Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
173
JPEG-Download
 

173

Maschinen

Wearen haben gewöbnlich auf den stärker» Verbrauch derselben einen so wichtigenEuistuß, das, binnen Kurzen, nicht blos die ansang? auser Brok gesetzten Arbeiter,sondern noch viele Andre, eben durch dieselben Verdienn erhalten. Einen Belegdazu liefert insbesondere die Druckerpreise. In dem Augenblicke, da sie zuerstangewendet wurde, »nisten eine Menge Abschreiber brotlos werden: denn mankann annehmen, das ein einziger Buchdrucker so viel Arbeit liefert als 200 Ab-schreiber. Aber die Leichtigkeit, mit welcher man die gedruckten Bücher lesenkonnte; der niedrige Preis derselben, unk die Aufmunterung, welche dieser Umstandden Schriftstellern gab, eine grössere Anzahl davon herauszugeben: dies Allesverursachte, daß in kurzer Zeit mehr Buchdrucker angestellt waren, als es vor-her Abschreiber gegeben hatte; und konnte man die Anzabl nicht allein derBuchdrucker, sondern auch aller Personen, welche die Buchtruckerkunsi in Tä-tigkeit seht, wie z. B. Stempelschneider, Schriftgiesser, Papiermacher, Kupfer-stecher, Fuhrleute, Eorroctoren, Buchbinder und Buchhändler, erfahren, so wurdeman die mit der Bücherfabi ieatur beschäftigte Menschemahl viel größer sinkenals die der Abschreiber vor Erfindung der Druckervresse. Eine Regierung, welcheaus Besorgnis der Bröckeligkeit eines Theils ihrer Unterthanen der Einfühlungvon Fabrikmaschüien Hindernisse in den Weg legen wollte, würde nicht alleinihren Zweck verfehlen, sondern das Übel noch ärger machen; denn eine solcheMaßregel könnte auf keinen Fall den Gebrauch der Maschinen im Auslandeverhindern, die ausländischen Waaren würden daher, vermöge ihres niedrigenPreises und besserer Gute, die vü'ei kindischen vom Markte verdrängen, undweil alsdann selbst die Arbeiter wegfallen würden, die außerdem bei den Ma-schinen waren angestellt worden, so mußten dadurch noch weit mehr Unter-thanen außer Brot kommen. Einer weise» und thätigen Regierung kann esübrigens nicht an Mitteln sohlen, die Übel, welche bei der Eiusührung von Ma-schinen anfangs unvermeidlich sind, im Keime zu ersticken. Da die Beschäfti-gung der hierdurch außer Brot gesetzten Staatsbürger giöistenrhcils in ädand-arbeit bestand, so bietet sich der Staatsverwaltung ein weites Feld zur Benutzungihrer Kräfte dar; denn wo wären nicht noch neue, das Gemeinwohl beförderndeAnstalten, z. B. Canäle, Chausseen :c. zu errichte»? Immerkin mögen die Sum-men , welche der Staar in dieser Hinsicht aufopfert, beträchtlich sei», es sind janur Vorschüsse, welche dereinst mit Wucherzinsen zurückkehren und den Nackonal-rcichthuni überhaupt erhöhen. le. ».

M a s ch i n e n nennt man in den Werke» der epischen und dramatischenPoesie alle jene außerbalb des Kreises unserer Wahrnehmung fallende Wesen, z.B.Götter, Engel, Teufel, abgeschiedene Geister, Zauberer, Feen u. s. w., durchderen Einfichrung theil? das Wunderbare der Darstellung erbost, theils der sonstnicht lösbare Knoten gelöst werten soll. Der Ausdruck schreibt sich von der grieob.Buhne her, auf welcher zu solchem Bebus Götter und Göttinnen gewöhnlich inFlugmaschinen erschienen. So z.B. in dem „Ion" und in dem „Hippolrkos" desEuripides. Horaz schon gab den dramatischen Dichtern seiner Zeit die Lebre:„Rette kein Gorr, und nur als retkungswürdiger Knoten". Dein zufolge beziehtsich, was die Ästhetiker Maschine nennen, eigentlich nur auf die Entwickelung desKnotens durch eine solche äußere Einwirkung. Indeß bat man den Ausdruck weiterausgedebrt und ihn besonders auf das epische Gedickt bezogen, worin man allehöhere Wesen, welche in die Handlung eingreifen, Maschinen nennt. Es ist ge-fragt worden, ob diese dem Epos wesentlich seien oder nicht. Weil ste in dem Eposdes Hon,er vorkamen, so glaubte man so fest an ihre Unentkehrlichkeit, daß man,allem Volksglauben zuwider, lieber durch xersonisicirte Abstraera die ganze Dar-stellung erkaltete, als sie wegließ. Daß die? geschehen könne okne alle Beeinträch-tigung, ja zum Vortheil eines epischen Gedichtes, hat uns Göthe'S „Hermann