Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maria

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empfangen, so hat m ihr die Menschheit die höchste Würde erhalten, und es ist einesehr begründete Ansicht, die sie als das Ideal erhabener Weiblichkeit Zur Verehrungund Nachahmung darstellt. Sie vorzüglich hat dem Bunde der Kirche mit denKünsten eine unübertreffliche Zartheit und Sanftheit gegeben. V. e. Kath.

Maria, in derKirchensprache U. L. F., d. h. Unsre Liebe Frau, auch dieheil. Jungfrau, franz. zuweilen Aotre 1>a,»e. ist der Nachwelt nur durch wenige,aber die Achtung, mit der sie genannt wird, hinlänglich begründende Züge bekannt.Die evangelische Geschichte gedenkt ihrer als einer Jungfrau aus dem verarmtenStammeDavids, die zu Nazarelh, einem galiläischen Städtchen, in Verborgen-heit lebte und mit einem Zimmermanne, Namens Joseph, verlobt war. Daß siezu den edelsten ihres Geschlechts gehörte, zeigt ihr Benehmen bei dem Vorgängeder Verkündigung Jesu, in dem wir lieber eine höhere, wenn auch wunderbareWirklichkeit, als die poetische Ausschmückung einer für sie und ihren Sohn ent-ehrenden Thatsache erkennen mögen. Ein Himmelsbote tritt mit dem Gruße derehrfurchtsvollsten Huldigung in ihre Einsamkeit, und sie erschrickt jungfräulich überdie Erscheinung; ihr bescheidener Sinn weiß sich den auszeichnenden Gruß nichtzu deuten. Der Engel verkündigt ihr, sie sei Gottgefällig und werde einen Sohngebühren, der GorkeS Sohn heißen und der Retter sein werde, welchen das jüdi-sche Volk erwartete. Aber nicht die Größe des ihr verheißenen Glücks, welcheseiner Jüdin das Höchste sein mußte, nur die Seltsamkeit der Botschaft, daß sieals Jungfrau Mutter werden sollte, erschütterte ihr unschuldiges Herz. „Wiesoll das zugehen", antwortete sie, „da ich von keinem Manne weiß?" Beruhi-gend fährt der Engel fort, die Allmacht Gottes werde sie befruchten und das Un-mögliche wirklich machen, wie es bei ihrer betagten, als unfruchtbar bekanntenFreundin Elisabeth geschehen sei. lind demüthig unterwirft sie sich deni Willen desHöchsten. „Ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast". DieSprache der wahren Natur, der reinsten Jungfräulichkeit und des unbeschränkte-sten Gottesvertrauens, die aus Mariens Antworten redet, bedarf keiner Aus-legung. Ihr Her; ist durch das Gefühl der höchsten und wunderbarsten Bestim-mung über jede Bedenklichkeit erhoben» und der Lobgesang, in den sie sich beimZusammentreffen mit ihrer FreüntiN Elisabeth ergießt, drückt die freudige Be-geisterung aus, mit der sie den Segen dieser Bestimmung vorempffndet. DasWenige, was weiter bei der Geburt Jesu , da die Hirten ihn begrüßen, und beiseiner Darstellung im Tempel von ihren Empfindungen gesagt wird, bestätigt pur,wie lebendig jenes durch die Verkündigung angeregte Gefühl bei ihr bl><ch. Siesieht den Zusammenhang der Engelerscheinung, die die Hirten crzäd',.„, Dem,was sie schon wußte, und Simeon's ahnungsvoller Segen seht sie nicht in Erstau-nen, wenn auch bei dem Gedanken, daß der Göttliche, den sie an der Brust trug,nicht ohne harte Leiden durch das Leben gehen werde, ein Schwert des herbstenSchmerzes in ihr Mukterherz dringt. Als eine zärtlich besorgte, doch weise undschonende Mutter zeigt sie sich, da der 12jährige Jesus von ihrer Seite gewichenund in Jerusalem zurückgeblieben war. Sie bestürmt ihn beim Wiederfindennicht mit Vorwürfen, nur seine kindliche Liebe spricht sie mit den Worten an:„Warum hast du uns das gethan?" Da er nun Mann geworden und auf dieHöhe der öffentlichen Wirksamkeit getreten ist, bescheidet sie sich willig, daß er derWelt mehr als seinen Verwandten angehören müsse, und bei der Hochzeit zuKana, wo sie mit weiblicher Desorglichkeit seine Wunderkraft in Anspruch nimmt,um den Neuvermählten eine Beschämung zu ersparen, beleidigt sie es nicht, sichseiner tiefern Einsicht zu unterwerfen; auch wird sie darum nicht an ihm irre, daßer, einst ini Lehren begriffen, sie und seine Drüder nicht zu sich ließ. -Ohne Zweifelhat sie ihn auf dem gefahrvollen Wege seines Berufs mit zärtlich wachsamen Au-gen begleitet; denn endlich unter seinem Kreuze finden wir sie im stummen