Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
182
JPEG-Download
 

182

Massenbach

nach einer glücklichen Eröffnung des Kriegs, wegen Iourdan's Mißgeschick an derDonau , bis zum Aldis zurückweichen; gier aber erwartete er in einer festen Stel-lung den günstigen Augenblick und kam durch die Wchlacht bei Aurich den 25.Sept.der Vereinigung Korsakosss und Suworoff'S, der bereits bei Gotrhard überstie-gen hakte, zuvor. Dieser Sieg, die erste Niederlage der Russen >n offener Schlachtseit einem Jahrh., entschied Rußlands Trennung von Östreich und rettete Frank-reich . Als M. hierauf die helvetischen und rhänschen Alpen wiedercroberr hatte,ward er nach Italien gesandt, wo die Ostreichen siegend vordrangen. M. eilte mitden vorhandenen geringen Sircukräfte» Genua zu erhalten. Seine Vertheidigungdieser Stadt gehört zu den außerordentlichen. Erst als alle Vertheidigungsmitkelerschöpft waren, nahm M., 10 Tage vor der Schlacht vonMarengo, eine ehren-volle Capitulation an. Jetzt übergab ihn, der Tonsul Bonaxarte, der nach Paris zurückeilte, den Oberbefehl des Heeres. Bald darauf erfolgte der Friede. M.ward von, Seinedepark. in den gesetzgeb. Körper gewählt, und 1801 Reichsmar-schall. 1805 erhielt er den Oberbefehl in Italien . Er verlor die Schlacht bei Tal-diero ; als aber der Erzherzog Karl durch da? Unglück der deutschen Waffen bei Ulm zum Rückzug in das Innere Östreichs gezwungen war, verfolgte M. ihn, jedochohne ihm einen Vortheil abgewinnen zu können. Nach dein Frieden von Presburg nahm M. auf Napoleons Befehl das Königreich Neapel für Joseph m Besitz underoberte Gaeta. Nach der Schlacht bei Eylau, 1807, berief ihn Napoleon nachPolen , um den rechten Flügel des franz. Heeres zu befehligen. Als nach den»Fanden von Tilsst der Krieg ,n Spanien sich entzündete, betrat M. mit dem Titeleines Herzogs v. Rivoli diese» Kriegsschauplatz, von den, er 1809 nach Deutsch-land abgerufen wurde. Hier kämpfte er in den Schlachten bei Eckmühl, RegenS-burg, Ebersberg, Eßlingen und bei Wagram. Bei Eßlingen rettete seine Stand-haftigkeit und Ausdauer das franz. Heer vor» gänzlichen Untergänge, und Napo-leon belohnte ihn mit der Wurde eines Fürsten von Eßlingen . Bald nach demFrieden eilte er aufs Neue nach Spanien, um Portugal den Engländern zu ent-reiße». Wellington zog sich vor ihm zurück, um in einer felsenfesten Stellung beiTorreS DedraS Lissabon zu vertheidigen, bis der Mangel dem feindlichen Heereden lungern Aufenthalt unmöglich machte. M. mußte sich endlich zurückziehen.Napoleon rief jetzt M. aus Spanien ab und gab ihm 1812 fg. keinen Heerbcfehl.M.. der 1811 in Tvulon commandirte, erklärte sich sü> Ludwig XVIII. ErwarbCommandeur des St.-Ludwigsordens. Bei Napoleons Landung 1815 war seinBetragen in Toulon mindestens zweideutig. Als der Kaiser wieder eingesetzt war,schwor er zu seiner Fahne und ward Pair und Tommandant der pariser National-garde. Als solcher trug er viel zur Erhaltung der Ordnung in der Stadt währendder unruhigen Tage bei, die des Königs Rückkunft vorhergingen. Seitdem lebteer zurückgezogen, und mancherlei Kränkungen, womit die Rovalisten ihn über-häuften, beschleunigten s. Tod. Er starb den 4. April 1817. Napoleon charak-terisirt ihn in s. Briefen als unermüdlich, verwegen, mit richtigem Überblick be-gabt und schnell entschlossen. General Pelet war M.'S Adjutant.

Massenbach (Christian von), k. preuß. Oberst und Generalguartiermei-stw, geb. 1768 zu Schmalkalden in Kurhessen . Er ward unter den Augen seinerMutter auf dem Stammgute Massenbach bei Heilbronn im Königreich Würtem-berg erzogen, kam in die Schule des Pros. Iahn zu Ludwigsburz und in die Mi-litärakademie auf der Solitude zu Stuttgart ; dann ward er 1782 als Officier inder würtemberg. Garde angestellt und zugk ich Lehrer bei der Akademie, kam aberb ald in den preuß. Generalguartiermeiüerstab. Eine Schrift über die Differential-rechnung, eine Abhandl. über die Mechanik und eine kriegswissenschastliche Zeit-schrift empfahlen ihn dem nachherigen Könige Friedrich Wilhelm II. , der ihn, denUnterricht seines Sohnes Ludwig in der Mathematik aufttuz. Er wohnte deni