Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mansfcld

Mansfeld, eins der ältesten gräfl. (Geschlechter in Deutschland , das vondem Schlosse ManSfeld im ehemal. obcrsächs. Kreise seinen Namen hakte. Es warin - Haupt-- und mehre tNcbenlinicn abgetheilt, die aber 1180 in männlichenErben ausgestorben sind. Ilnterden alten mansseldischen Grafen hat sich Hover,der 1115 in dem Tressen bei Welfskol; blieb, um den Kaiser Heinrich V. verdientgemacht. Albrecht, Graf v. M., erklärte sich für Luthcr's Sache und warin dem Religionskriege eine der vornehmsten Stützen der Protestanten. Vol-rath, Graf v. M., sei» fünfter Sohn, zeichnete sich als Krieger aus und ret-tete im Treffen von Montcomour durch seinen Rückzug einen Theil der deutschen Reirerei. Er starb 1518. Peter Ernst, Grafv. M., war Statthalter vonLuxemburg und Brüss.l und starb 1601 in seinem 81. I. mit dem Titel eines Für-sten des römischen Reichs. Karl, Prinz v. M., sein rechtmäßiger Sohn, thatsich im fiandrtscheu und ungarischen Kriege hervor und starb 1695 ohne Nachkom-men. Peter Ernst v. M., des Letzter» natürlicher Bruder, den Peter Ernstv. M. mit einem Frauenzimmer von Stande zu Mccheln erzeugte, wurde von fei-nem Taufpathen, dem Erzherzog Ernst v. Ostreich, in der kathol. Religion erzo-gen , und leistete nebst seniem Bruder Karl dem Könige von Spanien in den Nie-derlanden und dem Kaiser in Ungarn wichtige Dienste, daher ihn Kaiser Rudolf II.legitimirte. Weil man thut aber die Würde seines Vaters und die Güter, die er inden Niederlanden besessen halte, gegen das gegebeneVersprechen vorenthielt, schluger sich 1610 zu den protestantischen Fürsten, nahm die reformirte Religion an undwurde einer der gefährlichsten Feinde des Hauses Östreich. Dem Widerstände, dener und einige kleine Reicbsfürste» leisteten, ist es vorzüglich zuzuschreiben, das Öst-reichs Plan, ganz Deutschland zu unterjochen, vereitelt wurde. M. vereinigtesich 1618 mit den mißvergnügten Böhmen , denen er Truppen zuführte, fochtlange in Böhmen und am Rhein für die »Lache des geächteten Kurfürsten Fried-rich v. d. Pfalz , verwüstete besonders die Staaten geistlicher Fürsten, wurde öftersgeschlagen, aber nie überwunden. Mit engl. und franz. Gelde warb er (1625) einHeer, mit welchen, er in die östreichischen Erbstaaten dringen sollte. Er ward zwar(25. April 1626) bei Dessau von Wallenstein geschlagen, setzte aber doch seinenMarsch bis Ungarn fort, um sich mir dem Fürsten von Siebenbürgen, BethlenGabor , zu vereinigen. Als dieser aber seine Gesinnung änderte, entließ M. seineTruppen und wollte mit einem kleinen Gefolge über Venedig nach England gehen.Er ward aber in einem Dorfe unweit Zara krank, starb 1626 im 40. Lebensjahreund wurde zu Spalarro begraben. M. gehörte zu den außerordentlichen Menschenund war einer der größten Generale seiner Zeit. Aus seinen Niederlagen ging erimmer furchtbarer als vorher hervor. Er trotzte kühn allen Gefahren und Be-schwerden. Mit großem Verstände, der sich besonders in feinen Unterhandlungenzeigte, verband er eine hinreißende Beredtsamkeit und eine unerschöpfliche List, Erwar der Schrecken seiner Feinde. Den Condoktieren der Italiener in frühernZeiten nicht unähnlich, nährte er seine Truppen nach der Sitte des Jahrhundertsdurch Raub und Plünderung. Man verglich ihn daher mit Attila. Er selbst ver-schwendete die geraubten Schätze wieder und blieb arm. Er erwartete den letztenAugenblick seines Lebens völlig gewaffnet und stehend, auf zwei seiner Adjutantengestützt. Wolfgang, Graf zu M., hatte ebenfalls an den Angelegenheiten desdreißigjährigen Krieges bedeutenden Antheil. Von den beiden Linien des HausesM. starb die eislebische oder lutherische 1110 aus. Don der kathol. Linie erhieltGraf Heinrich Franz 1690 vom K. Karl l t. von Spanien das FurstenthumFondi im Königreiche Neapel, lind Kaiser Leopold I. ertheilte ihm 1111 die reicbs-ftirstl. Wurde. Heinrich Paul Franz , letzter Graf v. M. und Fürst v.Fondi, verkaufte das Furstenthum Fondi und starb 1180 ohne männliche Erben.Seine einzige Tochter brachte seine Allooialgüter durch Heirath an das ftrrstl. HauSEonversiiliviis-Lexicvii. Bd. VII, 7