Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
183
JPEG-Download
 

183

Massillon

Feldzuge von 1181 in Holland und dem Kriege gegen Frankreich bis zum basierFrieden bei. Während dieser Zeit focht er bei einige» Gelegenheiten mit 'Auszeicb-mmg. Einige Kriegspläne, die er entwarf, und manche Vorschläge zu Verbesse-rungen in der Einrichtung des Generalguartiermeistersiabc» wurden nicht beachtetund erweckten ihm, da er, wie es scheint, mit eigennützigen Rücksichten zusammen-,stieß, viele Gegner. 1805 sprach er gegen den Krieg mit Frankreich und empsahlein Bündnis, mit diesem Siaaie; als aber der Krieg entschieden zu sein schien, riecher zu einer schnellen Bewegung gegen den Rhein , uni Östreich Lust zu machen.Die neue Richtung, die Preußens Politik nach der Schlacht von'Austerlitz nahm,veranlaßte ihn, die militairische Besetzung von Hanover vorzuschlagen und einenPlan zu einem Angriffskriege gegen Rußland zu entwerfen. Bei den Vorberei-tungen zum Kampfe gegen Frankreich , der gegen s. 'Ansichten war, ward er »achSchlesien geschickt, um KriegSvölker zu sammeln; und es macht seinem Scharf-blick Ehre, daß er schon zu jener Zeit rieth, den ungewissen Beistand eine» Coalinonnicht zu erwarten, sondern die Gemüther der Deutschen gegen die Franzosen aufzu-regen, und diese den Gefahren eines Volkskrieges auszusetzen. Bei der Eröffnungdes Feldzugs von 180V war M. Generalg»arkiermeister bei dem Hohenlohe'schenCorps, zu dessen Übergabe bei Prenzlau er auf eine Art beigetragen hat, die ibn ineine Untersuchung verwickelte, welche durch die Ereignisse des Krieges unterbrochenwurde. Seitdem lebte er theils auf einem vom König von Preußen ihm geschenk-ten Landgute im Herzogth.Posen, theils, aber später, in Würkemberg, wo er einsder eis igsten Mitglieder unter der ständischen Oppositionspartei war. Nach Preu-ßens Unfällen schrieb er seil 1808 verschiedene Werke, unter welchen die „Memoi-ren zur Geschichte des preuß. Staats unter den Regierungen Friede. Wilh. II. undFriede. Wilh. III." (Amsterd., 3 Bde.) und „Historische Denkwürdigkeiten zurGesch. des Verfalls des preuß. Staats seit d. Jahr 1192" (Amsterd. 1809, 2Bde.)die wichtigsten sind. Das Streben des Verf., darzulhun , daß er den Untergangdes preuß. Staats durch s. Rathschläge abzuwenden gesucht habe, und sich geltendzu machen, ist zwar in diese» Mittheilungen nur zu sichtbar, sie sind aber wegenvieler Aufschlüsse über zeitgeschichtliche Verhältnisse von Werth. M. hatte mehreMale um seine Entlassung a»S dem preuß. Kriegsdienste angehalten, sie aber »ochnicht erhalten, als er 1811 von Neuem in Untersuchung ge;ogen ward. Er wurdein der freie» Stadt Frankfurt auf Ansuchen des preuß. Hofs verhaftet und nachKüürin gebracht. Wie verlautet, war er im Begriff, neue Denkwürdigkeiten übers. Verhältnisse zum preuß. Staate und insbesondere zum Herzog v. Braunschweig herauszugeben, und man wollte behaupten, er habe, in Hinsicht auf die gedrohteVeröffentlichung wichtiger Schriften, Anträge gemacht, die einen unwürdigen Ei-gennutz verriethen: ein Umstand, worüber sich bei dem Mangel einer amtlichenBekanntmachung der Verhandlungen über die ihm angeschuldigten Dergehungennicht urtheilen läßt. Genug, man warf ihm vor, daß er bereits früher, und neuer,lieh durch beabsichtigten Landesverrath, die StaatSgesetze verletzt habe, welche dieBekanntmachung von amtlichen Schriften für eine Übertretung der Dienstpflichterklären. Es ward eine Commission, ihn zu richten, ernannt, die ihn un Sommer1811 zu l ljähriger Feüunzshaft vcruriheilke. Er wurde 1820 von Küstrm nachGlah gebracht, 1826 aber durch die Gnade desKönigS in Freiheit gesetzt, und starbam 20. Nov. 1821 zu Bialokosz bei Pinne im preuß. Polen . über ihn: „DerOberst Massenbach; eine biograph. Skizze rc." (1811).

Massillon (Jean Baptist^, einer der größten franz. Kanzelredner, geb.1663 zu Hiüres in der Provence , trat in seinem 11. I. in die Congregcuion desOratoriums, und gewann sich die Herzen allenthalben, wohin er geschickt wurde,durch sein einnehmendes Betragen wie durch seinen Geist und seine» Charakter.Aber er zog dadurch auch den Neid seiner Mitbürger auf sich; man beschult.gte