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gcn. Ihre Vermählung mit Philipp II. von Spanien (s. d.), 1554, stimmteweher mit den, Vortheile der Nation und Europas , noch mit ihrer Persönlichkeitübcrein, da Maria 12 Jahr älter war als dieser Fürst. Aber sein Beispiel feuertesie »och mehr ;»r Verfolgung her Protestanten au. Überdies machte sie Anleihen,zum Theil gezwungene, und erlaubte sich Erpressungen, deren Ertrag sie nach Flau-,der» schiene, wohn, Philipp 1554 zurückgekehrt war. Sie schrieb Lieb,sclcgicnund vergoß Thränen über die Abwesenheit und Kälte ihres jemahls, währenddieser, der nur ein Jahr mit ihr verlebt hatte, sie selten einer Antwort würdigte.Maria starb, ohne Kinder geboren zu haben, 1558, in einem Alter von 43 I.,nachdem sie wahrend einer 5jährige» Regierung gegen 800 Menschen um ihresGlaubens willen hatte hinrichten lassen. Calais wurde ihr vom Herzoge von Guiseentrissen und so verloren in wenigen Wochen durch Mariens Schult die EngländerAlles, was ihnen von ihren alten Eroberungen in Frankreich noch übriggebliebenwar. „Maria vereinigte in sich Alles", sagt ein geistreicher Geschichtschreiber „waseine abergläubische Andächtlerin macht; ihre äußerste Unwissenheit machte sie eben-,so unfähig, Meinungen zu bezweifeln, die sie gefaßt katre, als Nachsicht mit And.rer Meinungen zu haben". An einer andern Stelle sagt derselbe Schriftsteller:„Um diese Fürstin zu schildern, bedarf cS nicht vieler Worte; sie hatte wenige lie-benS-. oder achtungswerthe Eigenschaften, und ihre Person stimmte mit ihrem Cha-rakter »herein. Eigensinnig, abergläubig, heftig, boshaft, rachsüchtig, tyran-nisch, verrieth sie in allen ihren Neigungen und Handlungen ihr böses Naturellund die Beschränktheit ihres Geistes".
M a r i a S t u a r t, Tochter Jakobs V., Königs von Schottland , und derMaria von Lothringen, war 8 Tage alt, als ihr Vater (1542) starb und ihr alsseiner einzigen Erbin das Reich hinterließ. Heinrich VIII. , König von England,wollte sie mit seinem Sohne Eduard vermählen, um beide Reiche zu vereinigen.Die Abneigung, die man gegen diese Verbindung in Schottland hatte, machte,daß Maria, erst 5 I. alt, nach Frankreich geschickt, am dasigen Hofe erzogen und1558 n»t dem Dauphin, nachmaligen Könige Franz l!., vermählt wuide. Dasschönste Loos schien einer Fürstin beschieden, die das Gluck wie die Natur mit Gunst-bezeigungen überhäufte. Sie verband mit hoher Schönheit einen gebildeten Geistund ein edles, großmüthiges Herz, war geliebt von ihrem Gemahl und verehrtvon einem Hofe, der bei der Neigung für die Wissenschaften noch die feine Sitteund Galanterie bewahrte, die Franz I. eingeführt hatte. Die franz. Dichter prie-se» wetteifernd die be;auber»de Anmutb, die sanften Tugenden, den Geist und dieTalente der jungen Konigin, und erblickten für sie in der Zukunft eine lange Ver-kettung von Glückseligkeiten. Diese Täuschung verschwand nach 18 Monaten.Franz II. starb 1560. Sein minderjähriger Bruder, Karl IX. , folgte ibm in derRegierung, unter der Vormundschaft seiner herrschsuchtigen Mutter, Katharinav. Medici, und Maria Stuart erkannte bald, daß sie nur noch in Schottland Kö-nigin sei, und war genöthigt, dahin zurückzukehren. Dort verheirachetc sie sich1565 mit Heinrich Stuart Darnley, ihrem Netter, von welchem sie den nachmaligen König von England und Schottland, Jakob l., gebar. Maria hatte sichdurch Darnlev's Schönheit blenden lassen, sie fand aber bald, daß er ein schwacher,verächtlicher Mann war, und zog sich von ihm zurück. Dies und die große Gunst,in welcher ein ital. Sänger, David Rizzio , bei ihr stand, reizte ihren Gemahl so,daß er, durch üble Raihgeber verleitet, mit einigen Bewaffneten in das Zimmerdrang, wo seine Gemahlin allein mit dem Sänger und der Gräfin Argrste speiste;Rizzio wurde vor den Augen der Königin getödtet, die, seit 5 Monaten schwan-ger , den Unglücklichen zu retten sich umsonst bemühte. „Ich will nicht mehr weinen", sagte sie nach dieser schrecklichen Scene, „ich will nur auf Rache dmken".Rizzio war wahrscheinlich nur der Vertraute Maria's, und sie läßt sich leicht von je-