Keiner seiner Vorgänger oder Nachfolger ist je so feierlich geweiht worden. Er rittaus einem weißen Reffe, das der Kaiser und der Kurfürst von der Pfalz , Beide zuFuß, beim Zügel führten. Eme Menge von Fürsten und eine ganze Kirchcnver-sammlung bildeten den Zug. Lei« erstes (Geschäft war, eine Bulle gegen die Hustfiten zu erlassen. Diese ist darum merkwürdig, weil darin der Papst die Dberge-walt der Concilien anzuerkennen scheint. 1418 schloß er das konstanzer Concilium,obgleich eine Menge von Beschwerden noch nicht abgestellt waren, und die Spaltungin der Kirche fortdauerte. Benedict XI II. lebte noch, und als er 1424 starb, wardein neuer Gegenpapst in Clemens VIII . gewählt, welcher erst 1420 seinen Ansprü-chen entsagte und als Entschädigung das Bisthum von Majorca erhielt. EineKirchenvci sammlung, welche Martin V. nach Pavia berief und von da nach Siena verlegte, ward aufgelöst, obne Ei was festgesetzt zu haben. Bald darauf starb er(1431). Er hatte das Verdienst, die Einheit in der Kirche wiederhergestelltund Italien beruhigt zu baben. Wir besitzen von ihm einige Werke.
Martin (Louis Claude St.-), ein Mystiker im guten Sinne des Works.Er war von adeligem Herkommen (Marquis), geb. zu Ambosse in Touraine den18. Jan. 1143, trat als Jüngling in Kriegsdienste und widmete seine Muße demStudium alter und neuer Sprachen, religiösen Betrachtungen, der Tonkunst undder Natur. Um seine Kenntnisse zu erweitern, verließ er den Dienst, durchreisteDeutschland, die Schweiz, England und Italien , und fand überall Freunde undVerehrer. Während der franz. Revolution versah er seinen Dienst bei derNaiional-garde, bis ihn das gehörige Alter freisprach, ward dann Mitglied der ersten Wahl-versammlung seines Deport., zog sich hierauf in die Einsamkeit zurück und starbzu Aukrao bei Chatillo» den 14. Oct. 1803. Er war voll Bescheidenheit und De-muth, still,r Wohlthätigkeit und tiefem religiösen Lmn. Letzterer spricht sichallen seinen Werken großtentheils unter der Gestalt symbolischer Bruchstücke aus,in Welchen er oft die schwersten Gegenstände der Naturlehre und der Metaphrsikmit einem genialen und religiösen Blicke beleuchtet. Doch sind dieselben auch nichtfrei von gewagten Lätzen und überspannten Einfällen. Die Seltenheit eines sol-chen religiösen Geistes, in Verbindung mit der Milde und anziehenden Kraft feinerWerke, erwarben ihm eine Menge Verehrer, sodaß sich in Frankreich eine theoso-phische Sekte bildete, welche sich Martiniste» nannte. St.-M. übersetzte auchdie „Morgenröthe" des ihm geistig verwandten Jakob Böhme , schrieb sein berühm-tes mystisches Werk: „Des et ele la Glich" (Lvon 1115, und öfter;
deutsch von Marth. Claudius, Hamb . 1182); ,,'I'a Ist «'.->» „atme! <le» ,->,',»>rixgui existent cntre Die». l'Iioninie et l'iiniverG (Edinburg 1182, 2 Bde.);„I)o l'e<g'ri> ,Iex elinxex" (1800, 2 Bde.) („Vorn Geist und Wesen der Dinge,oder philosophische Blicke auf die Natur der Dinge und den Zweck ihres Daseins,wobei der Mensch überall als die Losung des Räthftls betrachtet wird", a. d. Franz,von I). C. G. Lchubert; Lpz. 1811, 2Thle.); „IGre-Iicunn: le nouvel l><>,, e"(1108)t „älinGistc ste l'hennrnc cl'ex>>rii"(1802); ,,I.'Iie>m,no <>?,chchi," (n ueAuss, Metz 1802. 2 Bde.) („Des Menschen Sehnen und Ahnen", Obers, vonAd. Wagner, 1813): ,,s.« crncostil. >>u s, gnie,rastn lsten ct ein mal. zicststiiospinn-,nagignc I-II ( II Manch" (1800); „!)« stie» et cle li> Ii.-iture etc.". Manhat i» der neuesten Zeit des religiösen MvsticiSmuS unter den Deutschen sich vondiesen Schriften vorzüglich angezogen gefühlt, um so mehr, da die lheosophischcnBruchstücke des Lt.-Martin mir den wissenschaftlichen Forschungen der neuen Phi-losophie auffallend übereinstimmen.
M artin (Vincenzo), in Valencia geb., einer der beliebtesten Componistenin der ältern ital. Manier, zeichnete sich schon um 1182 durch Dpern und Ballei-composikionen aus, welche man auf ital. Theatern aufführte. Hierauf schrieb erin Wien um 1185 seinen von Kennern geschätzten „llnrlieio". Den meisten Ruf