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dres, nichts Ganzes fertigen kann; er ist im Grunde eine Maschine. Die Fabrik-arbeit tobtet den Geist, entwürdigt also den Menschen, denn die Vollkommenheitdes Fabrikwesens besteht gerade darin, das; die Arbeit so viel als möglich zertheilt,lind der Arbeiter auf die einfachste Beschäftigung beschrankt wird, um ihn zur grob,t-inöglichen mechanischen Fertigkeit zu gewöhnen. Der Handwerker hingegen theiftseine Arbeit nur so weit, als es die Verschiedenheit der zum Gebrauche bestnumienGegenstände erfodert, und wird, durch beständige Abwechselung, durch beständigesÜberlegen lind Denken über Vervollkommnung seiner Erzeugnisse angeregt, nie zumAutomaten, wie der kärglich bezahlte Fabrikant, der, an Geist und Körper geschwächt,endlich so verkrüppelt, daß er zu keiner andern Kunst oder Beschäftigung Sinn undFähigkeit behalt. Das Übel wird noch größer, wenn, um die Arbeit so wohlfeil alsmöglich zu machen, schon Kinder zu solchen lebendige» Maschinen abgerichtet wer-den. Dagegen sagen die Vertheidiger des FabrikwesenS: Nicht die einfache, mecha-nische Arbeit ködte den Geist, sondern alle und jede schwere, mit großer, angestreng-ter Kraft verknüpfte, lange Zeit fortgesetzte Arbeit erschöpfe und lasse keine» Ge-danken aufkommen, wie man an Sklaven und leibeigenen Bauern bemerke, dieweit stupider wären als Fabrikanten, die ihre Lebenszeit hindurch ei» Rädchen zurUhr drehen oder den Kopf auf eine Stecknadel setzen, und welche bei ihrer leichtenArbe t Zeit genug behielten, über andre Dinge nachzudenken. Auch sei der Fabri-kant nicht abhängiger von s. Manufaeiurherrn als der Handwerker von s. Kunden,lind da, wo die Fabriken blühen, so gesucht wie der Handwerker von s. Kunden; jaer könne leichter ein andres Fortkommen finden als der, den die Kunden verlassen.Eine einfache Operation erlerne sich geschwinder als ein ganzes Handwerk, alsokönne der Fabrikant leichter aus einer Manufaetur zur andern übergehen, der Hand-werker nicht so leicht zu einem andern Handwerke. Wo es also viele und vielerleiManufakturen gäbe, da finde auch jeder Fabrikarbeiter, der an einem Orte nichtmehr Brot verdiene, an einem andern seinen Unterhalt. (Vgl. Physiokra-tischeS System.)
M a n u m i s s i o n, bei den Römern die feierliche Handlung, durch welcheeinSklave freigelassen wurde. (S. Freigelassene.) Konstantin d.Gr. übertrugnach s. Bekehrung zur christl. Kirche auf solche alle feierliche Handlungen des Hei-denthuniS. So erlaubte er den christl. Herren, an Feiertagen und besonders am-Osterfeste vor deni Altare Knechte dadurch frei zu geben, daß der Herr denFreigelassenen in Gegenwart der Gemeinde den Freibrief aufs Haupt legte.
Manuscripte (Handschriften) sind ein Hauptgegenstand derDiploma-tik. Alle noch vorhandene alte Manuskripte sind entweder aufPergament oder Papiergeschrieben. Das Papier ist theils ägvptifthes (aus der eigentlichen Papyrusstaudeverfertigtes), theils Baumwollen- oder Seidenpapier (clunt-, >>m»Geino), um706 nach Ehr. im Orient erfunden, das bis zur Einführung des Linnenpapiers undin Gemeinschaft mit diesem noch bis in die Mitte des 11. Jahrh, gebraucht wurde,theils Linnenpapier, dessen Erfindungszeit, welche man in die erste Hälfte des13. Jahrh, setzt, indem man sich auf eine auf dasselbe geschriebene Urkunde vomI. 1213 stützt, noch immer streitig ist. Die früheste Erwähnung der Schreib-federn findet man im 7. Jahrh. Von den Dinten war die schwarze die gewöhn-lichste und ist sehr alt; nur war die älteste nicht mit Vitriol versetzt, wie die unsrize,sondern bestand gewöhnlich aus Dfenschwärze, Ruß von Harz und Pech, gebrann-tem Elfenbein, geriebenen Kohlen u. s. w. Auch rothe Dinte findet man schon inalten Zeiten in den Handschriften von einer blendenden Schönheit. Mir ihr wurdendie Anfangsbuchstaben, die ersten Zeilen und die JnhaktSanzeigen (daher Rubrik,und der Schreiber Rubricator) geschrieben. Etwas seltener, doch häufig genug,findet man in alten Handschriften auch blaue Dinte; noch seltener grüne und gelbe.Auch mit Gold und Silber schrieb man entweder ganze Handschriften (welche