MartiuS
168 7 - . Mortimfesk
M a r t i n i f e st, wird am 11. Nov. in der katholischen Kirche dem heil.Martin zu Ehren gefeiert. An diesem Tage empfing die Geistlichkeit von den Gläu-bigen diePflichtkühner und Gänse. Im 10. Jahrh, entstand im Dccidenr die Ge-wohnheit, den Anfang des neuen Jahres nur dem Feste Martini zu machen, wor-aus dann in der Folge (in Ähnlichkeit mit den ehemaligen Rüstwochen der Judenzu ihren Festen) die Gewohnheit erwachsen ist, das neue Kirchenjahr am erstenSonntage des Advents anzufangen. Auch wird am 10. Nov., besonders in Thü-ringen, Luther's Geburtstag gefeiert und Martinsfest genannt.
M a r k i n i g u e, franz. Gouvernement, eine der kleinen Antillen (s. d.)oder karaibischen Inseln, die wichtigste Besitzung der Franzosen in Westindien (17ft^M.). Die Spanier entdeckten sie, nahmen sie aber nicht in Besitz, und sie wurdefortdauernd von Karaiben bewohnt. 1635 liehen sich 150 franz. Colonisten vonder Insel St.-Christoph daselbst nieder, und die Karaiben verließen nach verschiede-nen mit den Ankömmlingen geführten Kriegen 1658 die Insel auf immer. DieseNiederlassung gehörte damals einer Gesellschaft von Privatleuten. Eolbert kaufteihnen (1661) die ganze Insel für 10,000 Thlr. ab. Die Engländer haben in ih-ren Kriegen niit Frankreich Martinique 1761, 1791 und 1809 erobert, aber je-desmal beim FriedenSfchlust an Frankreich zurückgegeben. Die Insel hat im In-nern zum Theil hohe und Mit Waldungen bedeckte Berge, von denen einige dieMerkmale ausgebrannter Vulkane zeigen. Aus diesen Bergen kommen 40 Flüsseund Bäche, welche Las Land bewässern. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist groß.Man baut vorzüglich Eaffee, auch Zucker, Eacao, Indigo, Baumwolle und Taback.1718 wurden aus dein komgl. boran. Garten zu Paris 2 junge Eaffeebaume nachMartinique gesendet, die sich so außerordentlich vermehrten, daß man 1778 8 Mill.Caffeebäume zählte, welche jährl. gegen 100,000 Elnr. Bohnen liefern. Die Aus-fuhr betrug 1812, als die Engländer die Insel besaßen, über I Mill. Pf. Sterl.DaS Klima ist nicht gesund, besonders in der Nähe von Sümpfen und bei den Ur-wäldern in der Mitte des Landes, in die selbst die entlaufenen Sklaven wegen desVerbandes der Hochstämme durch Lianen und wegen der vielen Schlangen undwilden Thiere nicht zu dringen wagen. Heftige Stürme richten bisweilen grobeVerwüstungen an. Die Bevölkerung von 120,090 Menschen war in, I. 1820auf 98,279 gesunken, darunter 77,000 Negersklaven. Da sich die Einkünfte indiesem I. nur auf 3,373,000, die Ausgaben aber auf 4,499,287 Fr. belufe», sogab die Krone einen jährl. Zuschuß von 1,200,000 Fr. Die Hauptst. St.-Pierrehat 30,000 Einw., ein Fort und einen Hafen. Zwei andre Festungen undHäfen sind Fort Roval und la Trinito.
Martins (Karl Friedrich v., 0.) (sein Adel ist persönlich, in Folge desihm ertheilten komgl. bair. DrdenS), geb. 1791 zu Erlangen , erhielt von seinemVater, dem Hofapotheker, Doctor der Medici » und Philosophie daselbst, einesorgfältige Erziehung und bald diejenige Richtung, welche für ihn Lebenselementwerden sollte, wozu namentlich die naturgeschichtlichen Studien seines Vaters unddessen vertrauter Umgang mit den beiden als Naturforscher rühmlich bekannten Leh-rern, Esper und Schreber , viel beitrugen. M. studirte auf dem Gymnasium unddann Medicin auf der Universität zu Erlangen . Nach Erlangung der medicinischenDoctorwurde trat er in die Akademie der'Wissenschaften ein, wurde später Adjunctund 1820 Mitglied derselben, auch Mitdirector und Conservaror des botanischenGartens. Er ist Lehrer an der Universität und Eonservator des brasilian. Museums.Vor seiner Reise „ach Brasilien gab er eine „b'l<nn m v,>tc>-pi,n><?a Ich!.->nirei><N"heraus, deren Bearbeitung besonders ruhige und inö Kleine gehende Beobachtun-gen erfoderte, seine Neigung für scharfe und klare Naturberrachkung vermehrte undzugleich, mit mehren Alpenreisen verbunden, ihn zu Größerm vorbereitete. Überdie Ergebnisse seiner Reise nach Brasilien für die Nalurwissenschaft vergl. Spix.