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Marokko
Getreide, LÄ, Mandeln, Datteln».Gummi. DiezahlreichenSchafheerdenlieferng>te2k?olle; es gibt viel Hornvieh, und die Pferde von Festwerden für die besten inder Berberei gehalten. ?ln Mineralien finden sich vorzüglich Kupfer, etwasauch Silber und Eisen. Die vorzüglichsten Fabricate sind Saffian und Korduan,der besonders in den Städten Marokko , daher die fran;. Benennung Marog u i n(s. d.), und Feß bereitet wird; auch werden in der letzter» Stadt seidene Zeuche ver-fertigt. V!it diesen Erzeugnissen wird ein bedeutender Handel getrieben; du Euro-päer führen dieselben aus den marokkanischen Häfen Säle, Mogador, Larasch, Te-tuan, Tanger u. a. aus. Vorzüglich werden die span. und sranz. Küstenländer inZeiten des Mangels mit Getreide von daher versorgt. Die Marokkaner stören die-senfür sie einträglichen Handel nicht durch Capereien, wie ihre Nachbarn, die Algierer.Der jetzige Beherrscher von Marokko (Mulei Abderrahman, folgte seinem öh imMulei Soliman d. 28. Nov. 1822) sucht vielmehr denselben zu begünstigen. Dochmüssen die europäischen Nationen diese Gunst gewöhnlich durch jährl. Geschenke er-kaufen. Der Sultan von Feß und Marokko (Sherif, Kaiser) regiert unabhän-gig von dem türkischen Sultan und völlig despotisch; die Personen und Guter sei-ner Unterthanen sieht er als Gegenstände an, mit denen er nach Willkür schaltenkönne. Seine Einkünfte werden auf 16 Mill. Gldn. angegeben; sie fließen ausder Kopfsteuer der Juden, dem Tribut einiger kleinen Fürsten, dem Zehnten vonden Erzeugnissen und dem Vermöge» der Unterthanen, aus den Zöllen in den Hä-fen und aus den Geschenken der Europäer. Sein Heer besteht aus 12,000 mauri-schen Reitern und gemietheten Negern, kann aber im Fall eines Kriegs bis auf100,000 M. vermehrt werden. Seine Seemacht hat bisher aus 24 Fahrzeugen,darunter 10 Fregatten, mit 0000 Seeleuten bemannt, bestanden. Die Euuv.des Landes bestehen: 1) Aus Mauren (s. d.); sie wohnen in den Städten undtreiben Handel. 2) Arabern, die auf dem Lande in Dörfern und Hütten wohnen.3) Berbern (Breber, Amaz-g), die ältesten Bewohner des Landes. (S. Barba-reSken.) 4) Negern, die als freie Leute durch das ganze Land zerstreut sind.5) Juden, größtemheils aus Spanien , von Ferdinand d. Kakh. vertrieben ; sie sindäußerst verachtet und gedrückt und verhältnißmäßig sehr zahlreich. 6) Renegatenvon Juden und Christen, vorzüglich Spanier. 7) Christen, die als Kaufleute,Künstler oder auch als Sklave» da leben. Über die ältere Geschichte s. Mauren.18',7 wurde Mehemed, ein Sherif oder angeblicher Abkömmling des ProphetenMohammed, Besitzer von Feß und Marokko , und seine Familie behauptet noch jetztdiesen Thron, um dessen Besitz jedoch häufig zwischen Brudern und Vettern blutigeKriege geführt worden sind. Die meisten dieser Regenten waren grausame Despo-ten; der wildeste von allen, das Ungeheuer Mulei Ismael, starb nach einer langenRegierung 1727. Die unzähligen, oft von ihm selbst vollzogene» Hinrichtungenerregen Schaudern. Seine Söhne, die gegen das Ende seiner Regierung sich em-pört hatten, stritten lange um den Thron, welchen zuletzt Mulei Abdullah behaup-tete. Diesem folgte 17,77 sein Sohn Mulei Sidi Mohammed, der gegen Frank-reich, Spanien und Portugal Krieg führte, aber mit andern Mächten Verträgeschloß. Er regierte nicht so despotisch wie seine Vorgänger, sondern war wißbegie-rig und haushälterisch. Nach seinem Tode (1700) entstanden wegen der Thron-folgeneue Kriege unter seinen Söhnen. Mulei soliman folgte 1707 seinem älternBruder Iezid und behauptete sich gegen seine Bruder, die, nach der Gewohnheitdes Landes, Statthalter in verschiedenen Provinzen waren. In dem Kriege, dendie Türken in Ägypten gegen die Franzosen führten, gab er zu dem Heere der Er-ster» ein Contingent, schickte aber später (1807) einen Gesandten an den kaiserl.franz. Hof: mit der Regierung derBourbonShater keine Mißverständnisse gehabt.Er starb 1822. Der söhn des Kaisers wird gleich nach seiner Geburt zu einemvermögenden Mauren gebracht, um ihn als sein eignes Kind zu erziehen. Erst im