Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
169
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Märtyrer März- oder Malfeld ä69

182-—26 gab M. i» München s. „Xrn.u Aoixn.n cl igiecios plan tarn m 1>r.n-sUie»->iu,n" (2 Bde., Fol., nnt 200 lithographieren Blättern) heraus.

M ärtyrer (griech. Zeuge) nennt die christl. Kirche Diejenigen,

welche besonders m den s, uhern Zeilen des Christenthums und während der sogen,großen Verfolgungen lieber Schmach und Tod erduldeten, als daß sie ihren Glau-ben vcrläugnet hätten, und dadurch Zeugniß gaben von der Festigkeit ihres Ver-trauens aus die Wahrheit und Göttlichkeit der neuen Lehre. Die Begeisterung, dieder Glaube, wo er unterdrückt werden soll, in edcln Gemüthern erzeugt, hat derchristl. Kirche viele heroische Vorbilder dieser Art gegeben, und in allen Zeiten undGegenden haben Religionsbedrückungen den Muth zum Märtvrerthum, d. h. zurAufopferung des Lebens für den Glauben, erweckt. Die Schilderung des Lebens,der Verfolgungen und Marter» der chri'il. Märtyrer, worin sich aber vieleUnwabrheiten und Irrthümer finden, wird Marty rologium genannt. Bi-schof Clemens I. von Rom soll das erste entworfen haben; das römische bliebunter den vielen Märtyrergeschichten immer das berühmteste. Über die Ver-ehrung der Märtyrer vgl. Heilige. In weiterer Bedeutung versteht manjetzt unter Märtvrer überhaupt eine Person, welche unschuldig für eine guteoder doch von ihr für gut gehaltene Sache leidet; z. B. Märtyrer der Wahr-heit — an einer ^ache zum Märtyrer werden; so auch in der prolestant.Kirche. S. A. W. Hecke! i „Die Märtyrer der evangel. Kirche in den er-sten Zeiten nach der Reformation" (Nürnberg 1828).

M ä r tyre r feste sollen schon im 2. Jahrh, üblich gewesen sein.Bei den Gräbern der Hingerichteten Märtyrer beteten die Christen und dank-ten Gott für das Beispiel, welches ihnen gegeben war. Die Feier schloß mitdem Genuß des heil. Abendmahls und mit einer Almosenaustheilung. Manhielt den Märtyrern Lobreden und las die Thaten und Leiden der Hingerich-teten vor. Man nannte diese Tage die Geburtstage der Märtyrer, weil siean den Tagen ihres Todes zur Freude des ewigen Lebens gleichsam geborenwaren. äwriviu, nennt man die den Märtyrern geheiligten Kirchen oderCapellen. Bald enthalten sie deren Gebeine, bald nicht, bald sind diese Ca-pellen verschlossene Abiheilungen großer Kirchen.

M aru m lMartin van), einer der beliebtesten Naturforscher Hollands ,geb. den 20. März 1150 zu Delft , widmete sich der Mathematik, legte sich inGroningen mit Eifer auf die Arzneikunde und schrieb als Studenr (1176) eineschätzbare Abhandlung über die Clektrieüät. Nach Vollendung seiner Studienlebte er als ausübender Arzt in Harlem, wo er auch vielbesuchte Vorlesungen überPhysik hielt; bald aber gab er seine ärztlichen Geschäfte aus und wurde Seeretairder Geselllch. der Wiffensch. zu Harlem. und gleich nachher Director des Terler'-schen physikalischen CabinetS, das er durch seine Sorgfalt zu einer der trefflichstenSammlungen in Europa erhob. Berühmt ist u. a. eine von ihm selbst erbauteElektrifirmaschine von ungebeurer Größe. Auch verdankt ibm die Luftpumpe we-sentliche Verbesserungen. Er machte sich durch schätzbare Beobachtungen in derChemie und Physik bekannt, die er meist in den Schriften der Tevler'schen Gesell-schaft und in einem harlemer Wochenblatte mittheilte. Man hat von ihm zweivon der botanischen Gesellschaft zu Rotterdam gekrönte Preisschriften überElektricität, und eine dritte über die Beschaffenheit der schädlichen Ausdün-stungen von Sümpfen u. s. w. und den Mitteln, den dadurch erzeugten Nach-theilen abzuhelfen. Er ist Herausgeber der auch ins Deutsche übersetzten „Ab-handl. der Batavischen Gesellschaft".

M ä r z- oder M aifeld. Der Oampu-; >1->, tun! war ein großes Wiefen-oder Ackerfeld im alten Rom an der Tiber, in der Nähe des heutigen Ponte Molle .Es wurde nach Vertreibung des letzten Königs, dessen Eigenthum es war, dem