Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mara

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Militaircharte Deutschlands , welche von den Lieut. Lllovs Hanser „nd Ludwigvon^lolz ausgearbeitet und von den als topograpb. Kupferstecbe>E geschätzten Kunst-lei», Insp. Seich und Sehne, Gebr. Scheiß (bekannt durch das Reisetableau vonDeutschland ) und Fr. Kuppel, gestochen wird, sind 1823 3 Bl. erschienen. Mitden best.» Bl. wetteifern die Bl. der grollen ropograxh. Charte von Sachsen, unterder Leitung des Maj. Oberreit, seit 1827. — Wir verweisen auf die reichhaltigen„Allgem. geogr. Ephemeriden" des Geograph, Instituts in Weimar . 20.

Mara (Gertrude Elisabeth), geb. Schmähliiig, geb. nach Einigen 1750zu Kachel, nach Lindern 1713 zu Fischbach im Eisenachischen, eine der größte» Sän-gerinnen unserer Zeit. Ihr Vater, Stadtmusiker in Kachel, wa> ihr Lehrer, unddao 7jähr. Mädchen spielte vortrefflich die Geige. Im 0. Jahre gab sie Concertein Wien und im 10. spielte sie in London vor der Konigin. Auf Anrathen einerHofdame legte sie die Geige bei Seite und wurde dem Unterricht eine? alten Sopra-niffen, Paradisi, übergeben, unter dechen Leitung sie sich schon im 1-1.1. als Sän-gerin bei Hofe mit Beifall hören liest. Wach einigen I. reiste ibr Vater mit ihrnach Kassel zurück, wo der Landgraf ibr kein Gehör gab, und von da 1760 nachLeipzig , wo sie, von Hstler unterwiesen, bei dem neuerrichteten Concert als ersteSängerin bald allgemein bewundert wurde. 1707 erhielt sie den Ruf nach Dres-den , um in einem am Geburtstage des Kurfürsten aufzuführenden Stucke eineRolle zu übernehmen. Die verwitw. Kurfürsiin, Maria Antonio, selbst eine großeKennern, der Musik, unterrichtete sie zuvor in der Actio». Nach dieser Vorstellungreiste Dem.Schmähling, zu Anfang 1768. geekrt und belohnt nach Leipüg zurück.Hier bildete sie sich noch einige I. unter Hiller's Anleitung und ward zugleich Vir-tuos»! auf dem Clavier. Friedrich II., welcher gegen deutsche Sänger und Sän-gerinnen eingenommen war, hatte sich durch ihre Bewunderer bewegen lassen, sie1770 nach Potsdam einzuladen, erwartete jedoch so wenig, daß er das Concert nurim Nebenzimmer hören mochte. Kaum aber hatte der Gesang begonnen, als derKönig sich der Sängerin näherte und nach geendigter Ane laut ihren Gesang lobreund sich ferner von ihrer Fertigkeit überzeugte. (Rochliß in femer Scbrift: „FürFreunde der Tonkunst", 1. Bd., Leipzig 1821, erzäbl: dies umständlich.) Siewurde sogleich mit 3000 Thlr. Gehalt angestellt, trat 1771 in Hasse'S Intermezzo:„l'ir-n >>0 e l'i.Ne", zum ersten Male in Berlin auf und wetteiferte mit dem gro-ßen Virtuosen Concialini um den Preis. Neben diesem und unter Porpora'S Anleitung bildete sie sich zur Adagiosängerin und guten Scbauspielerin und genoßallgemeine Bewunderung. Aber durch ihre Verbindung mit dem unbesonnenenVioloncellisten Mara (1771) wurde sie in unzählige Verdrießlichkeiten verwickeltund 1780 von dein Konig im höchsten Unwillen entlassen, worauf sie wieder nachLeipzig, und 1782 »ach Wien, von da durch die Schweiz und nach Paris reiste.Hier trat sie als die überwiegende Nebenbuhlerin der von den Franzosen fast ver-götterten Todi auf und erhielt den Titel einer ersten Concerksängerin der Königin.

1784 ging sie wieder nach London , wo sie mit dem höchsten Enthusiasmus auf-genommen wurde und gleich anfangs für 13 Abende im PankheomConcerr 1000Guineen erhielt. In dem berühmten Concert, das jäbrlich zu Ehren Händel'Sveranstaltet wird, trat sie als erste Sängerin auf; auch wurde sie im Winter

1785 und 1780 am londner Opernrheater angestellt. So einstimmig die Lo-beserhebungen über ihre Kunst, so groß sind auch die Klagen über ihren Eigen-sinn gewesen, den man, wenigstens in England, besonders in Orford, nachdrücklichgeabndet hat. .Nach einem kurzen Aufenthalte zu Turin und Venedig (1788)kekrte sie nacb England zurück, ging 1802 nach Paris und 1803 nach Deutschland .Sie liest sich an mebren Orten boren und entzückte allenthalben durch den Zauberibres ausgebildeten Gesanges. Sie wandte sich darauf nach Petersburg , von wosie wieder nach England zu gehen gedachte. 1808 befand sie sich zu Moskau , wo