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Siebenter Band. M bis N.
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Maroquin Marpurg

singen. In KeSruan sind über 200 maronitische Mann?, und Frauenklöster,die der angeblichen Regel des heil. Auronius folgen und sich durch Feld- und Gar-tenbau nützlich machen. Zur Bildung der (Geistlichen besteht seit 15 i8 ein ma-ronitisches Colle^ium zu Rom ; doch ist es bis jetzt weder durch diese Anstaltnoch durch die Eentung päpstlicher Nuntien gelungen, dieser Partei den (Feistder römischen Kirche ganz einzuflößen, und sowol die in Kesruau als auch diezahlreich in Aleppv, Damask, Tripolis und auf Cvpern lebenden Maronitensind ininier bei ihren alten Gewohnheiten und selbst hier und da bei der al-len Liturgie geblieben, Ich

Maroquin, marokkanisches Leder (Laffian), dessen Zu-bereitung bei den Türken ein Geheimniß ist. Der Maroquin wird vorzüglich in Sy-rien , auf der Insel Cvpern und an andern kleinasiatischen Orten von verschiedenenFarben bereitet. Die europäische Art, ihn zu verfertigen, sieht noch immer gegendie türkische zurück, woran vielleicht auch die natürliche Verschiedenheit derdazu verwandten Häure schuld ist.

M arot (Cl> mcnt), ein im Epigramm und im leichtern Liede auSgezeichne-terDichker, mit welchem die franz. Lueratore» die Geschichte der franz. Poesie an-fangen, geb. 1505 zu Cahors, kam früh nach Paris und ward Page der Herzo-gin v. Aleiuon, Margarethe von Frankreich, deren Bruder, Franz I. , er nachherin die Niederlande begleitete. Sein Liebeshandel mit der schönen Gräfin Dianav. Postlers, mit welcher er sich nachher entzweite, ist bekannt. Er folgte 1525dem König nach Italien und ward in der B chlachr von Pavia verwundet und ge-fangen. Nach seiner Rückkehr nach Paris kam er in den Verdacht, ein AnhängerLuthers zu sein, und mußte daher lange gefangen sitzen. In seinen» Gefängnisse,aus welchem ihn endlich der König befreite, bearbeitete er den alten franz. Romanvon der Rose. Nach wiedererlangter Freiheit knüpfte er einen Liebeshandel mitseiner ehemaligen Gebieterin Margarethe, jetzt Königin von Navarra, an. Aberauch diese vermochte nicht, ihn vor neuen Nachstellungen wegen seiner religiösenMeinungen zu schützen. Er floh nach Italien und von da nach Genf 1513, woihn Calvin gewann; er schwor aber bald wieder seinen Glauben ab und ging nachParis. Später flüchtete er von hier nach Turin , wo er 1511 starb, M. besaßeinen leichtsinnigen Charakter, eine angenehme und fruchtbare Phantasie und einenlebhaften Witz. Alle seine Gedichte, sowie auch seine, in Gemeinschaft mit Bezaverfertigte Übers. der Psalmen, die lange in den Protestant. Kirchen Frankreichs gebraucht worden ist, sind im epigrammatischen swle abgefaßt. Natur und Nai-vetät sind der Charakter dieses Styls, der u. d. N. 8ftls illuioligue. eine eigneGattung der poetischen Schreibart bei den Franzosen bildet. Seine Werke sindeinzeln sehr sauber gedruckt im Haag 1100 (2 Thle.), auch mit den Werkenseines Vaters Jean und seines Sohnes Michel, die mittelmäßige Dichter waren,zusammen erschienen („Oeuvre", Haag 1131, 3 Bde. 4. und 6 Bde. 12.);ohne die des VateS und des Sohnes in 3 Bdn., Paris 1824, mit dem Le-ben Cl. M.'S, mit Am», und einem Glossar.

Marpurq (Friedrich Wilhelm), unser erster musikalischer Literator undTonlehrer, war 1118 zu >L2eehausen in der Altmark geb. Er verband mit demStudium der Wissenschaften ein gründliches Studium der Musik, welcher er seinemeiste Zeit widmete, auch nachdem er 1163 die »Stelle eines Kriegsraths und Lotto-directvrS zu Berlin erhalten hakte, welche er bis an seinen Tod, 1195, bekleidete.Er war ein ebenso scharfsinniger als fruchtbarer musikalischer Schriftsteller, deralle Theile der musikalischen Wissenschaft gründlich bearbeitete, besonders aber dieLehre von der Harmonie aufklärte. Von seinen zahlreichen Schriften nennen wirfeine „Anleitung zum Clavierspielen" in 2Bdn., seine „Abhandlung von der Fuge"(immer noch das Beste über das Technische dieses Gegenstandes), seine „Histo-