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Marcus (Adalb. Friedr.) Maremmen
was mit der Messiaswürde Jesu zusammenhing und zunächst nur den Iudenchri-sten wichtig sein konnte, mit Stillschweigen übergeht. Die Echtheit seines Evan-geliums ist niemals mit einigem Grunde bezweifelt worden. L.
Marcus (Adalbert Friedrich), fürstl. bamberg . und würzburg. Hofrathund Leibarzt, erster dirigirender Arzt des allgemeinen Krankenhauses zu Bamberg ,Director der landärzrl. Schule u. s.,w., geb. den 21.Nov. 1153 zu Arolsen imFürstenlhum Waldeck von jüdischen Ältern, hatte in Gottingen studirt, wo schonBakdinger den ungewöhnlichen Geist in ihm ähnele. 1118 kam M. nach Bam-berg, wo er dem verdienten Fürstbischöfe Franz Ludwig v. Errhal bekannt wurdeund die katholische Religion annahm. Als Leibarzt des Fürsten erwarb er sich durchzweckmäßigere Einrichtung des MeLicinalwesens in den Fürsienthümern Bamberg und Würzburg große Verdienste. Ihm verdanken die Bäder von Kisstngen undBocklet ihre Wiederherstellung, und er war es vorzüglich, welcher den Fürsten zurErrichtung des nach seinen Ideen erbauten berühmten Krankenhauses zu Bamberg bewog. Nach der Einverleibung dieses Fürstenthums niit dem bairischen Staatewurde M. zuniDirector der Medicinal- und Krankenanstalten ernannt. Ihm ver-dankt man die Verbesserung des MedicinalwesenS, die Anstellung gut besoldeterGerichiSärzte und wohl unterrichteter Hebammen, die verbesserte Einrichtung desallgemeinen Versorgungshauses, die Errichtung der Entbindungsanstalt, die desHauses für Unheilbare und Gemsuhskranke, 1801 gründete er die medicinisch-chirurgische schule und andre, theils praktisch-nützliche, theils die höhere Geistes-bildung und die Anmuth des geselligen Lebens bezweckende Anstalten. Als Arztmir seltenem, oft bis ans Wunderbare grenzendem diagnostischem Blicke ausge-rüstet und in seinem Heilverfahren vom unbedingten Vertrauen der Kranken be-günstigt, war er einer der ersten Ärzte Deutschlands , welcher das Brown'sche Sy-stem inS Leben einführte und in Verbindung mit Roschlaub zu dessen Verbrei-tung beitrug. In der Folge suchte er die Medicin, in Verein mit schelling, Stef-fens u. A., nach den neuern naturphilosophischen Ansichten umzugestalten, underwarb sich als Wiederhersteller der antipblogistischen Methode die bleibendstenVerdienste um die praktische Heilkunde. M. starb den 26. April 1816 und haltesein Grab auf der 'Altenburg gewählt, s. über ihn 1). Göden in der „Isis" vonDken(181S, Heft V). Sein ganzesWesen schilderte Bibl. Iäck zu Bamberg 1813,und nach seinem Tobe der verstorbene Rectvr und Professor Klein zu Würzburg inder Vorrede zu der Schrift ,,l). A. F. Marcus nach seinem Leben und Wirken ge-schildert von seinen Neffen, l>. Speier und ll. Marcus, nebst Krankheitsgeschichteund Bildniß" (Bamberg 1811). Unter 23 Schriften von Ab nennen wir dieüber den Keuchhusten (Bamberg 1816), und dieanonymen: ,,Lob der Kranioskopie"(1802), „II. Stranz an I>. Schneemann über den ansteckenden Typhus" (181 l),„Die Lichtseite der königl. bair. Landärzte" (1815).
Maremme n, einzelne Gegenden im mittlern Italien , theils im Kir-chenstaate, theils im Toscamschen, in der Gegend von Siena am tuscischen Meereund auf den; westlichen Abhänge der Apenninen, zum kleinern Theile auch imNeapolitanischen, die wegen ungesunder Ausdünstungen aus einem an Schwefelund Alaun überreichen Boden im Sommer nur mit Gefahr der Gesundheit be-wohnt werden können. Diese Ungesundheit ist besonders seit dem 15. Jahrh,bemerkt worden und fängt schon an diesseits Dolterra nach dem Arno vorzudrin-gen, ungeachtet Dolterra 3600 Fuß über die Meeresfläche sich erhebt. Die Be-völkerung einer solchen ungesund gewordenen Gegend muß auswandern, oder siewird durch Fieber aufgerieben, und schon herrscht diese mal -iria in verschiedenenStraßen Roms, das dadurch einst unbewohnbar werden kann. Wenn bei gerin-germ Anbau die Vegetation weniger als vorhin die Stickluft verzehrt, so wird