Martialis
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dervmg wegen ihrer thätigen und frommen Menschenliebe, hieß eigenilich AnneBlger und war vor der franz. Revolution ,n>,o loiuirrr in einem Kloster, d. h.sie nabin aus der Drehlate(inui) und rhar hinein, was an Sendungen in dasKlo-sier kam und au? deniselben ging, ohne das; eine Nonne dabei sichtbar wurde. Nachder Auflösung der Kloster lebte sie in Besam on von einem Iahrgelde von 133 Fr.in einem kleinen Hause, das ihr Eigenthum war. Hier wandte sie ihre Zeit undihr Einkommen, mit einer Freundin verbunden, unermiidck zur Pflege der Armenund Kranken, vorzüglich der Kriegsgefangenen an. Je großer die Zahl derHulfS-bedürftigen war, vorzüglich 1809, als 000 gefangene S panier nach Besaneon ka-men , um so eifriger und thätiger war die 62jährige Schwester Marlha. §Lie be-sorgte Alles selbst: Krankenpflege, Küche, häusliche Ordnung; auch die Auftrageder Gefangenen an den Commandanten unterstützte sie durch ihre fromme Fürbitteauf das kräftigste. Ebenso liebevoll sorgte sie für die gefangenen und verwundetenEngländer. „Alle Unglückliche", sagte sie, „sind meine Freunde". Mit demselbenEifer verdoppelte sie ihre Kräfte 1814, als sie verwundete französische und feindlicheKrieger m verpflegen übernahm. Der Herzog v. Reggio bezeugte, daß er aufdemSchlachtzelde die fromme Schwester Martba recht habe kennen lernen; denn dieverwundete» Krieger hätte» öfter fern vom Vatei lande ausgerufen: „Ach, wäreScbwester Marlha kier, wir würden weniger »»glücklich sein !" Als die verbünde-ten Monarchen in Paris ankamen, wollten sie die ehrwürdige Frau sehen. DerKaiser von Nußland empsing sie den 21.August und gab ihr eine große Denkmünzemit s. Bildnis nebst einer Summe Geldes; der Kaiser von Östreich gab ihr dasCivilverdienstkreuz und 2000 Fr., der Konig von Preußen eine goldene Medaille,lind der König von Spanien schickte ihr ein Kreuz. Dann wurde sie auch dem Kö-nig von Frankreich vorgestellt. Nie hatte diese edle Frau nach irdischem Lohne ge-strebt ; sie freute sich jedoch über die empfangenen Gaben herzlich, weil sie damitnoch mehr Unglückliche» Gutes thun konnte. Man hat ihr Bildniß in Kupferstich,geschmückt mit franz. und fremden Drden: — das Zeugniß eines Heldenmukhs,der keine Thränen gekostet hat als nur die der Dankbarkeit für empfangene Hülfe!Sie starb am 29. März 1824 zu Besam o», 15 Jahre alt, als Vorsteherin allerfrommen Vereine der barmherzigen Schwestern.
MarrialiS (Marcus Valerius ), der berühmteste römische Epigrammcn-dichter, geb. zu BilbiliS in Celiiberien 4 3 n. Chr. und eiwgen zu Calaguris (Cala-horra), der Vaterstadt seines Freundes O.uintilian, kam als Jüngling unter Nero'sRegierung nach Rom und lebte unter Galba'S und der folgenden Kaiser Regierung,deren einige ihm Gunst und Achtung erwiesen. Domilian ernannte ihn zum Tribunund erleichterte durch einige Schenkungen seine Lage. Trajan , der die Sachtsternicht liebte, bewies ihm Nicht gleiches Wohlwollen, und dies bewog ihn, sich in seinVaterland zurückzuziebcn. Um dieReise machen zu kennen, hatte ihm Pluüus d. Iäeine Summe Geld gegeben. Noch in Italien vci heuathcte ersieh mit einer Spa-nierin, die ihm ein beträchtliches Vermögen zubrachte. Er starb im I. 101.M.'s Ruhm gründe?sich auf 14 Bücher Epigramme, von denen er selbst mit Be-scheidenheit sagt:
8nnl liana. 5nni gn.wckani nw<Iio<ia. «unt ni.il.a plur.i.
In der That gibt die Menge und dcr verhältnifimäkiae Werth seiner Epigrammeeinen hohen Begriff von dem fast unerschöpflichen Witz des Dichters. Die »leistensind scharfsinnig und treffend, viele voll Anmuth lind attischen Salzes, viele aberauch, in denen er die Laster seiner Zeit bespottet, nach unsern Begriffen unzüchtigund schamlos. Er ist der eigentliche Schöpfer des neuern Epigramms, welches sichdurch das Zusammenlaufen in eine scharfe Spitze von der griechischen einfachenÜberschrift unterscheidet. Eine Auswahl Marrial'scher Epigramme hat Ramlcr,inS Deutsche überseht, mit dem latein. Tepte herausgegeben (1181 — 93, 5 Thle.).
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