Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maria I. (Königin von England)

sen oft heftig erneuerten Streit unentschieden. Der Mariendiensi hat die Mei-nung von der wunderlhätigen Kraft mehrer alten Marienbilder aufgebracht, vondenen vorzüglich die zu Lorekto in Italien und zu Czenstochau in Polen (s.d.) im Rufe wundervoller Kräfte zur Heilung aller Leibes - und Seelenschäden ste-hen. Die katholischen Gläubige» wallfahrten zu solchen Gnadenbildern, um zu-gleich den Ablaß, der den Besuchern durch päpstl. Bullen verheißen ist, zu ei lan-gen. Mehre geistliche Orden sind zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet worden,zu denen der Bcktclorken der Servicen (s. d.) und alle die weiblichen Orden ge-hören, die sich nach U. L. F. nennen, z. B. die Nonnen von der Empfängniß, vonder Verkündigung (s. Franciscaner ), von ier Heimsuchung (s. Salesiane-rinnen) U. L. F. — Die evangelische Geschichte nennt uns noch mehre Ma-rien. 1) Maria von Bclhanien, die Schwester des LazaruS, Jesus'« ge-lehrigste Schülerin und zärtlichste Verehrerin, die er selbst seiner Freundschaft wür-digte und mit unvergänglichem Ruhme belohnte, Matih. 26, 13. 2) Mariavon Magdala oder Magtalena, die Jesu ihre Heilung von einer schwerenKrankheit schuldig war und ihren Dank durch die treueste Anhänglichkeit gegen ihnbewies. Sie diente ihm mit ihrem Vermögen, sie begleitete ihn auf seinen Rei-sen, sie weinte unter seinem Kreuze, sie ist die Letzte bei seiner Beerdigung unddie Erste, die am Ostermorgen zu seinem Grobe eilt und den 'Auferstandenen wie-dersieht. (Vgl. Magdalena.) 3) Maria, des Kleophas Frau, die Mutterdes Apostels Iakobus, und 4) Maria, die Schwester der Mutter Jesu , die wirbeide unter dem Kreuze und beim Grabe Jesu sehen, in dessen Gefolge sie wahr-scheinlich schon früher gewesen waren. (Dgl. „Die biblischen Frauen ', von Grei-lmg, 1815, 1. Thl.). b.

Maria I. , Königin von England, geb. 1515, Tochter Heinrichs VIII. undKatharinens von Aragon. Ihre kurze Regierung macht Epoche in der GeschichteEnglands. Als die Tochter einer verstoßenen Königin hatte sie früh das Unglückkennengelernt, ohne davon gebeugt zu werten; sie war, wie ihre Mutter, demProtestantismus abgeneigt, von ihrem Vater hatte sie den finstern, argwöhnischen,blutdürstigen Charakter. Mit diesen Eigenschaften bestieg sie, nach ihres Bruders,Eduards VI. Tote (1555), in ihrem 31. Jahre den Thron. Außer ihr hattennoch Elisabeth, die zweite Tochter Heinrichs, Johanna Gray, eine Enkelin derSchwester Heinrichs > III., und Maria Stuart Ansprüche darauf; Johanna, eineProtestantin und durch Eduards Testament zur Erbin bestimmt, die zweite ein«Katholikin, deren Recht jedoch ebenso schwach war als ihre Mittel, es geltendzu machen. Maria, als Heinrichs VIII. älteste Tochter, hatte unstreitig daserste Recht auf den Thron; sie bestieg ihn, nachdem sie sich feierlich zur Aufrechl-halrung der protestantischen Religion verpflichtet hatte, die unter Eduard als herr-schende Religion eingeführt worden war. Der erste Gebrauch, den sie von ihrerGewalt machte, war, daß sie ihre Schwester Elisabeth einkerkern und die unglück-liche Johanna Gray, die wider ihren Wille,- 10 Tage lang den königl. Titel an-genommen, sammt Denen, die sie dazu genöthigt hatten, hinrichten ließ. Dar-auf öffnete sie die Gefängnisse der Katholiken und verstattete ihnen G>w,ffenefrei-heit. Dies war gerecht, aber ihrer ausdrücklichen Verpflichtung und dem Swats-wohl entgegen; fanatisch grausam war die Art, wie sie die l ömisch-karhol. Re-lion wiederherstellte. Nach Hume'S Angabe wurden binnen 3 Jahren 5 Bi-schöfe, 21 Geistliche, 8 Edelleute, 84 Bürger, 100 Landleute, Dienstbotenund Handwerker, 55 Frauen und 4 Kinder der Religion wegen verbrannt. Aberauch in Fällen, wo nicht der Religionseifer sie hinriß, verfuhr sie tyrannisch. EineJury hatte wegen Mangels an Beweis den angeblichen Anstifter einer Verschwö-rung losgesprochen; Maria ließ die Geschworenen einkerkern, belegte sie mit 1000und 2000 Ps. St. Strafe und hielt den Losgesprochenen 2 Jahre lang gefan-

Conversativiis-Lexikon. Bd. VII, 9