Mark (altdeutsch) Mark (Physiolog.) L41
Mark, ei» alldeutsches Wort, so viel als Erinnerungszeichen, Mol —daher Brandmark; dann zeigte es, wie Mai kling, die (Grenze eines Landes oderBeziiks a». Ehemals wiiide diese Benennung von den Grenzen größerer Landergekraucht, jetzt nur von kleinen Bezirken, z. B. Dorfmark, Feldmark, Holzmark,die Grenzen eines Dorfes, Feldes, Gehölzes, P,n jenem weitem Sinne hießendie Grenzprovinzen des deutschen Reichs, welche gegen die Angriffe der Wenden,Ungarn und andrer feindlichen Nachkam in Vcrtheidigungssiand gesetzt und durchMarkgrafen (s. d.) befehligt wurden, Marken, Markgrafthümer, z. B. Mei-ßen, Lausitz, Brandenkurg, Mähren, Steiermark w. Vorzugsweise und ohneBeisatz fuhrt den Namen:
M a r k, eine Grafschaft im ehemal. westfäl. Kreise, jetzt in der preuß. Pro-vinz Westfalen, Regierungskez. Minden , welche gegen N. an das FürstenrhumMunster , gegen L). an das Herzog,hum Westfalen und gegen S. und W. andas Herzoglhum Berg grenzte. Sie hat einen Flächeninhalt von 31 s^M. undwird durch die Ruhr in den Hellweg, den größer», nördlichen, und in das Sauer-land , den kleinern südlichen Theil, getheilt. Zener ist äußerst fiuchtkar und hatauch starke Viehzucht; dieser ist rauh, felsig und wenig fiuchtkar, hat aber vieleEisenerze und vor.ügl'ch einen großen Vorralh sehr guter Steinkohlen, welche keiden vielen Manufacturen den Holzmangel ersetzen. Die Manufacluren im Sauer-lande liefern Metallwaaren aller Art und ernähre» über 5000 Menschen. 1801betrug die Einwohnerzahl 153,000, deren größter Theil lutherisch ist; die Ein-künfte schätzt man auf 100,000 Thlr. Die Grafschaft Mark siel aus der jülich-sche» Erbschaft an Kurkrandenkurg; der große Kurfürst versprach den Einwohnern,daß sie stets bei seinem Hause bleiben sollten. Seitdem befand sich das Land sehrglücklich, und als 1805 und 1806 verschiedene Läntertaufche stattfanden, erinner-ten die getreue» Einwohner, besorgt, daß ihnen ein gleiches Schicksal bevorstehe,Friedrich Wilhelm !> I. an das Wort seines großen Ahnherr», der dasselbe auch feier-lich bestätigte. Allein 1807, im kilsiter Frieden, mußte er die Grafschaft Mark abtreten. iLie wurde zum Großherzoglhum Berg geschlagen und machte den be-trächtlichsten Theil des RuhrdepartementS aus, bis sie 1813 von Preußen wiederin Besitz genommen wurde.
Mark, in der Physiologie, 1) die fette Substanz, welche sich inwendig inden Knochen befindet und durch die allenthalben m dieselben eindringenden Arterienabgesetzt wird; 2) das zellige Gewebe, welches man bei Gewächsen i» der Mutedes Stammes und der Äste antrifft. Dieses Pflanzenmark verbreitet sich nochdurch andre Theile der Gewächse und hat mit dem zelligen Gewebe der Rinde diegrößte Ähnlichkeit. Es besteht aus den feinsten Fäsercbe» der Gewächse, die, nachalle» Richtungen durcheinanderlaufend, ein seines Gewebe bilden, in welchen«sich sehr kleine Höhlen oder Awuchenräume befinden. Diese Hehlen erscheinennicht nur in verschiedenen Pflanzen, sondern aueb in den verschiedenen Theilen der-selben Pflanzen in veränderter Gestalt. Mit dm« zelligen Gewebe der Rinde stehtdas eigentliche Mark in Verbindung. Bei Bäumen dringt es durch das Holz inden Splint und macht einen Tbeil des netzförmigen Gewebes der Rinde selbst aus.Es verbreitet sich bis in die Blatter und Blüthen, und endigt sich gleichsam in»Samen, mit welchem die Pflanze ihre äußersten Markspitzcn abwirft. DasMaik scheint der wesentlichste Theil derGewächse und zum Wachsthum unentbehr-lich zu sein. Vermindert es sich, so wird auch das Wachsthum geschwächt, undwenn die Pflanze oder ein Theil derselben abstirbt, so veischwindet das Mark gänz-lich. Durch seine zellige Bildung ist das Mark zur Einsaugung und Bewegungdes Nahrungsstoffes der Pflanzen ganz besonders eingerichtet. Wenn die Gefäßeohne Mark wären, so würde auch die Ernährung nicht von statten gehen; dieserhellt, wenn sich das Mark zusammenzieht und an den innern Wänden der Gefäße
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