Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Marcininm

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das Übel »och ärger. Dagegen ist im Winker die Maremme eine üppige Weidefür das Vieh, das nn Sommer auf den Apenninen weidet, und auch der Menschfühlt in dieser Jahreszeit keine Beschwerde, sich dort in Häusern oder in freier Luftaufzuhalten. Der Großherzog v. Toscana läßt seit 1829 den See t..-.«ii^li»»,- stell»Peseaj-I austrocknen, UNI die Maremma von Ldrbitello bis Piombino wieder so be-wohnbar zu machen, wie sie im Lllterthum war. Auch der versi. Großherzog hattedas ebenso verpestete Chiena-Thal zu einer Kornkammer Toscanas umgeftbaffenund überhaupt durch Baumpflanzungen diese Luft zu verbessern gesucht, In denrömischeu Maremmen, die durch Auskauf der vormaligen kleinen Eigenthümerzu ganzen Wuadrakineilen das entvölkerte Besitzthum weniger Fürsten gewordensind, benutzt man in Jahren der Fluchttheuerung einen kleinen Theil des Landeszum Waizenbau. Der Boden wird im Herbste gepflügt; Lohnarbeiter aus derNähe und Ferne besorgen die Ärnte und dreschen auf dem Felde die Frucht aus,welche dann aus den großen Magazinen der Gutshöfe nach Rom oder nach Ostia zur weitem Ausfuhr geschafft wird. Diese Arbeiter sind so unvorsichtig, daß sieunter den wenigen Bäumen oder ganz im Freien schlafen, und erkranken sie nacheinigen sehr khauigen Nächten am Fieber, so gibt ihnen die GutSvcrwaltung den vcr-dienten Lobn rnd einBrot, womit sie in ihre Berge zurückwandern, wenn sie derTod nicht früher ereilt. In ihren Bergen heilt sie die gesundere Luft oft nur sehrlar ,'im. Bei der drückenden Armuth der ikal. Bergbewohner — wofern diesenichr das Räuberhandwerk als Hülfsversorgung vorziehen — fehlt es nie anMännern und Weibern, die in das Gefilde des Todes während der Amte herab-sieigen, um wenige Scudi zur Bezahlung des Mielhzmses, des Schuhgeldes undfür Brot zu sammeln. Je jünger diese Arbeiter sind, desto eher ergreift sie dastödtliche Fieber. Übrigens verräth sich die Ilngesundheit weder durch Nebel nochdurch eine stinkende Atmosphäre, die Lust scheint vielmehr sehr rein, und der Ho--rizont von reiner Bläue. Durch Baumpflanzungen wird das Übel etwasvermindert,aber keineswegs gänzlich gehoben, wie z. B. die Umgebung d>S I.riAo sti Loire».-*(trasimenischen Sees) beweist, die viel Waldung hat und doch an der »>al ari,leidet. Es gab Thäler bei Antium, die schon zu den Zeiten der Römer wegenIlngesundheit verrufen waren. Jetzt sind eben diese, sobald man nur den Aufent-halt in freier Luft in der Nachtzeit vermeidet, ganz gesund. Vor 200t) und 1500Jahren war die ganze e.>» ü> Koma dicht bevölkert und ein Garten,

und vermutklich deßhalb die Gegend damals ebenso gesund, als jetzt das Gegentheilstattfindet. Seit der Periode der Völkerwanderung verschwand hier die kleine Land--wirthschaft und die Spatencultur, dieCato Major so hochstellte; und je mehr dasgroße Eigenthum in der sti Ilom.i im Besitze der geistl. Körperschaften

und Familienfideieommisse zunahm, je ungesunder wurde das alte Römergebiet.Nach Lullin de Chateauvieu.r verrathen in den Maremmen Geruch und Dämpfe dieüberall hervorbrechenden Schwefelgi,eilen, welche stehende Sumpflöcher bilden.Diese Maremmenluft rührt aber nicht allein von dem Sumpfwasser, noch von derNacktheit des Bodens ber; denn sie ist auf den Bergen nicht minder gefährlichals in der Tiefe der Wälder. Das Übel hat wahrscheinlich in der durch einen ver-borgenen Gang der Natur entwickelten chemischen Beschaffenheit des Bodens sei-nen Ursprung. Es ist, wenn kein Verbesserungsmittel der ungesunden Luft erdachtwird, oder kein neuer feuerspeiender Berg die Reinigung der Atmosphäre durchEruptionen übernimmt, höchst wahrscheinlich, daß Mittelikalien jenseits der Apen-ninen nach einigen Jahrh, eine bloß zu Viehweide im Winter brauchbare «teppeund im Sommer ganz unbewohnbar werden wird. Zu den Maremmen gehörennicht die pontinischen (s. d.) und andre Sümpfe, die aus der schleckten Ab-wäfferung der Niederungen zwischen der Küste des Meeres und dem Fuße derApenninen entstanden sind. Ein großer Tanal am Fuße dieser Gebirge müßte