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dem andern Verdachte reinigen. Ein gefährlicherer Mann nahm s. Platz ein, derheftige und lasterhafte Graf Bothwell . Diese neue Verbindung verursachte denTod des Königs, der zu Edinburg in einem einzeln stehenden Hause in die Luft ge-sprengt wurde. Maria vermählte sich hierauf mit Bothwell, der allgemein für denMörder ihres Gatten galt, und der Verdacht, daß sie um die blutige That gewußt,ist schwer zu widerlegen. Ihre unglückliche Verbindung brachte Schottland widersie auf. Die -Ltänte nöthigten die Königin, die Krone a» ihre» unmündigenSohn, Zakob, unter der Regentschaft des Grafen Murray, abzutreten. Both-,well starb nach langem Wahnsinn und Elend in Dänemark . Maria fand zwar nochAnhang und wollte sich mit den Waffen auf dem Throne behaupten; aber ihr klei-neS Heer wurde (1568) unweit Glasgow geschlagen, und sie selbst genöthigt, nachEngland zu flüchten. Elisabeth ließ sie zwar ehrenvoll in Carlisle empfangen, ihraber gleich darauf andeuten, daß, da die öffentliche Stimme sie der Ermordung ih-res Gemahls anklage, sie sich deßhalb zu rechtfertigen habe. Man ernannte Ee-m-missarien und brachte sie in Hast nach Tewküburv, um den Proceß gegen sie einzu-leiten. Daß sie in ihrem Leiden teilnehmende Freunde hatte, vermehrte ihr Un-glück. Es entstanden Verschwörungen gegen Elisabeth, um Maria zu befreien undsie vielleicht selbst auf den engl. Thron zu setzen. Aber diese Anschläge wurden ent-deckt, und mehre der Verbündeten hingerichtet. Maria'S Schicksal, welche die Ver-mittelung des Papstes und des Königs von Spanien ohne Erfolg gesucht hatte,wurde dadurch nur verschlimmert. Elisabeth hielt sich nicht mehr für sicher auf demThrone, oder gab wenigstens vor, diese Gesorgniß zu hegen. Es ward ein großes Ge-richt übe,' Maria in ihrem Gefängnisse zu Fothermhay, wider welches sie vergebensprorcstu ie (5. Febr. 1587), gehalten. Nie gab es wol ein unbefugteres Gericht,nie ein unregelmäßigeres Verfahren. Man legte ihr Abschriften von ihren Briefenvor, nie die Originale. Man machte das Zeugniß ihrer Secretaire gegen sie gel-tend, aber man stellte sie ihr nicht gegenüber. Man gab vor, daß sie durch Aussagendreier Verschworenen überführt worden, die man hingerichtet hatte, und deren Todman hätte aufschieben müssen, um sie mit ihr und vor ihr zu befragen. Kurz,wäre man in den rechtlichen Formen verfahren, und hätte man auch beweisen kön-nen, daßMaria sich um Hülfe und Rath bemühe, so würde man sie doch nicht ha-ben des Todes schuldig erklären können. Elisabeth hatte kein gültiges Richteramtüber sie; ihr Recht war das Recht des Stärker» über den Schwachen; aber ihrePolitik foderte dies Opfer. Maria wurde zum Tode vcrurtheilk, und dieses Urtheilvon dem engl. Parlamente bestätigt. Auch ein Theil der schottischen Nation wider-setzte sich der Befreiung Maria'S, und die nachdrücklichen Vorstellungen ihres Soh-nes zu ihren. Besten waren vergebens. Diaria ertrug ihr Schicksal mitStandhaf-tigkeit. „Der Tod, der meinem Leben ein Ende machen wird", sagte sie, „ist mirwillkommen. Ich halte die Seele für unwerth der himmlischen Herrlichkeit, die zuschwach ist, den Körper auf dem Hinübergange in die Wohnung der Seligen zu un-terstützen". In ihren letzten Tagen zeigte sie Ergebung in ihr Schicksal, innige Re-ligiosität und die zärtlichste Sorgfalt für ihre Diener. Sie mußte noch manche Krän-kung erfahren. Start ihr einen kathol. Beichtvater zu geben, den sie verlangte,schickte man ihr einen Protestant. Geistlichen, der sie mit der ewigen Vertammnißbedrohte, wenn sie nicht ihrer Religion entsagte. „Beunruhigen Sie sich darübernicht", sagte sie ihm mehre Male mit Lebhaftigkeit, „ich bin in der karhol. Religiongeboren, ich habe darin gelebt, ich will darin sterben". Man erlaubte nur wenigenvon ihren Dienern, sie bei ihrer Hinrichtung zu begleiten. Am 18. Febr. 1587, anihrem Todestage, stand sie sehr zeitig auf und kleidete sich mit mehr Sorgfalt alsgewöhnlich an. Sie legte ein schwarzes Sammetkleid an, um auch äußerlich wieeine Königin zu erscheinen, und ging darauf in ihr Betzimmer, wo sie nach eini-gem Gebet sich selbst das Abendmahl reichte, mittelst einer geweihten Hostie, welche
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