebirgen das dem Teufel vorher unbekannte Lichtreich. Um es z» erobern, machteder Teufel Friede mn den Seinigen, dagegen der gute Gott die Mutter des Le-bens und aus dieser den Menschen erzeugte, um seine Heere gegen die Bösen an-zuführen. Dieser Aon wollte sie durch List und Liebe bezwingen, wobei vieleLichtseelen, selbst sein eigner Sohn, der leidenssahige Jesus, vom Teufel und sei-nen Äonen verschlungen wurden. Der heilige Geist, von Gott zu Hülfe gesen-det, fesselte zwar die Feinde und schuf das Weltgebaude (die Erde), las auf denSchultern der Riesen Omophorus und Splenditenes ruht, welche die Manichäcrverehren; dafür aber erzeugte der Teufel, um das Böse in die Welt zu bringen,die Menschen, deren Körper und sinnliche Seele seinem Reiche angehören, undderen vernünftige Seele von dein in jenem Kampfe voni Teufel verschlungenenLichtstoffe genommen ist. Nun sehnten sich die Menschen aus den Fesseln des Kör-pers lind der Sinnlichkeit hinaus nach dem Lichte. Der Sobn Gottes, Christus(den Mani vom leidenssähigen Jesus unterscheidet), dessen Kraft i» der Sonne,dessen Weisheit im Monde wobnt, mußte daher in die Welt kommen, um die »ochvon der Finsterniß gehaltenen Lichtseelen zu befreien. Dieser Erlöser wurde nichtMensch; was das Neue Test. von dem Menschenleben Jesu erzählt, war nurSchein und Schattenspiel, selbst sein Tod und seine Auferstehung; aber seine Lei-den sind Sinnbilder der an den verderbten Menschen nöthigen Läuterung durchEntsagung, Tod und neues Leben, insonderkeit seine Kreuzigung eine Allegorievon der O.ual der Seelen, die an der Materie hängen, wie am Kreuz. Diese Er-lösung geschieht nur durch den Unterricht, den der Tröster (Mani), als -Stellver-treter des heil. Geistes, aus den Reden Christi und selbst empfangenen Offenbarun-gen kundmacht. Mani's Christenthum verwirft somit das Alte Test. ganz und ge-braucht das Neue nur nach seiner Deutung. Nach dem Tode ninimt er Reinigungder Seele durch Feuer und Wasser, aber keine Auferstehung des Leibes an. DieVollkommenen sollen bald darauf zur Seligkeit im Licht gelangen, die Unvollkom-menen erst nach Wanderungen durch mancherlei Thiere, in denen sie büßen undsich läutern, die Unverbesserlichen aber, obschon auch zur Seelenwanderung be-stimmt, ewige Höllenstrase leiden. Auch die nicht belebte Schöpfung durchdringtdas Licht des leidenssähigen Jesus, das aus den Äonen der Finsterniß wieder her-ausströmend, auf die Erde fällt und sie befruchtet, und der lebendige Geist reinigtauch die Vegetation, indem ihre Früchte durch den Genuß, den sie den Menschengeben, sich im Dienste des Lichtes verzehren, daher auch die Manichäer kein Brot,sondern nur Geld als Almosen an Nichtmanichäer spenden durften. Erzürnt über