Masken
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enthauptet wurde, sind theils durch Thatsachen widersprechen, theils abgeschmackt.Die meisten Vertheidiger und unter ihnen neuerdings Delori in s. „Ili-i. >!«I'h-Iiinnc :>» <1c irr" (Paris 1825) und l). ssiürnberger, der sich auf den
I.Bd. der„d1>»>. ,lc älall.Vainpaiü' (5. ?l., Paris1823)bezieht,i»i „Morgeubl.",(1825, Nr. 309) bestärkten die Vermuthung, cS sei der Gras Mattioli, ?)>inisterdes Herzogs v. Mantua , gewesen. Dieser Mattisli ließ sich gegen das Ente 1017,wo er außer Dienst war, mit dem fron;. Gesandten zu Venedig , Abbe d'Eftrades,in eine Unterhandlung ein, um Ludwig XIV. die Festung Casal zu überliefern.Er soll in der Folge das Geheimniß an Spanien verrathen haben und deßwegenauf Befehl des franz. Hofes durch Eakinat 1019 nach Pignerol gebracht wordensein. Auch DutenS hat 1189 in s. „(äorrc-zxinkloiice nitcrccptcc" und 1806in s. „>I, ,»»irc>i O'iin gui 5c rcp05e", II. 201 fg. (deutsch Llmster-
dam 1801, 2 Bde.) diese Ansicht verfochten. Dieser Meinung wild in einerSchrift des verst. Ehev. de Taules (franz. Gen.-Eonsul in Syrien ): ,,I>„ >>>.>,5^,1«<Ic lc," ,Paris 1825) widersprochen und behauptet, der Gefangene sei der ar-menische Patriarch Arwediks, ein Feind der kachol. Armenier und darum dasOpfer des Hasses der Jesuiten , gewesen. Man hat auch geglaubt, der Gefangen«sei ein Bruder Ludwigs XIV. gewesen, der so viel Ähnlichkeit mit ihm gehabt habe,daß die Entdeckung Gefahr hätte bringen können. Ob er aber (wie in den „älcumi-105 >!u älarcabul ,le lUi'bvlieu" vom Abbc Sousavie behauptet wurde) ein ehe-licher Zwillingsbruder Ludwigs, oder ein im Ehebrüche erzeugtes Kind der Ge-mahlin Ludwigs XIII., Anna v. Östreich, gewesen sei, oder endlich ihr natür-licher, so kurze Zeit nach ihres Gemahls Tode geborener Sohn, daß dessen recht-mäßige Geburt als möglich hätte angenommen werden kennen, läßt sich nicht aus-machen. Der in Paris angesiedelte Schotkländer Quintin Crawford sucht ins. „voll,»^05 cl'IlilOvire «t clo litt«,sture" (Paris 1811) die letztere Meinungwahrscheinlich zu machen. Voltaire, der nach seinen Äußerungen das Wort desRäthsels kannte, spricht in einem ohne Zweifel von ihm herrührenden Ausätze zurAuSg. von 1111 des „I)iclin,,i>. pI>>!o5<>ii!.ig»e" (Art. .Ina) die Vermuthungaus, der Unbekannte sei ein vor Ludwigs X I V. Geburt im Ehebruch erzeugter Sohnder Königin gewesen, den man heimlich erzogen, und von dessen Dasein Niemandals Mazarin gewußt habe, nach dessen Tode auch Ludwig XI V. mit einem Ge-heimniß bekannt geworden sei, dessen Enthüllung nicht ohne Ärgerniß möglich ge-wesen wäre. Merkwürdig bleibt dies Räthsel immer, weil es uns auf den Zu-stand eines Landes schließen läßt, wo die Regierung einen so angesehenen Gefan-genen, als der Unbekannte gewesen sein muß, über 10 Z. lang in entlegenen Ker-kern und selbst in der Mitte der Hauptstadt festhalten konnte, wo man das unglück-liche Opfer lvährend dieser ganzen Zeit durch Todesdrohungen zwingen durfte, seinGesicht zu verbergen, wo Niemand des Umstantcs laut erwähnte, ja selbst dieZeug n der Gewaltthätigkeit nur davon zu flüstern wagten, bis Voltaire langenachher die Geschichte erzählte, und wo sogar einige Menschen plötzlichen Tod er-litten haben sollen, nachdem sie zufällig in eine Lage gekommen waren, welche dieEnthüllung des wichtigen Geheimnisses möglich machte.
Masken , die, oder Larven (s. d.l wurden schon in dem gramsten Alter-thume, besonders bei den Umgängen und Einweihungen in die Orgien des Bacchusgebraucht. Wie es bei den Einweihungen 3 Grade gab: den Grad der Satyrn,der Silenen und des bärtigen Bacchus, so hatte auch jeder dieser Grade seine ei-genthümliche, ihn charakterisirende Maske. Man findet dieselben häufig auf denalten Vasen dargestellt. Bei dieser religiösen Bedeutsamkeit ist es nicht auffallend,daß sie in Verbindung mit dem PhalluS, dem Symbol der Fruchtbarkeit, als einwirksames Mittel gegen Zaubereien gebraucht wurden. Ein alter Schi iftstellererklärt die zauberabwehrende Kraft der Masken dadurch, daß ihre lächerliche Ver-
Eoaversations, Lexikon. Bd. VII. 12