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Maß und Gewicht
uns übliche Urmaß für Flüssigkeiten isk die Kanne, und für trockene Dinge derScheffel, die Metze. — Die wichtigsten der verschiedenen Benennungen allerMaße und ihrer Unkerabtheilungen sind in besondern Art. erklärt. (Dgl. Decimal-und Duo decimalmaß.)
In dem Sinne, wie das AuSmitteln der Raumgrößen geschieht, läßt sich auchdie Zeit, lassen sich Kräfte, Wirkungen, Lasten u. dgl. messen. Dem Zeitmaßeliegt der Umlauf der Erde um die Sonne (Jahr) oder der Umschwung der Erdeum ihre Axe (Tag) als Einheit zum Grunde; zu genauern Bestimmungen dientdie Stunde, Minute, besonders die Secunde. Die Kraft, mit welcher ein Kör-per aus seine Unterlage nach dem Erdmittelpunkte drückt, nennt man seine Schwere,das Messen der Schwere nennt man wiegen, und die dabei zur Einheit ange-nommene Kraft das Gewicht. (Häufig sagt man auch anstatt: die schwere— das Gewicht einesKörpers, und unterscheidet absolutes Gewicht, d. h. seineSchwere in Gewichten ausgedrückt, von dem specifischen oder eigenthüm-lichen Gewicht, d. h. dem Verhältnisse der Schwere zum Umfange.) Das Gewichtist so mannigfaltig wie das Raummaß, und ebenso verschieden. Bein: Handels-gewichte, zu welchem das sogen. Fleischer-, Krämer-, Schiffsgewichl gehört, rech-net man nach Pfunden, und wiegt größere Lasten nach Laste», Centnern, Stei-nen, geringere Schweren nach Lothen, Quentchen. Beim Gold- und Silber-gewicht, wohin das Münzgewicht gehört, ist die kölnische Mark die gewöhnlicheEinheit; beim Iuwelengewicht der Karat. Über das Apothekergewicht, sowieüber die übrigen einzelnen Gewichte, ß man die besondern Art.; wir bemerken nurnoch, daß die Gewichte auch nach holländischen Assen, deren 9728/ö auf einleipziger Pfund Handelsgewicht gehen, verglichen, und daß die specifische Schwereder Körper nach dem Verhältniß des specifischen Gewichts eines Eubikfußes oderCubikzolles destillirten Wassers, im luftleeren Raume gewogen, bestimmt zu wer-den pflegt. — Wie höchst unbequem die Verschiedenheit des Maßes und Gewichtsin den verschiedenen Ländern ist, und wie voriheilhaft ein überall gleiches, fest-bestimmteS Urmaß und Urgewicht sein würde, darüber herrschte von jeher nur EineMeinung, und es ist zu verwundern, warum eine solche wünschenSiverthe Ein-führung noch nicht durchgängig, ja kaum durch alle Provinzen eines Landes hatgelingen wollen. Frankreich schritt durch sein Decimalsystem (s. d.) voran;in einigen andern Staaten, z. B. in Preußen, geschehen gute Einrichtungen, aberdie Ungleichheit im Ganzen besteht nach wie vor. Ein wesentliches Hindernißeiner solchen Einführung möchte freilich der Unistand sein, daß es überhaupt nochnicht gelang, ein allgemein verständliches, bequemes und durch Zweckmäßigkeitlaut ansprechendes Maß- und Gewichtsssstem auszustellen, denn auch gegen diebesten Vorschläge ließen sich bisher noch Einwendungen machen. Jene Bedingun-gen aber wären doch nur die alleinige Autorität, unter welcher die Einführung denk-bar ist. Inzwischen behalf man sich bei wissenschaftlichen Untersuchungen nochimmer mit dem als Einheit angenommenen alten pariser Fuß und der alten pariserLime und mit dem rbeinländischen Fuß:c. S. Vega'S „Natürliches Münz-,Maß- und GewichtSsvstem" (Wien 1803); „»elrulxIe <.-„,i-Uitnti.>nnr!!e etj>>iniitive", von LeSparat (Paris 1801); Wild, „Über allgemeines Maß undGewicht" (Karlsruhe 1815). Eine genaue Darstellung der verschiedenen Maße,Gewichte und Münzen enthält Gerhardts „Allgemeiner Comtoirist": Nelken-brecher's „Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtskunde"; Eytelwein's „Vergleich der gegenwärt. und vormal. preuß. Maße und Gewichte, mit Rücksichtauf die vorzüglichen europäischen Maße und Gewichte" (2. Aust., Beil. 1810);und Löhmann'S „Tafeln zur Verwandlung des Längen- und Hohlmaßes, sowiedes Gewichts und der Rechnungsmünzen aller Hauptländer Europens u. s. w."(4 Ablh., Lpz. 1821—26, 1.). 5.