Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maroniten

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12. I. sieht das Kind seinen Baten, der es über die Glaubensartikel des Koran rc.prüfn läßt. Billigt derKaiser dw Erziehung seines Sohnes, so hak der Maure sinnGluck gemacht; wo nicht, so wird er augenblicklich in Stücke gehauen. — Ma-rokko , die Hauptst., im 11. Jahrh, erbaut, liegt in einer angenehmen, mit vie-len Palmen bewachsenen Gegend, zwischen Gebirgsketten des Atlas, hat eineStunde im Umfange, 30,000 Einw. und ist sehr unrein und größtemheils schlechtgebaut. Die Nabe des Gebirges Atlas bewirkt im Sommer die größte Hitze undim Winter mehr Kälte als in andern Theilen des Landes; man findet bisweilen dasWasser vor Aufgang der Sonne mit einer dünnen Eisrinde bedeckt. Von M. ausgehen Karavanen durch die Wüste nach Tombuktu. Von Feß bis dabin zählt man129 Tagereisen. Das kaiserl. Schloß ist befestigt und macht eine Stadt für sichaus. Der Kaiser refidirt gewöhnlich zu MekineS, einer Stadt im Reiche Feß, diein einer schönen, fruchtbaren Ebene liegt und 15,000 Einw. hat. Die Einw. vonSäle oder Solee, Abkömmlinge der aus Spanien vertriebenen Mauren, waren infrühern Zeiten wegen ihrer Seeräubercien berüchtigt. Die Festung Eeuta (s. d.)und die festen Plätze (Presidios) Melilla , Penon und Alhueemas, im Gebiete vonM., gehören den Spaniern. (Dgl. Barbaresken und Feß.)

Maroniten, eine Partei orientalischer Christen, deren Entstehung eineFolge der monotheletischen Streitigkeiten war. Im 7. Jahrh, war die Meinung,daß Christus zwar die göttliche und menschliche Natur in sich vereinigt, aber dochnur mit Einem Willen gewirkt habe (Monotheleiismus), unter den Orientalenaufgekommen und selbst von einige» Kaisern, namentlich HerakliuS, unterstütztworden. Da aber ihr letzter Beschützer, der Kaiser PhilippicuS Bardanes , 713starb, wurden die Monoiheletcn verdammt und von seinem Nachfolger Anasta-sius ll. vertrieben. Überreste dieser Partei erhielten sich in den nach ihrem Stif-ter Maron genannten Maroniten, einer Mönchsgesellschaft in Syrien um denBerg Libanon, welche schon im 8. Jahrh, erwähnt wird. Ein andrer Mönch,Johannes Maro oderMarum, hatte dort im 7. Jahrh, den Monotheletismusverbreitet. Don den Melchiten oder kaiserlich gesinnten Christen als Rebellen be-handelt, wuchsen sie in der Gegend des Libanon , die jetzt Kesruan heißt, zueinem kriegerischen Bergvolke zusammen, das seine politische wie seine kirchlicheSelbständigkeit auch gegen die Mohammedaner tapfer zu vertheidigen wußte undsie bis jetzt unter türkischer Oberherrschaft, gegen Erlegung eines Tributs wie dieDrusen, behauptet. Die politische Verfassung der Maroniten ist die eines mili-tairischcn Freistaats; von alten Gewohnheitsrechten regiert, gegen Angriffe vonAußen bewahrt, nähren sie sich zwischen ihren Bergen vom Ackerbau und vom Er-trage des Weinstocks und Maulbeerbaums. Genieingeist hält sie zusammen. AnEinfalt der Sitten, Mäßigkeit und Gastfreiheit gleichen sie den alten Arabern; auchgilt unter ihnen noch die Blutrache, und zum Zeichen ihres Adels tragen sie den grü-nen Turban. Ihre kirchliche Verfassung erinnert sehr an die Gebräuche der altengriech. Kirche. Seit dem 12. Jahrh, haben sie sich mehre Male dem Papste unter-worfen und der röm. Kirche angeschlossen, ohne ihre Eigenheiten aufzugeben. End-lich erlangte es Clemens XII. , daß sie bei einer in ihrem Stammkloster Mar-Hannaauf dem Libanon 1738 gehaltenen Synode die Beschlüsse der tridentin. Kirchen-versammlung annahmen. Bis dahin hatten sie das Abendmahl unter beiderlei Ge-stalt genossen und sich dabei, wie die Griechen, schlichter Brote bedient; nach dieserSynode blieb ihnen noch die Priesterehe nach Art der griech. Kirche und der Ge-brauch der arabischen Landessprache beim Gottesdienste, nur die Messe wird in alt-syrischer Sprache gelesen. Ihr Oberb .rpt nennt sich Patriarch von Antiochien ,obgleich er im Kloster Kanobin aufdem Libanon seinen Wohnsitz hat, und legt demPapste alle 10 I. Rechenschaft von dem Zustande der maronitischen Kirche ab.Unter ihm stehen die Bischöfe und übrigen Geistlichen, die in 7 Graden auf-