IßO Markt Marlbororigh
Markt, derjenige Raum, wo viele Waaren zum Verkauf angeboten odergesucht werden. Der Begriff des Marktes ist also nicht blos; auf Städte oder Der--fer eingeschränkt, wo die Platze, auf welchen Waaren zum Verkauf ausgestellt wer-,den, insbesondere Märkte heißen, sondern aus ganze Länder, wo gewisse Waarenhauptsächlich erzeugt und verkauft werden. So sind die Küsten der Ostsee , die vomnördlichen Afrika, Ägypten :c. Kornmärkte, Westindien ist der Markt für die Co-lonialwaaren, Portugal war sonst der größte Geldmarkt für Europa , die Goldküsteder Vklavcnmarkt rc. Ein großer und weiter Markt ist derjenige, der viele undentfernte Käufer an sich lockt. Ein Markt, auf dem sich Käufer aus allen Theilender Erde versammeln, heißt ein Weltmarkt. So ist England und vorzüglichLondon ein Weltmarkt. London, Paris, Amsterdam, Frankfurt rc. sind Märktefür dieSkaatspapierc. Vorzüglich eignen sich solche Plätze zu großen Märkten, woentweder eine große Menge reicher Consumenten beisammen wohnen, oder wo we-nigstens die Verkäufer ihre Waaren leicht hinschaffen, und die Käufer sie leichtfinden und an ferne Orte transportiren können; daher waren die Küsten ammittelländischen Meer und die daselbst liegenden reichen Städte hauptsächlichzu Märkten für Europa, Asien und Afrika gelegen.
Marlborough (John Churchill , nachmals Herzog v.), geb. 1650 zuAshe in Devonshire, einer der größten britischen Feldherren und Staatsmänner,erwarb sich früh die Gunst des Herzogs v. Pork (nachm. K. Jakob II. ), der ihnin seinem 16. I. zum Fähnrich machte. Zuerst wohnte er der Entsetzung von Tan-ger bei, welches die Mohren belagerten. 1612 zeichnet« er sich unter dem Herzog«v. Monmouth im niederländ. Kriege, vorzüglich bei Nnnwegen und bei der Er-oberung von Mastricht, aus. Er ward Oberster und besorgte für den Herzog v.2)ork wichtige Aufträge in Flandern und Schottland . Als dieser 1685 den engl.Thron bestieg, schickte er den Baron Churchill als Botschafter nach Frankreich .Als der Prinz von Oranien gelandet hatte, ging Churchill zu ihm über und bewogauch Jakobs II. Tochter, Anna, über die er schon damals durch seine Gemahlinviele Gewalt hatte, daß sie auf ihres Schwagers Seite trat. Wilhelm III. er-kannte Churchills große Fähigkeiten und ernannte ihn zum Generallieutenant,1689 zum Mitgl. des geh. Raths und zum Grafen v. Marlborough. 1690zwang M., als Befehlshaber der Armee von Irland , die starken Besatzungen vonPork und Kinsale zur Übergabe. Allein s. Thaten machte» den Neid rege, undWilhelm ward so sehr gegen den Helden eingenommen, daß er ihm seine Stellennahm und ihn, als eines Majestätsverbrechens verdächtig, in den Tower sehenließ. Doch mußte er, da sich kein Beweis gegen ihn fand, in Freiheit gesetzt wer-den. Nach dem Tode seiner Gemahlin, der Königin Marie (1691). fand Wil-helm III. es rathsam, die einzige Schwester derselben, Anna, als künftige Thron-erbin, mit Güte zu behandeln ; er rief daher auch ihren Freund M. an den Hofzurück und ernannte ihn 1698 zum Gouverneur des Sohnes der PrinzessinAnna, des Herzogs von Glocester, hierauf zum Lordrichter von England, 1101zum General der Infanterie, zum obersten Anführer der engl. Macht in Holland und zum außerordentl. Gesandten in Haag. Als Anna 1102 den Thron bestieg,ertheilte sie dem Grafen M. den Hosenbandorden. Er und seine Gemahlin be-mächtigten sich jetzt ganz des Vertrauens der Königin; mit ihnen verbanden sichihre Schwiegersöhne, der Großschatzmcister, Lord Godolpbin, und der StaatS-secrctair, Lord Sunderland. Beim Ausbruche des span. Erbfolgekrieges warenM.'S Talente so anerkannt, daß alle Verbündete Englands ihre Truppen seinemBefehl unterordneten. In dem Feldzuge von 1102 mußten die Franzosen , dieseit einem Jahrh, immer siegreich gewesen, vor M. fliehen und ihm ihre Festun-gen überlassen. 1103 eroberte er Bonn , endigte den flanderische» Feldzug undzog nach Deutschland . Hier schlug er, mit den Ostreichern vereinigt, den Kur-